Franzoni feiert ersten Weltcupsieg
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Champagner-Party:Franzoni feiert ersten Weltcupsieg

Innerhofer über Lauberhorn-Held Franzoni
«Giovanni muss sich oft blöde Sprüche anhören»

Giovanni Franzoni beschert Italien den ersten Lauberhornsieg seit 2013. Christof Innerhofer, seines Zeichens vorletzter Wengen-Sieger der «Azzuri» liefert den brisanten Hintergrund dieses Triumphes.
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Giovanni Franzoni gelingt beim Super-G erstmals der Sprung ...
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Giovanni Franzoni gewinnt den Lauberhorn-Super-G mit Startnummer 1
  • Franzoni widmet seinen Erfolg seinem verstorbenen Freund Matteo Franzoso
  • Franzoni ist erst der dritte Sieger eines Super-G mit Startnummer 1
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Als sich Giovanni Franzoni mit der Nummer 1 in explosiver Manier aus dem Starthaus des Lauberhorn-Super-Gs katapultiert, steht Marco Odermatt knapp 100 Meter weiter hinten vor einem Bildschirm. Der Superstar vom Vierwaldstättersee schaut sich die Fahrt des 24-jährigen Italieners genau an. Nach seiner Zielankunft legt sich Odermatt fest: «Der gewinnt dieses Rennen. Franzoni ist genau so gefahren, wie ich es auch tun wollte.»

Tatsächlich steht der Speed-Spezialist am Ende dieses Rennens als Sieger fest. Franzoni ist nach Pirmin Zurbriggen (1986 in Hemsedal) und Hannes Reichelt (Ö, 2007 in Beaver Creek) der Dritte, der einen Weltcup-Super-G mit der Startnummer 1 gewinnt. Normalerweise ist die 1 in dieser Sparte ein Nachteil, weil es keine Trainingsfahrt gibt. Doch in Wengen gibts im Super-G bezüglich Kurssetzung keine grossen Unterschiede zur Abfahrt. «Deshalb hätte nach den beiden Abfahrtstrainings wohl jeder gerne für den Super-G die 1 gezogen», glaubt Odermatt, der mit der 12 in dieses Rennen ging. Fakt ist: Franzoni war auch in den Trainings der Schnellste. «Im ersten Training habe ich noch geglaubt, dass er ein paar Tore ausgelassen hat», gibt Odermatt zu.

«Ihm wird jeder Wunsch erfüllt»

Für Italiens Teamsenior Christof Innerhofer kommt es nicht überraschend, dass sein Landsmann nach dem dritten Rang beim Gröden-Super-G in Wengen seinen ersten Weltcupsieg realisiert. «Franzoni ist ein grandioser Skifahrer, zudem hat er in unserem Team einen besonders grossen Rückhalt, ihm wird jeder Sonderwunsch erfüllt. Das macht natürlich alles einfacher», erzählt der Lauberhorn-Abfahrtsieger von 2013.

«Unser Cheftrainer ist gleichzeitig so etwas wie der Privatcoach von Giovanni, weil er schon im C-Kader sein Trainer war. Und weil für ihn Dinge ermöglicht werden, die für andere im Team nicht möglich sind, muss sich Giovanni von seinen Teamkollegen manchmal auch böse Sprüche anhören», verrät Innerhofer und legt nach: «Giovanni trainiert immer wieder mit der Riesenslalom-Gruppe auf komplett vereisten Pisten. Und sein genialer Riesen-Schwung zeichnet ihn jetzt auch in den Speed-Disziplinen aus.»

Im September hat Franzoni die schlimmsten Tage in seiner Karriere erlebt, als sein Zimmerkollege Matteo Franzoso beim Abfahrtstraining im chilenischen La Parva tödlich verunglückte. Nach seinem ersten Weltcup-Podestplatz vor vier Wochen in Gröden hat Franzoni hemmungslos geweint und klargemacht, dass er diesen Erfolg seinem verunglückten Kumpel widmet. «Ich werde den Rest meines Lebens für ihn fahren. Wenn Matteo noch hier wäre, würde ich ihm sagen, dass er ein fantastischer Mensch ist und dass ich stolz bin, sein Freund zu sein.»

Babinsky überrascht

Stefan Babinsky hat im Austria-Team besonders viele Freunde. «Er ist so ein bisschen der Typ Knuddelbär, den man nur gernhaben kann», sagt Alex Hofstetter, Reporter von Österreichs Kronenzeitung. Oft war der Steierer zu lieb für dieses Business. Als er in Val Gardena die idealen Voraussetzungen nicht für einen Platz auf dem «Stockerl» nutzen konnte, ist sein Teamleader Vincent Kriechmayr im Ziel schier durchgedreht. «Manchmal habe ich das Gefühl, dass Stefan gar nicht aufs Stockerl fahren will!» Doch in seinem 94. Weltcuprennen belehrt der Mann mit dem Spitznamen «Baba» mit dem zweiten Rang Kriechmayr und Co. eines Besseren. Bemerkenswert: Das technisch so anspruchsvolle Kernen-S hat Babinsky am schnellsten gemeistert.

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