Erstes Training am Lauberhorn
Abfahrer kämpfen in Wengen mit weicher Piste

Frühlingshafte Temperaturen und weiche Streckenabschnitte prägen das erste Lauberhorn-Training. Der Italiener Giovanni Franzoni kommt damit am besten zurecht, Odermatt wird Zehnter.
Kommentieren
1/4
Bei der Streckenbesichtigung war der Himmel über dem Eiger noch bedeckt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Erstes Training am Lauberhorn bei Frühlingswetter in Wengen am Dienstag
  • Italiener dominieren: Franzoni schnellster vor Casse und Innerhofer
  • Marco Schwarz kann nicht starten, da er krankheitsbedingt ausfällt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Benjamin-Gwerder.jpg
Benjamin GwerderRedaktor Sport

Am frühen Dienstagnachmittag herrscht in Wengen bereits Frühlingsstimmung. Weil sich die Wolkendecke schon vor dem Mittag auflöst und die Sonne zum Vorschein kommt, sind die Temperaturen beim ersten Training am Lauberhorn mit rund sechs Grad im Zielraum sehr hoch.

Vor allem in der zweiten Hälfte der längsten Abfahrt im Weltcup bekommen das die Abfahrer zu spüren. Ab dort ist die Piste aktuell ziemlich weich, und dementsprechend auch langsamer als sonst, wie Marco Odermatt (28) verrät. Nach seiner Fahrt sagt der Vorjahressieger: «Es ist wie gewohnt streng. In diesem Jahr sogar noch etwas mehr. Wir waren rund zehn Sekunden länger unterwegs als im Rennen im letzten Jahr.»

Etwas besorgt im Ziel ist auch Franjo von Allmen (24). Der Berner wünscht sich ebenfalls etwas härtere Bedingungen. «Ich hoffe, dass sich die Piste bis zum Rennen noch verbessert. Die weichen Stellen sind nicht so meins», gibt von Allmen zu, der sich im ersten Training noch «relativ gemütlich» an die Strecke herangetastet hat.

Murisier erklärt, was es jetzt zu tun gibt

Damit von Allmens Wunsch in Erfüllung geht, braucht es laut Justin Murisier (34) jetzt einfach «zwei, drei klare Nächte». Denn: «Die Basis ist eigentlich sehr gut», fügt Murisier an.

Stefan Rogentin (31) nimmt es deshalb pragmatisch. Zu Blick sagt er: «An einem Ort hat es ein Loch in der Piste, aber es ist halt eine lange Abfahrt. Es kann nicht schon am ersten Tag perfekt sein.»

Um trotzdem schnell zu sein, müsse man jetzt einfach die Abstimmung anpassen und die Linie nochmals genau studieren, erklärt Murisier, denn «auf weichem Schnee fährt man nicht die gleiche Linie wie auf Eis».

Drei Italiener dominieren das Training

Die drei Schnellsten im ersten Training sind allesamt Italiener. Hinter Giovanni Franzoni (2:28,68) folgen Mattia Casse (+1,45 Sekunden) und Christof Innerhofer (+1,62). Schnellster Schweizer ist – wenn auch nicht voll zufrieden – Odermatt (10., +2,55). Zwei Hundertstel langsamer als der Nidwaldner ist Rogentin (11., +2,57).

Dahinter folgen Marco Kohler (16., +2,75), Alexis Monney (18., +3,02), von Allmen (27., +3,55), Lars Rösti (33., +3,73), Niels Hintermann (45., +5,04), Livio Hiltbrand (50. +6,02), Murisier (54., +7,13) und Alessio Miggiano (58., +8,27).

Murisier erklärt seinen grossen Rückstand so: «Vor dem Silberhornsprung habe ich gebremst. Der Sprung geht sonst weit und die Landung ist ziemlich flach – das brauche ich jetzt nicht für meine Knie.»

Nicht am Start stand der Österreicher Marco Schwarz (30). «Blacky», der 2023 bei seiner ersten Weltcup-Abfahrt Platz sechs herausfuhr, wurde von einer Magen-Darm-Grippe zurückgebunden.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen