Darum gehts
- Swiss-Ski kann maximal 22 Athleten für Olympia 2026 selektieren
- Nur 4 Frauen erfüllen bisher die Kriterien, Männer sind stärker vertreten
- Die Selektionen erfolgen am 25. Januar, nach diesem Datum gibt es keine Nachnominierungen
Der Schweizer Männer-Cheftrainer hat bald ein Olympiaproblem. Der Frauen-Cheftrainer noch lange nicht – hätte aber gern eines. Tönt unlogisch?
Der Hintergrund: Bereits zehn Männer haben die Olympiaselektionskriterien erfüllt, aber nur vier Frauen: Camille Rast (26), Wendy Holdener (32), Malorie Blanc (22) und Janine Schmitt (25). Ob beim Slalom in Flachau (Ö) am Dienstag neue Namen dazukommen?
Fakt ist: Die Schweiz darf aufgrund der IOC-Vorgaben maximal 22 Alpin-Asse aufbieten, 11 jeden Geschlechts.
Was nach zeitgemässer Fairness tönt, stösst den grossen Skiverbänden sauer auf. Herrscht bei Olympia ein Gleichstellungswahn? «Gegen diese Art von Geschlechtergleichheit ist nichts einzuwenden. Die Vorgaben reduzieren einfach unseren Spielraum im Selektionsprozess», sagt Swiss-Ski-Alpin-Direktor Hans Flatscher.
Teamkombi: Stellt die Schweiz je vier Teams?
An Weltmeisterschaften gelten andere Vorgaben. Bei der letzten WM durfte die Schweiz 24 Profis nach Saalbach (Ö) mitnehmen. Dort war es aber möglich, bis zu 14 Personen eines Geschlechts aufzubieten. Weil die Männer viel stärker unterwegs sind als die Frauen, muss im kommenden Februar womöglich neben gesetzten Podestfahrern wie Marco Odermatt (28) und Loïc Meillard (29) manch einer daheimbleiben, obwohl er die Olympiakriterien erfüllt hat.
Gleichzeitig könnten Frauen zum Handkuss kommen, obwohl sie die Richtlinien nicht ganz erfüllt haben. Der Jugendbonus könnte dabei zum Tragen kommen – zum Beispiel bei Slalomfahrerin Anuk Brändli (22). War eine Athletin lange verletzt – wie jüngst Corinne Suter (31) – ist eine Ausnahme ebenfalls möglich.
Bereits vor vier Jahren bei den Winterspielen in Peking (China) durfte Swiss-Ski maximal 22 Personen nominieren. Der Unterschied: Damals gab es noch die wenig beliebten Kombinationen und ein Mixed-Rennen. Neu stehen zwei Teamkombinationen auf dem Programm – diese haben sich bewährt.
Bloss: Stellt die Schweiz die für sie erlaubten vier Teams auf, braucht sie allein dafür je 8 Männer und Frauen. Das wird kaum möglich sein, ist aber nicht ein IOC-Problem, sondern eines von Swiss-Ski. Flatscher: «Wir haben noch etwas Zeit. Wenn auch nicht viel. Ich hoffe und glaube, dass sich vor allem aufseiten der Frauen noch einige qualifizieren.»
Crans-Montana-Rennen nicht berücksichtigt
Am 25. Januar macht Swiss Olympic aufgrund der Swiss-Ski-Empfehlung die Selektionen, tags darauf werden sie gemeldet.
Heisst: Weder der Männer-Slalom in Schladming (Ö) noch die Speedrennen in Crans-Montana (je eine Abfahrt und ein Super-G der Frauen, dazu eine Abfahrt der Männer) werden gewertet. Sollte ein Nichtselektionierter einen Sieg einfahren, kann er nicht nachnominiert werden.