Darum gehts
- Andrea Ellenberger tritt aus dem Skirennsport zurück
- Die Nidwaldnerin hatte in ihrer Karriere oft mit Verletzungen zu kämpfen
- Sie gewann in ihrer Karriere ein Weltcuprennen und holte WM-Gold im Team
«‹Fährst du noch Ski?› Das ist die Frage, die mir in letzter Zeit am häufigsten gestellt wird. Und ehrlich gesagt habe ich noch keine klare Antwort darauf», schrieb Andrea Ellenberger (32) im Mai auf Instagram. Jetzt hat die Nidwaldnerin eine Antwort. Sie tritt aus dem Profisport zurück.
«Danke Skirennsport – für alles. Jetzt beginnt ein neues Kapitel», lautet der Titel eines Briefes, den sie ihren Freundinnen und Freunden, Sponsoren, Partnern und Weggefährten zukommen lässt.
Grund für den Rücktritt sind Verletzungen – von denen sie in ihrer Karriere so einige durchmachen musste. Im Dezember 2024 brach sich Ellenberger bei einem Sturz im Training das rechte Bein und konnte seither keine Rennen mehr absolvieren. In der Zwischenzeit wurde am anderen Bein zudem ein Kreuzbandriss – der vierte ihrer Karriere – und ein beschädigter Meniskus festgestellt, wie Ellenberger nun mitteilt. Die Metallplatte und der Marknagel, die zur Stabilisierung des Schien- und Wadenbeinbruchs eingesetzt wurden, werden demnächst entfernt. Im Zuge dieser Operation wird auch das linke Knie behandelt.
«Traum vom Comeback rückte in die Ferne»
Durch die abermals schwere Verletzung sei ihr klar geworden, dass eine Rückkehr frühestens übernächste Saison realistisch gewesen wäre. «Der Traum von einer weiteren Olympiateilnahme in Cortina und einem Comeback im Weltcup rückte in die Ferne.»
Auch wenn ihr der Schritt nicht leicht falle, sei sie sicher, dass der Zeitpunkt für das Karriereende passe. «Rational konnte ich den Gedanken an den Rücktritt schnell zulassen. Doch mein Sportlerherz brauchte länger, um ihn mitzutragen. Ich habe mir Zeit genommen, um diesen Entscheid nicht aus Enttäuschung oder Schmerz, sondern aus innerer Klarheit zu treffen.»
In ihrem Abschieds-Post auf Instagram dankt sie allen, die sie in ihrer Karriere unterstützt haben. Explizit nennt sie ihre beiden Eltern. Der Tod ihres Vaters Manfred im Jahr 2022 nahm sie sehr mit.
Absolviert weiterführendes Psychologie-Studium
Ellenberger – respektive seit ihrer Hochzeit im Sommer Epp-Ellenberger – stand insgesamt 54 Mal im Weltcup am Start – im Riesenslalom und im Parallel-Slalom. Ihre besten Einzelplatzierungen sind zwei elfte Ränge in Sölden (2019) und am Kronplatz (2020). An der WM 2019 in Are (Swe) wurde sie Zehnte. Im Teamevent beim Weltcupfinal 2022 in Courchevel und Méribel (Fr) holte sie ihren einzigen Weltcupsieg. 2019 holte sie als Ersatzfahrerin hinter Wendy Holdener und Aline Danioth zudem WM-Gold im Team.
Konkrete berufliche Zukunftspläne hat Ellenberger bisher nicht. Nach ihrem Master in Psychologie absolviert sie derzeit ein weiterführendes Studium mit Spezialisierung in Sportpsychologie und sammelt parallel bereits Praxiserfahrung an der Sportmittelschule Engelberg OW. Daneben arbeitet sie als Heilpädagogin auf der Primarstufe in ihrer Heimatgemeinde Hergiswil NW.