Darum gehts
- Giovanni Franzoni gewinnt Lauberhorn-Super-G und Hahnenkamm-Abfahrt in acht Tagen
- Italiener hat im Team einen Sonderstatus, doch Franzoni triumphiert im Weltcup
- 2009 war Tennis-Star Jannik Sinner 3,94 Sekunden schneller als Franzoni
Vor diesem Winter konnten ausserhalb von Italien nur wenige etwas mit dem Namen Giovanni Franzoni anfangen. Auch Marco Odermatt (28) gibt zu, «dass ich Giovanni erst so richtig kennengelernt habe, als ich beim Super-G in Gröden Zweiter und er Dritter geworden ist».
Für «Azzurri»-Teamsenior Christof Innerhofer (41) kommt es allerdings nicht überraschend, dass der 25-Jährige vom Gardasee in dieser Weltcup-Saison so richtig durchstartet. «Franzoni ist ein grandioser Skirennfahrer, zudem hat er in unserem Team einen besonders grossen Rückhalt, ihm wird jeder Sonderwunsch erfüllt. Das macht natürlich alles einfacher», erzählt der Lauberhorn-Abfahrtsieger von 2013.
«Unser Cheftrainer ist gleichzeitig so etwas wie der Privatcoach von Giovanni, weil er schon im C-Kader sein Trainer war. Und weil für ihn Dinge ermöglicht werden, die für andere im Team nicht möglich sind, musste sich Giovanni von seinen Teamkollegen mehrmals böse Sprüche anhören», verrät Innerhofer.
Gegen Tennis-Ass Sinner hatte Franzoni keine Chance
Aber jetzt, wo Franzoni innerhalb von acht Tagen den Super-G am Lauberhorn und die Abfahrt am Hahnenkamm triumphiert, löst er in seiner Heimat im Hinblick auf die Olympischen Spiele eine riesige Euphoriewelle aus. «Die technisch sehr anspruchsvolle Olympia-Strecke in Bormio müsste Franzoni besonders gut liegen», glaubt Beat Feuz (38).
In der vergangenen Woche stand Franzoni auch wegen Tennis-Held Jannik Sinner im Mittelpunkt. Hintergrund: Der vierfache Grandslam-Sieger aus dem Südtriol wurde in seiner Kindheit auch als talentierter Skifahrer gehandelt. Nun hat Sinner in einem Instagram-Posting daran erinnert, dass er vor 16 Jahren bei einem Jugendrennen im Piemont 3,94 Sekunden schneller war als Giovanni Franzoni.