Darum gehts
- Niels Hintermann erreicht sechsten Platz bei Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel
- Dank dieser Platzierung hat der Zürcher gute Chancen auf Olympia-Teilnahme
- Alessio Miggiano holt sich bei Streif-Rekordsieger Tipps für die nächsten Rennen
Die Stimmung im Swiss-Ski-Team ist nach der Abfahrt am Hahnenkamm sichtlich geteilt. Bei Marco Odermatt, der zwar einmal mehr abliefert, den Sieg aber hauchdünn verpasst, macht sich im ersten Moment Enttäuschung breit. Bei Niels Hintermann dominieren hingegen Freude und Erleichterung. «Heute hat bei mir wieder mal alles zusammengepasst», sagt der Zürcher.
Völlig zu Recht, denn Hintermann fährt mit seinem sechsten Platz so weit nach vorne wie noch nie in dieser Saison. Nach der langen Pause wegen seiner Krebserkrankung wirkt dieser Auftritt wie der endgültige Befreiungsschlag.
Dieses Resultat beschert Hintermann wohl das Olympia-Ticket
Noch wichtiger als die Platzierung ist für Hintermann aber das Gefühl: «Ich wusste immer, dass ich den Speed noch in mir habe. Das Abrufen ist zwar noch schwer, aber heute ist mir schon vor dem Start ein Stein vom Herzen gefallen, weil ich gemerkt habe, wie gut es sich anfühlt. Das ist noch wichtiger als die Platzierung. Ich habe mich wieder gefühlt wie der Niels von früher.»
Mit diesem Resultat bringt sich Hintermann zudem im Rennen um die Olympia-Selektion ganz dick ins Spiel. «Eigentlich habe ich mir diese Saison keine Ziele gesetzt, aber am Ende des Tages möchte ich natürlich schon bei Olympia dabei sein. Zum Glück muss ich die Selektionen nicht machen, aber meinerseits habe ich heute sicher ein gutes Argument geliefert.»
Miggiano analysiert seine Fahrt mit Streif-Rekordsieger
Für den zweiten Zürcher, der die Streif am Samstag bezwungen hat, endet der Tag weniger euphorisch. Der 23-jährige Alessio Miggiano legt am Hahnenkamm zwar eine richtig starke erste Hälfte hin und liegt bis zum Oberhausberg voll auf Kurs, doch ab dort verliert er noch rund eine Sekunde. Obwohl er als 15. ins Ziel kommt, spült es ihn am Ende noch auf Rang 26 zurück.
Das grosse Talent ist im Ziel sichtlich enttäuscht. Nicht nur weil er weiss, dass mehr dringelegen wäre, nachdem oben viel zusammengepasst hat, sondern auch, weil damit sein mögliches Olympia-Ticket wackelt. Dies obwohl er die Swiss-Ski-Selektionskriterien dank seines 5. Platzes in Gröden erfüllt hätte.
Miggiano will seine Fahrt deshalb so schnell wie möglich analysieren. Kaum sind die Ski abgeschnallt, guckt er sich seine Fahrt auf dem Handy des Blick-Reporters an – und bekommt dabei Unterstützung einer Legende. Miggianos Jugend-Idol Didier Cuche beugt sich neben ihn über den Bildschirm. Gut möglich, dass der Streif-Rekordsieger dem Jungen aus Bubikon wertvolle Tipps für die nächste Streif-Prüfung mitgegeben hat.