Darum gehts
- Marco Odermatt spricht in der Stöckli-Manufaktur über seine vergangene Saison
- Der Nidwaldner beweist mit seiner neusten Investition, dass er gerne unternehmerisch aktiv ist
- Auch ein Investment bei seinem Ski-Ausrüster Stöckli ist nicht ausgeschlossen
Als Marco Odermatt am Freitag in der Stöckli-Manufaktur in Malters LU auf seine vergangene Saison zurückblickt, geht es nicht nur um Kristallkugeln und Bestzeiten. Der Nidwaldner gewährt auch Einblicke in seine Zukunft, die weit über den Skisport hinausreichen dürfte.
Denn der 28-Jährige hat längst bewiesen, dass er gerne unternehmerisch aktiv ist. Jüngstes Beispiel ist sein Einstieg beim Obwaldner Pflege-Start-up Gaisbock, hinter dem unter anderen Ramon Riebli steht – der Bruder von Langläufer Janik Riebli, der kürzlich an Olympia das Podest nur hauchdünn verpasste.
Dass ein Nidwaldner ausgerechnet in ein Obwaldner Unternehmen investiert, kommentiert Odermatt mit einem Lachen. «Das geht gerade so knapp», sagt er. Und schiebt augenzwinkernd nach, dass man aber zu einem späteren Zeitpunkt «dann vielleicht schon mal über einen Standort in Nidwalden reden müsse».
Investition bei Stöckli ist denkbar
Nach seiner Karriere auf Ski wird Odermatt aber nicht nur mit Pflegeprodukten zu tun haben.
Bereits seit längerem ist er beim Schweizer Funktionsbekleidungshersteller X-Bionic beteiligt. Der Aufwand bleibt dabei bewusst im Rahmen. «Das ist sehr überschaubar», sagt er. Die Projekte laufen parallel zur Karriere, ohne zusätzlichen Druck zu erzeugen. «Irgendwann werde ich aber mehr Zeit haben, und dann ist es gut, wenn man sich schon etwas auskennt.»
Da liegt die Frage doch auf der Zunge: Wie steht es denn um ein mögliches Investment bei seinem Ski-Ausrüster Stöckli?
CEO Marc Gläser verrät dazu: «Wir haben das Thema auch schon diskutiert. Wir sind offen, er ist offen.» Gleichzeitig relativiert er aber: «Das ist dann eine viel komplexere Angelegenheit als ein Investment in ein Start-up.»
Langfristige Bindung an Stöckli birgt sportliche Risiken
Vor allem der Zeitpunkt sei entscheidend. Ein Einstieg während der Karriere als Skiprofi wäre heikel, denn «wenn er investiert, müsste er langfristig bei uns bleiben. Sonst macht es keinen Sinn», erklärt Gläser. Damit würde sich Odermatt auch sportlich festlegen.
Ein Risiko, das beide Seiten aktuell nicht eingehen wollen. Odermatt selbst bleibt deshalb entsprechend zurückhaltend. «Sag niemals nie, aber momentan passt es so», sagt er vor den versammelten Journalisten.
Dennoch denkt man in Malters bereits in die Zukunft. Gläser skizziert mögliche Perspektiven offen: «In vier Jahren kann man das dann durchaus neu beurteilen.» Und weiter: «Ich kann mir gut vorstellen, dass Marco eines Tages bei Stöckli Verwaltungsrat wird.»