Das Podest
1. Laura Pirovano (It) 1:21,40
2. Emma Aicher (De) +0,01
3. Breezy Johnson (USA) +0,29
Das Rennen
Elfmal ist Laura Pirovano in ihrer Karriere schon in die Top 5 gefahren. Aufs Podest hats der 28-jährigen Italienerin noch nie gereicht. Als sie mit Startnummer 8 ins Ziel kommt, setzt sie sich souverän an die Spitze. Und kann nur noch abwarten, was die Konkurrenz macht. Ins Zittern kommt sie vor allem während der Fahrt von Emma Aicher. Doch die Deutsche kann Pirovano haarscharf nicht von der Spitze verdrängen. Eine Hundertstelsekunde trennt die beiden. Feiert sie bei ihrem Heimrennen die grosse Premiere?
Auch als alle Fahrerinnen der Top-Gruppe im Ziel sind, liegt Pirovano in Führung. Und muss dann doch noch einmal bangen. Corinne Suter, vor einer Woche strahlende Siegerin in der Soldeu-Abfahrt, legt los wie die Feuerwehr. In den ersten beiden Sektoren liegt sie klar vorne. Aber die Schwyzerin kanns nicht durchziehen. Vor allem im dritten Sektor büsst sie an Boden ein. Und fällt hinter das Podest zurück.
Danach wird Pirovano keine Konkurrentin mehr gefährlich. Sie feiert bei ihrem Heimrennen den ersten Sieg – vor Emma Aicher und Olympiasiegerin Breezy Johnson.
Das gab zu reden
Vor fünf Jahren hat Corinne Suter in Val di Fassa einen Hattrick gefeiert. In drei Rennen ist sie dreimal aufs Podest gefahren: Zweite und Dritte in der Abfahrt und Dritte im Super-G. In ihrem vierten Weltcup-Auftritt an diesem Austragungsort reisst diese schöne Serie. Im zweiten Streckenabschnitt vergibt Suter den Podestplatz – mit der Top-10-Klassierung darf sie dennoch zufrieden sein.
Die Schweizerinnen
8. Corinne Suter +0,49
21. Jasmine Flury +1,16
23. Stefanie Grob +1,28
24. Delia Durrer +1,38
24. Malorie Blanc +1,38
26. Janine Schmitt +1,40
35. Jasmin Mathis +1,73
36. Jasmina Suter +1,79
41. Daria Zurlinden +2,20
Nächster starker Auftritt von Stefanie Grob. Nachdem sie letztes Wochenende ihre ersten Punkte im Super-G eingefahren hat, klappts nun auch in der Abfahrt. Mit Startnummer 33 fährt unser Ski-Talent mitten in ein Schweizerinnen-Päckli. Und eröffnet auch in dieser Disziplin das Punktekonto.
Jasmin Mathis bestreitet erst ihre zweite Abfahrt im Weltcup. Vor Wochenfrist ist sie gleich beim ersten Anlauf in die Punkte gefahren. Sie kann nicht nachdoppeln. Viel fehlt allerdings auch dieses Mal nicht, nur 15 Hundertstel trennen sie von Platz 30. Daneben verpasst auch Jasmina Suter die Punkteränge. Sie ist einen Hauch langsamer als Mathis. Weiter auf ihre ersten Punkte warten muss Daria Zurlinden, die über zwei Sekunden auf die Bestzeit verliert.
An den Olympischen Spielen hat sich Jasmine Flury in der Abfahrt der Team-Kombi einen Teilriss des Innenbandes und eine Knochenprellung am Schienbeinkopf zugezogen. «Ich hatte mega Schwein. Mein Arzt sagte, dass mein Kreuzband eigentlich komplett gerissen sein müsste. Ich bin sehr dankbar, dass es anders gekommen ist», sagt sie vor ihrem Comeback zu Blick. In ihrer Fahrt fehlt die letzte Konsequenz, nach ihrer Verletzung geht sie noch nicht das letzte Risiko. Und handelt sich entsprechend einen grossen Rückstand ein.
Auch Malorie Blanc kommt nicht recht auf Touren. Sie bewegt sich in der gleichen Region wie Flury, im Ziel reiht sie sich rund zwei Zehntel hinter ihrer Teamkollegin ein. Wenig später bekommt sie auf ihrem Rang Gesellschaft. Denn Delia Durrer ist genau gleich schnell unterwegs wie Blanc.
Janine Schmitt zeigt eine gute erste Hälfte, büsst bis zur dritten Zwischenzeit keine sechs Zehntel auf die Bestzeit ein. Im Schlussteil fällt sie dann noch etwas zurück. Und reiht sich so hinter ihren zeitgleichen Teamkolleginnen ein.
Der Kugelkampf
Der schwere Sturz in der Olympia-Abfahrt hat Lindsey Vonns Saison beendet. Während sie keinen Monat später zwar immer noch im Rollstuhl sitzt, aber bereits wieder mit Trainieren angefangen hat, kann sie nur aus der Ferne beobachten, ob ihre Führung in der Abfahrtswertung Bestand hält. Und tatsächlich bleibt die Amerikanerin die Nummer 1 – noch. Emma Aicher rückt dank Platz 2 auf 14 Punkte an sie heran. Und dürfte sie wohl im Rennen vom Samstag überflügeln. Im Gesamtweltcup ist Aicher nun erste Verfolgerin von Mikaela Shiffrin. Sie schiebt sich an Camille Rast vorbei auf Rang 2.
Das gab zu reden II
Am Dienstag hat Joana Hählen verkündet, dass sie per Ende Saison ihre Karriere beendet. Gut möglich, dass sie nur noch ein letztes Rennen bestreiten wird. Am Donnerstag lässt sie das zweite Abfahrtstraining aus, verkündet am Abend auf Social Media: «Ich werde die Abfahrten nicht bestreiten und mich auf den Super-G vom Sonntag konzentrieren.» Den Entscheid begründet Hählen damit, dass ihr Knie nach einer etwas harten Landung am letzten Rennwochenende noch etwas mehr Zeit zur Erholung braucht. Will sie verhindern, dass ihre Karriere am Sonntag endet, braucht Hählen Punkte. Als 28. liegt sie in der Super-G-Wertung aktuell 15 Punkte hinter Platz 25. Diesen muss sie am Sonntagabend mindestens belegen, um sich doch noch für den Weltcupfinal zu qualifizieren.
Die Stimmen gegenüber SRF
Corinne Suter: «Ich habe meine Fahrt noch nicht gesehen. Aber ich habe das Gefühl, dass ich an einem Ort die Linie verpasst und nicht mehr zurückgekommen bin, so habe ich den Grundspeed etwas verloren. Das ist schade. Hier ist es wichtig, die Falllinie zu suchen. Ich versuchs morgen besser zu machen.»
Jasmine Flury: «Ich war sehr nervös. In den letzten drei Wochen ist sehr viel gegangen – es hatte für mich viel Positives drin. Ich habe es oben probiert und unten weiss ich, wo ich den Fehler gemacht habe. Wenn ich weiss, wo ichs verbockt habe, bin ich zufrieden. Jetzt freue ich mich auf morgen, dass ich es nochmal probieren kann.»
Malorie Blanc: «Ich muss noch das Video anschauen. Für mich ist es schwierig, das richtige Setup zu finden. Unten ist es eisig aber oben weich. Ich fühlte mich zwar gut und schnell, aber hatte das Gefühl, es ist nicht so fein. Wichtig ist, das Vertrauen zu behalten. Es gibt eine nächste Chance und ich werde wieder versuchen, mein Bestes zu geben.»
Die Bedingungen
Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein – besser könnten die Bedingungen nicht sein. Die Piste ist in einem guten Zustand. Denn tagsüber sind die Temperaturen zwar fast im frühlingshaften Bereich, aber in der Nacht sinken sie unter null Grad, sodass die Piste gut anziehen kann. Stellenweise ist sie so ziemlich eisig, teilweise hats aber auch Schläge drin.
So gehts weiter
Nach der Abfahrt in Val di Fassa ist vor der Abfahrt in Val di Fassa. Denn am Samstag steht bereits das nächste Rennen in der Königsdisziplin auf dem Programm. Gestartet wird eine Dreiviertelstunde früher um 10.45 Uhr.



