Darum gehts
- Innerschweizer Schwinger haben vor dem Saisonhighlight kein Kranzfest mehr
- Marcel Bieri nutzt Flitterwochen in Kanada zur Regeneration nach Blessuren
- Joel Ambühl überzeugte nach Kreuzbandriss – wird noch einige Rangfeste bestreiten
Beim Blick auf den Wettkampfkalender scheinen die Innerschweizer im Hinblick auf den Kilchberger Schwinget einen Nachteil zu haben. Zwischen dem Bergklassiker auf dem Brünig und dem Saisonhighlight am 5. September liegen sechs Wochen.
Während sich Schwinger aus anderen Teilverbänden an weiteren Kranzfesten den letzten Feinschliff holen können, steht für Joel Ambühl, Marcel Bieri und Co. kein einziges Kranzfest mehr auf dem Programm. Das bezeichnen einige Innerschweizer als «suboptimal».
Bieri ist seit Wochen angeschlagen
Immerhin können sich Lukas Bissig und Marc Lustenberger Mitte August am Nordwestschweizer Teilverbandsfest noch einmal mit der nationalen Spitze messen. Doch wie halten die beiden Innerschweizer Eidgenossen Bieri und Ambühl ihre Spannung hoch?
Vorerst gar nicht – zumindest ist das der Plan von Bieri. Der Lehrer verreist mit seiner Ehefrau Aline für drei Wochen in die Flitterwochen nach Kanada. «Ich wäre deshalb ohnehin an keinem Kranzfest mehr gestartet.» Eine derart lange Pause während der Saison ist für einen Spitzenschwinger ungewöhnlich.
Für Bieri aber genau das Richtige. Weil der Zuger unter anderem Blessuren auskurieren will, die ihn seit dem Stoos-Schwinget begleiten. «Die Flitterwochen sind für mich auch ein Kopflüften. In den letzten Jahren konnte ich wegen Verletzungen nie eine Saison komplett durchschwingen. Regenerieren passt deshalb perfekt in mein Programm.»
Eine lange Pause als Vorteil?
Ganz untätig bleibt Bieri in Kanada aber nicht. «Wir werden sicher wandern gehen. Vielleicht sehe ich auch einmal ein Fitnesscenter von innen. Viel mehr wird es aber wohl nicht sein.» Vor dem Kilchberger will er dann noch ein oder zwei Rangschwingfeste bestreiten. «Das werden meine letzten kleineren Härtetests.» Auch Ambühl sieht die lange Kranzfestpause nicht unbedingt als Nachteil.
Der Luzerner kehrte diese Saison nach einer Verletzung zurück. «Die ersten Wettkämpfe waren körperlich, aber vor allem auch mental anstrengend. Nun kann ich die Batterien wieder ganz aufladen und mich optimal auf das Saisonhighlight vorbereiten.» Dass im August noch einige Rangschwingfeste stattfinden, kommt ihm entgegen. «So kann ich die Spannung trotzdem hochhalten.»
Starkes Comeback nach Kreuzbandriss
Gerade Ambühl weiss, wie wertvoll zusätzliche Erholung sein kann. Nach seinem Kreuzbandriss am ESAF 2025 in Mollis rechneten nur die wenigsten mit einer Rückkehr in dieser Saison.
Doch nur 308 Tage später feierte der Innerschweizer am eigenen Teilverbandsfest ein erstaunliches Comeback und gewann auf Anhieb den Kranz. Seither holte er bereits zwei Rangfestsiege und auch auf dem Brünig das begehrte Eichenlaub. Nun soll am Kilchberger das nächste Ausrufezeichen folgen.