Der grosse Schwing-Check
Schneiders Wutausbruch und eine neue ESAF-Regelung

Zwei Kantonalschwingfeste sind am letzten Mai-Sonntag über die Bühne gegangen. Was hat in und um die Arenen zu reden gegeben? Hier kommt der Schwing-Check.
Kommentieren

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.

Kinder bringen Orlik zum Schmunzeln

Mit dem Königstitel ist Armon Orlik in die oberste Schweizer Promi-Liga aufgestiegen. Das wird dem Bündner beinahe jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit bewusst. «Wenn ich mit dem Velo durch das Quartier fahre, erkennen mich die Kinder und rufen: ‹Hallo Schwingerkönig›. Das zaubert mir jeweils ein Lächeln ins Gesicht», erzählt er. Orlik wohnt in Rapperswil SG und arbeitet dort als Holzbauingenieur.

Mittlerweile ist er so bekannt, dass man ihn sogar mit Helm erkennt. Zuvor konnte sich der König mehr oder weniger anonym bewegen. Das lag auch daran, dass Rapperswil nicht als Schwing-Hochburg bekannt ist. Seit Orliks Titelgewinn ist man jedoch mächtig stolz, dass der König in ihrer Stadt residiert.

«Hallo Schwingerkönig» – seit dem ESAF-Triumph wird Orlik vermehrt erkannt.
Foto: keystone-sda.ch

Verband ändert ESAF-Regelung

Der Eidgenössische Schwingerverband passt das Pflichtenheft für das ESAF 2028 in Thun an. Verschiedene eingeladene Personengruppen, darunter auch die Schwingerkönige, erhalten künftig statt einer kostenlosen Übernachtung ein zusätzliches Gratisticket.

Als Grund nennt der Verband negative Erfahrungen rund um das ESAF 2025 im Glarnerland. Dort seien reservierte Zimmer teilweise nicht genutzt worden. «Dadurch entstanden unnötige Mehrkosten und -aufwand für das OK», heisst es in einer offiziellen Mitteilung. Hotelzimmer werden für die Betroffenen zwar weiterhin vorreserviert, müssen aber künftig selbständig bei den Hotels gebucht werden. Der ESV will damit «die Eigenverantwortung» stärken und organisatorische sowie finanzielle Risiken reduzieren. Zudem gelte bei der Zimmervergabe künftig das Motto: «Dr Schneller isch dr Gschwinder.»

Der Verband reagiert auf negative Erfahrungen am ESAF 2025.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Schwinger verpassen Appell

Die Anreise zum St. Galler Kantonalen in Schmerikon wurde für einige Schwinger zur Geduldsprobe. Aufgrund eines langen Staus kamen mehrere Athleten verspätet auf dem Festgelände an und verpassten den Appell. Zeitweise ging auf der Zufahrtsstrasse minutenlang nichts mehr. Verantwortlich dafür war eine Bahnschranke. Da bewahrheitete sich einmal mehr die Weisheit: Der Kluge reist mit dem Zuge. Der Ärger der Schwinger war jedoch schnell verflogen. Die kompakte Arena direkt am Zürichsee und die stimmungsvolle Kulisse machten die nicht optimale Anreise wieder wett.

Wutausbruch von Schneider

Domenic Schneider liess seinem Frust nach dem vierten Gang gegen Andrin Poltera freien Lauf. Der Eidgenosse kam gegen den Teilverbandskranzer nicht über einen Gestellten hinaus. Unmittelbar danach schleuderte Schneider seine Zwilchhosen in Richtung des dafür vorgesehenen Ständers und stapfte davon. Erst nachdem er sich hinter der Tribüne etwas abgeregt hatte, kehrte der Eidgenosse zurück. Ohne viele Worte zu sagen, packte er seine Sachen zusammen und verschwand in der Garderobe.

Nach dem Gestellten im Anschwingen gegen Andy Signer war dieses Unentschieden ein empfindlicher Rückschlag im Kampf um den begehrten Kranz. Dank zwei souveränen Siegen durfte sich Schneider am Abend dennoch das Eichenlaub aufsetzen lassen. Von Blick auf seine Frust-Szene angesprochen, meint der Publikumsliebling: «Er hat entweder sofort den Griff losgelassen oder mich mit beiden Händen blockiert. Es ist schade, wenn jemand überhaupt nicht schwingen will. Das hat mich genervt.»

Alles in allem ist er aber zufrieden. «Ich kann wieder einigermassen befreit schwingen. Das freut mich.» Zu Saisonbeginn verpasste er an seinem Heimfest, dem Thurgauer Kantonalen, den Kranz. «Nach zwei Minuten im Kampf war ich verzweifelt und wusste nicht mehr, wie ich schwingen sollte.» Diese Blockade scheint nun gelöst.

Domenic Schneider war über den vierten Gang am St. Galler Kantonalen überhaupt nicht erfreut.
Foto: keystone-sda.ch

Neue Details zur ESAF-Kandidatur

Die Neuenburger Kandidatur für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im Jahr 2031 nimmt konkrete Formen an. Am Rande des Neuenburger Kantonalschwingfests hat das Kandidaturkomitee den genauen Austragungsort erstmals präsentiert und einen Situationsplan veröffentlicht. Demnach soll das Eidgenössische auf der Plaine d’Areuse zwischen See und Weinbergen stattfinden. Die Visualisierung zeigt die geplante Arena, das Schwingerdorf, Campingflächen und das Mobilitätskonzept. Das Bewerbungsdossier wurde Ende April beim Eidgenössischen Schwingerverband eingereicht. Über die Vergabe des ESAF 2031 entscheiden die Delegierten im März 2027. Neben Neuenburg kandidieren auch das Wallis und Genf für die Austragung des Grossanlasses. 

So soll das ESAF in Neuenburg 2031 aussehen.

Die Kilchberg-Champions

Vor fünf Jahren haben Samuel Giger, Damian Ott und Fabian Staudenmann punktgleich den Kilchberger Schwinget gewonnen. Noch immer gehören sie zu den Besten der Besten und wollen den Titel verteidigen. Wie schlagen sie sich auf dem Weg zum Saisonhighlight? Giger und Staudenmann geniessen ein freies Wochenende, während Ott beim St. Galler Kantonalen in die Zwilchhosen steigt. Er zeigt einen über weite Strecken äusserst souveränen Auftritt, gewinnt etwa im Anschwingen nach wenigen Sekunden gegen Roger Rychen und marschiert mit fünf Siegen in den Schlussgang. Dort kommts zum Duell mit seinem Kumpel Werner Schlegel. In den vier Aufeinandertreffen zuvor gewinnt Ott zweimal und zweimal gibts einen Gestellten. Nicht so in Schmerikon. Nach gut der Hälfte der Gangdauer wird Ott von einem Angriff überrascht und landet auf dem Rücken. Es ist seine zweite Niederlage in dieser Kranzfest-Saison. Dennoch beendet er das Fest auf Rang 2.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Schlegel setzt sich im Schlussgang im Bodenkampf durch
0:25
Am St. Galler Kantonalen:Schlegel setzt sich im Schlussgang im Bodenkampf durch
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Liebe Leserin, Lieber Leser
Der Kommentarbereich von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast. Noch kein Blick+-Abo? Finde unsere Angebote hier:
Hast du bereits ein Abo?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen