Die ganz grossen Favoriten halten sich auf der zweiten Etappe der Tour de France von Tarragona nach Barcelona noch etwas zurück: Weder Leader Jonas Vingegaard noch Titelverteidiger Tadej Pogacar wagen im hügeligen Finale rund um den Montjuïc in der katalanischen Hauptstadt einen ernstzunehmenden Angriff.
So nimmt nach 168,5 Kilometern auf spanischem Boden eine kleine Gruppe den 700 Meter langen Schlussanstieg zum Ziel beim Olympiastadion in Angriff. Dort lanciert Pogacars Teamkollege Isaac Del Toro den Sprint früh und zieht dann durch – auch weil Pogacar am Ende etwas Tempo rausnimmt und dem 22-Jährigen den Sieg überlässt.
Erster mexikanischer Etappensieg überhaupt
Del Toro schreibt damit auf seiner erst zweiten Tour-de-France-Etappe überhaupt Geschichte: Noch nie hat ein Mexikaner ein Teilstück des wichtigsten Radrennens der Welt für sich entscheiden können. Mit dem Sieg übernimmt er auch gleich das weisse Trikot des besten Jungprofis. Und dies, obschon er zunächst Pech hatte: Vor der Ankunft auf dem finalen Rundkurs in Barcelona hat er wegen eines Defekts sein Rad wechseln müssen.
Im Kampf um die Gesamtwertung holt Pogacar mit Rang zwei hinter seinem Teamkollegen sechs Bonussekunden und halbiert damit den Rückstand auf seinen ärgsten Rivalen Jonas Vingegaard, der im gestrigen Mannschaftszeitfahren vorgelegt hat, auf sechs Sekunden. Der Däne verteidigt aber das gelbe Leadertrikot. Dritter in Barcelona wird der Belgier Remco Evenepoel.
Bester Schweizer verliert Zeit
Nicht ganz mit den Besten mithalten kann im Finale Yannis Voisard: Der Captain des Schweizer Tudor-Teams verliert als 27. rund eine Minute auf Pogacar. Im Gesamtklassement macht er aber zwei Ränge gut und liegt neu auf Position 23.
Die Tour de France bleibt vorerst in schwerem Gelände: Auch am Montag liegt die Ziellinie nach fast 196 Kilometern zwischen Granollers und dem Pyrenäen-Skiort Les Angles am Ende einer kurzen Steigung.