Gleich zu zweit schafft es das norwegische Team Uno-X Mobility auf der siebten Etappe der Spanien-Rundfahrt in die Spitzengruppe – und nutzt diese Situation eiskalt aus. Als Andreas Leknessund in der Anfangsphase der knapp zehn Kilometer langen Schlusssteigung ins aragonische Skiresort Aramon Valdelinares angreift, kann ihm keiner mehr folgen.
Sein Teamkollege Tobias Johannessen lässt daraufhin die Beine hängen und schiebt die ganze Nachführarbeit auf Mitausreisser Wout van Aert ab. Dessen Kräfte reichen aber nicht mehr – und Leknessund fährt nach 150 schweren Kilometern mit über 3500 Höhenmetern mit rund 30 Sekunden Vorsprung zu seinem ersten Etappensieg an einer Grand Tour.
Und das mit Trauerflor: Die norwegischen Fahrer gedenken so ihres am Freitag verstorbenen Königs Harald (†89). Leknessund spricht nach seinem Sieg deshalb von einem «besonders speziellen Tag».
Hinter ihm lässt Landsmann Johannessen rund einen Kilometer vor dem Ziel van Aert noch stehen und sorgt damit für einen Doppelsieg des norwegischen Teams. Einen Trost gibt es für den Belgier trotzdem: Er übernimmt dank Etappenrang drei die Führung in der Punktewertung.
Die drei profitieren auch davon, dass es die Favoriten auf das Gesamtklassement lange etwas gemütlicher angehen lassen. Mit fast sieben Minuten Rückstand gehen sie in die Schlusssteigung, wo Gesamt-Leader Pogacar rund zwei Kilometer vor dem Ziel dann doch noch attackiert und so weitere Sekunden herausholt. Von seinem ersten Verfolger Enric Mas trennen ihn neu 3:50 Minuten.