Liechti springt nach Reusser-Aus in die Bresche
Silber-Coup von Rad-Juwel an der Heim-WM

Schweizer Medaillenjubel an der Heim-WM in Zürich. Jasmin Liechti muss sich im U23-Zeitfahren nur einer Konkurrentin geschlagen geben. Bei der Elite reichts derweil knapp nicht für eine Top-10-Klassierung.
Kommentieren

In Abwesenheit von Marlen Reusser (33) sind aus Schweizer Sicht alle Augen auf Elena Hartmann (33) gerichtet. Gelingt ihr vor heimischem Publikum im Zeitfahren die Sensation? Nein, schon bei der ersten Zwischenzeit wird klar, das wird nichts mit dem Medaillen-Exploit. Zu gross ist der Rückstand. Der Exploit gelingt stattdessen ihrer Landsfrau Jasmin Liechti (21). Sie holt in der U23 die Silbermedaille!

Schon der Start ins Rennen ist stark. Bei der ersten Zwischenzeit nach 10,4 km kommt Liechti als 26. des gesamten Feldes vorbei. In der U23 liegt sie aber schon da als Dritte auf Medaillenkurs. Und davon ist sie nicht mehr abzubringen. Lautstark angefeuert von den Zuschauern am Strassenrand zieht sie ihr Rennen durch. Nach 42:32,83 kommt sie im Ziel an. Damit setzt sie sich an die Spitze der U23-Wertung. Das Zittern um die Medaille beginnt.

Eine Konkurrentin nach der anderen fällt hinter Liechti zurück, kann ihr Edelmetall nicht mehr streitig machen. Am Ende reichts nicht für Gold – weil die Deutsche Antonia Niedermaier (21) ein ganz starkes Rennen zeigt. Bei der zweiten Zwischenzeit ist sie als Dritte auch bei der Elite noch voll auf Medaillenkurs. Am Ende schlägt sie Liechti um 2:11,69 Minuten und holt sich den U23-Titel. Die Freude bei Liechti ist trotzdem riesengross. Zu Hause eine WM-Medaille gewinnen – es gibt wohl kaum etwas Schöneres. «Es ist mega schön, ich hätte es nicht gedacht. Aber ich geniesse es sehr», sagt eine strahlende Liechti gegenüber SRF. Für die Schweiz ist es nach Gold von Franziska Matile-Dörig (32) im Para-Zeitfahren die zweite Medaille.

1/8
Jasmin Liechti gewinnt U23-Silber.
Foto: keystone-sda.ch

Olympiasiegerin doppelt nach

Und Hartmann? Auch sie darf mit ihrem Rennen trotz verpasstem Medaillen-Exploit zufrieden sein. Sie verpasst die Top 10 zwar knapp, beendet das Zeitfahren aber auf dem 13. Platz und damit sieben Positionen vor Liechti. «Ich habe meistens keine Zahl als Ziel», meint Hartmann gegenüber SRF. «Mir geht es darum, die Strategie umzusetzen.» Die erste Hälfte sei gut gewesen, die zweite nicht mehr so, fasst sie zusammen. «Alles in allem bin ich zufrieden.»

Der Titel geht an die Australierin Grace Brown (39:16,04). Die Olympiasiegerin von Paris, die mit 32 Jahren ihre Karriere nach dieser Saison beendet, verabschiedet sich mit Doppel-Gold von der Rad-Bühne. «Ich hatte grosse Ziele und konnte es durchziehen. Es ist einfach fantastisch», sagt sie im Interview nach dem Rennen. Ob sie ihr Karriereende nun verschiebt? «Nein, ich werde meine Karriere trotzdem beenden», sagt Brown. «Ich bin glücklich und freue mich, dass ich das so beenden konnte.»

Demi Vollering (27) aus Holland gewinnt mit 16,79 Sekunden Rückstand Silber, Bronze geht an die Amerikanerin Chloe Dygert (27). Sie kommt als letzte Fahrerin ins Ziel – und schnappt U23-Weltmeisterin Niedermaier die Medaille bei der Elite weg.

Das Zeitfahren im Ticker zum Nachlesen

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen