Curling-Heldin Stefania Constantini
Natürlich gehört Curling zu den Highlights! Denn mehr Stunden am TV mitfiebern geht bei keiner anderen Disziplin so gut wie bei der gemächlichsten Eissportart, die aber unglaubliche Spannung erzeugen kann. Das wirklich grosse Kino werden aber nicht unsere Teams von Silvana Tirinzoni und Yannick Schwaller sein, selbst wenn diese Gold abräumen. Die grosse Bühne gehört Stefania Constantini (26). Ihre Story? Sie wächst in Cortina auf, wo sie mit 8 Jahren von einer Schulkollegin aufs Eis geschleppt wird. Jetzt kehrt sie als grosser italienischer Sportstar in ihre Heimat zurück. Constantini war ein Nobody, als sie 2022 an der Seite von Amos Mosaner (30) sensationell Mixed-Doubles-Gold holte. Eine junge Frau aus Cortina ist plötzlich Olympiasiegerin – Italien hatte unverhofft das perfekte Aushängeschild für Milano/Cortina 2026 gefunden. Nun werden die Tifosi ihre Spiele zum Tollhaus machen – die ganzen zwei Wochen lang, denn Constantini spielt zuerst das Mixed-Doubles- und dann das Frauen-Turnier.
Curling:
4. bis 10. Februar: Turnier Mixed Doubles
12. bis 22. Februar: Turnier Frauen
Die Winterspiele heissen offiziell «Milano Cortina 2026». Genannt als Austragungsorte sind also Mailand als weltbekannte Metrople sowie Cortina d'Ampezzo als historische Olympiastätte, bereits vor 70 Jahren fanden hier Winterspiele statt.
Doch eigentlich ist Mailand/Cortina schlicht falsch. Die Italiener haben halb Norditalien zum Olympia-Gebiet gemacht. Die verschiedenen «Cluster» liegen teilweise hunderte Kilometer und mehrere Autostunden auseinander.
Denn auch einige der traditionellen Weltcup-Austragungsorte kommen zum Zug: In Bormio finden die Ski-Alpin-Rennen der Männer statt, dazu noch das Skibergsteigen. In Antholz die Biathlon-Rennen. Im Val di Fiemme, die Heimat der Tour de Ski, gibt es die nordischen Wettbewerbe mit Skispringen und Langlauf.
Livigno, nahe der Schweizer Grenze, ist der Hotspot für die Ski- und Snowboard-Freestyler. In Mailand selber finden lediglich die Eisdisziplinen Eishockey, Eisschnelllauf und Eiskunstlauf statt. Und in Cortina im neu hingeklotzten Eiskanal Bob, Rodeln und Skeleton, dazu Ski alpin der Frauen und Curling.
Es sind dezentrale Spiele – genauso plant die Schweiz seine Bewerbung für 2038 mit Wettkampfstätten im ganzen Land, damit möglichst wenig neu gebaut werden muss. (md)
Die Winterspiele heissen offiziell «Milano Cortina 2026». Genannt als Austragungsorte sind also Mailand als weltbekannte Metrople sowie Cortina d'Ampezzo als historische Olympiastätte, bereits vor 70 Jahren fanden hier Winterspiele statt.
Doch eigentlich ist Mailand/Cortina schlicht falsch. Die Italiener haben halb Norditalien zum Olympia-Gebiet gemacht. Die verschiedenen «Cluster» liegen teilweise hunderte Kilometer und mehrere Autostunden auseinander.
Denn auch einige der traditionellen Weltcup-Austragungsorte kommen zum Zug: In Bormio finden die Ski-Alpin-Rennen der Männer statt, dazu noch das Skibergsteigen. In Antholz die Biathlon-Rennen. Im Val di Fiemme, die Heimat der Tour de Ski, gibt es die nordischen Wettbewerbe mit Skispringen und Langlauf.
Livigno, nahe der Schweizer Grenze, ist der Hotspot für die Ski- und Snowboard-Freestyler. In Mailand selber finden lediglich die Eisdisziplinen Eishockey, Eisschnelllauf und Eiskunstlauf statt. Und in Cortina im neu hingeklotzten Eiskanal Bob, Rodeln und Skeleton, dazu Ski alpin der Frauen und Curling.
Es sind dezentrale Spiele – genauso plant die Schweiz seine Bewerbung für 2038 mit Wettkampfstätten im ganzen Land, damit möglichst wenig neu gebaut werden muss. (md)
Das neue Ski-Format
Dass für die Schweizer Fans die alpinen Skirennen Pflichttermine sind, versteht sich angesichts klingender Namen wie Marco Odermatt und Corinne Suter von selbst. Doch gilt das auch für die Team-Kombi, die Olympia-Premiere feiert? Ja, unbedingt. Der neue Wettbewerb verdrängt den Parallel-Mixed-Team-Wettbewerb aus dem Programm. Zwar konnten wir die Parallelrennen. Aber Team-Kombi können wir noch viel besser. In der neuen Disziplin bilden jeweils ein Speed- und ein Slalom-Fahrer ein Team. Die Premiere des neuen Formats an der Ski-WM 2025 gelang vorzüglich. Von sechs Medaillen gingen vier an die Schweiz. Das liessen wir uns auch 2026 gefallen.
Ski alpin, Team-Kombi:
9. Februar, 10.30/14.00 Uhr: Männer
10. Februar, 10.30/14.00 Uhr: Frauen
Olympia: Jetzt folgen und nichts von Odermatt und Co verpassen
Der Eiskunstlauf-Rekordläufer
Dieser Mann definiert Eiskunstlauf neu. Der US-Amerikaner Ilia Malinin (21) ist der einzige Athlet, der bisher im Wettkampf einen vierfachen Axel erfolgreich stehen konnte. Malinin ist Weltmeister von 2024 und 2025 und macht diese Saison klar, wer in Mailand Gold-Favorit ist. Er stellte im Dezember mit 238,24 Punkten einen neuen Kür-Weltrekord auf. Beide seiner russischstämmigen Eltern stammen aus dem Eiskunstlauf, beide starteten in den 90er-Jahren an Olympia für Usbekistan. Sein Talent war so offensichtlich, dass er schon als Teenager gut genug war, um eigentlich schon in Peking 2022 seine Olympia-Premiere zu feiern. Doch der Verband bot ihn lediglich als Ersatzläufer auf. Nun ist er beim Debüt Topfavorit – Malinins Auftritt wird ein Spektakel.
Eiskunstlauf, Männer, Einzel:
10. Februar, 18.30 Uhr: Kurzprogramm
11. Februar, 19.30 Uhr: Kür
Die beste Liga der Welt
Wow, wow, wow. Eigentlich könnte Olympia 2026 nur aus dem Männer-Eishockey-Turnier bestehen und wäre noch immer ein Hit. Der Grund trägt drei Buchstaben: NHL. Die beste Liga der Welt pausiert erstmals seit 2014 wieder, die ganzen Stars (okay, mit Ausnahme der Russen) können in Mailand um Olympia-Gold spielen. Die Kader sind derart hochkarätig, dass es auch schon in den Gruppenspielen zu Knallern kommt. Wie etwa bei Kanada – Tschechien, Schweden – Finnland, USA – Deutschland. Jedes der 32 NHL-Teams schickt mindestens einen Spieler nach Mailand. Bei Spitzenreiter Tampa Bay sinds sogar zehn.
Eishockey, Männer:
11. bis 21. Februar
Eine Kalifornierin als Wintersport-Legende
Wegen eines gewissen Iouri Podladtchikov schaffte selbst Snowboard-Ikone Shaun White dieses Kunststück nicht: dreimal in Folge die Olympia-Krone in der Halfpipe abzuräumen. Nun bietet sich bei den Frauen Chloe Kim (25) die grosse Chance auf das denkwürdige Triple. Die Amerikanerin schwang bereits 2018 und 2022 obenaus. Das Halfpipe-Final wird ein grosses Spektakel – denn ja, auch die Frauen halten bei der atemberaubenden Akrobatik-Entwicklung mit und meistern die Super-Pipe mit zigfachen Drehungen in luftiger Höhe. Und Kim sorgt unfreiwillig für Spannung: Wegen einer Schulterverletzung wird sie erst kurz vor Olympia aufs Brett zurückkehren können.
Snowboard Freestyle, Frauen:
12. Februar, 19.30 Uhr: Halfpipe, Final
Das Hass-Duell der deutschen Bob-Stars
Seit zig Jahren bekämpfen sich die deutschen Bob-Titanen Francesco Friedrich (35) und Johannes Lochner (35) um die Weltherrschaft im Eiskanal. Zuweilen heftigen Zoffs um die besten Anschieber inklusive. Nun gipfelt das Hass-Duell im finalen Aufeinandertreffen in Cortina – Lochner tritt nach Olympia zurück. Davor will der Bayer nichts lieber als den grossen und deutlich erfolgreicheren Rivalen ausstechen. Lange war Lochner der ewige Zweite mit den flattrigen Nerven, während Friedrich als vierfacher Olympiasieger, 16-facher Weltmeister und Rekordweltcupsieger zum erfolgreichsten Bobfahrer aller Zeiten wurde. Doch diesen Winter gurkt der Sachse hinterher – Lochner dominiert auch dank Ex-Friedrich-Anschieber Thorsten Margis die Saison. Aber Friedrich stichelt schon: «Wenn es entscheidend ist, haben wir es noch immer gedreht!»
Bob, Männer:
16. Februar, 10.00 Uhr: Zweierbob, Läufe 1 und 2
17. Februar, 19.00 Uhr: Zweierbob, Läufe 3 und 4
21. Februar, 10.00 Uhr: Viererbob, Läufe 1 und 2
22. Februar, 10.00 Uhr: Viererbob, Läufe 3 und 4
Auf Ski bergauf eilen
Die einzige neue Olympiadisziplin muss man einfach gesehen haben. Skibergsteigen, neudeutsch Ski Mountaineering kurz Skimo oder auch Skitourenrennen rückt mit der Sprint-Variante und einer Mixed-Staffel ins Programm. Das Rennen ist in eine Bergauf- und eine Bergabpassage aufgeteilt. Hoch eilen die Athletinnen und Athleten dank Fellen an den Ski, am Gipfel wird die Ausrüstung angepasst. Dann gehts wie bei einem Skirennen gewohnt durch ausgeflaggte Tore runter ins Ziel. Eine Runde der TV-tauglichen Sprintvariante dauert rund 3 Minuten. Das Schweizer Quartett Marianne Fatton, Caroline Ulrich, Jon Kistler und Arno Lietha besitzt gute Medaillenchancen.
Skibergsteigen:
19. Februar, 13.55 Uhr: Sprint Frauen, Final
19. Februar, 14.15 Uhr: Sprint Männer, Final
21. Februar, 13.30 Uhr: Mixed-Staffel
Schwedische Spielverderberin
Skicross ist Spektakel, Action, Adrenalin, Stürze und Siege. Und ein hervorragendes Pflaster für Schweizer Medaillen, bei den Männern gabs vor vier Jahren sogar einen Doppelsieg. Und bei den Frauen? Da sticht ein Name heraus. Sandra Näslund (29). Es ist das ewige Duell der Schwedin mit der Schweizerin Fanny Smith (33), das auch dieses Mal Action und Adrenalin verspricht. Die schwedische Spielverderberin gewann 2022 Olympia-Gold und ist dreifache Weltmeisterin. Wenn Näslund an einem Grossanlass aufs Podest fährt, ist sie immer Erste. Geht diese unglaubliche Serie weiter?
Skicross:
20. Februar, 12.35 Uhr: K.o-Phase Frauen
21. Februar, 12.35 Uhr: K.o.-Phase Männer
Die Frauen laufen weiter denn je
Was bei Sommerspielen der Marathon ist, ist bei den Winterspielen der 50-km-Lauf im Langlauf. Die ultimative Härteprüfung über die längste Distanz – die olympische Geschichte ist voller denkwürdiger Episoden aus dem 50er. Doch die Hauptdarsteller waren bisher immer männlich – die Frauen starten 2026 erstmals bei Olympia ebenfalls über 50 km. Bisher war schon bei 30 km Schluss. Nun traut das IOC im Namen der Gleichberechtigung auch den Frauen den ultimativen Marathon zu. 2025 gabs bereits den ersten 50er bei einer WM, er wurde zum Knaller: Die drei Stars Frida Karlsson (Sd), Heidi Weng (No) und Therese Johaug (No) machten die Medaillen im Sprint aus.
Langlauf, Frauen:
22. Februar, 10.00 Uhr: 50 km klassisch
Das römische Amphitheater
Die gleichzeitig in vier Olympia-Orten stattfindende Eröffnungsfeier mag mit dem Mailänder Fussballtempel San Siro ein berühmtes Zentrum haben, doch gegen die epische Eröffnungsmegashow von Paris 2024 mitten in der Stadt wird der erste Abend der Winterspiele zwangsläufig verblassen. Doch es gibt ja noch die Schlussfeier. Und die hat für einmal das Potenzial zur Legende: Sie findet in der Arena von Verona statt. Das weltberühmte römische Amphitheater ist rund 2000 Jahre alt, ist aber bis heute für Opern und Konzerte in Betrieb. Und nun als Schlusspunkt für die Winterspiele.
Schlussfeier:
22. Februar, 20.30 Uhr
