Norwegischer Ärger macht sich nach dem Slalom-Gold des Schweizers Loïc Meillard breit. Ins Visier der heftigen Kritik gerät dabei Thierry Meynet, einer der Trainer der Schweizer Slalom-Cracks.
Meynet befindet sich wenige Meter unterhalb des Ortes, an dem der norwegische Halbzeitführende Atle Lie McGrath im zweiten Lauf einfädelt. Dadurch ist Meillards Olympiatriumph in Bormio Tatsache. Meynets unmittelbarer Jubel darüber ist gross, er ballt zunächst die linke Faust, umarmt danach direkt auch noch einen österreichischen Betreuer (der sich über Silber von Fabio Gstrein freut), während ein frustrierter McGrath vorbeifährt und seine Stöcke fortwirft. Der 25-Jährige, der nach dem Tod seines Grossvaters mit einem Trauerflor fährt, zieht die Ski aus, verlässt die Strecke, stapft wutentbrannt davon und legt sich in Waldesnähe in den Schnee.
«Er hätte zwei Sekunden warten können, bis Atle vorbei war», regt sich im norwegischen TV die ehemalige Skirennfahrerin Maria Therese Tviberg, Olympiabronzemedaillengewinnerin von 2022 mit dem Team, über Meynets Verhalten auf. «Ich fragte mich, ob er hingeht, um ihn zu verprügeln. Ich wäre so wütend gewesen. Ich kenne diesen Trainer, und er kümmert sich nur um die Schweiz und seine Leute.»
Die ebenfalls im TV-Studio anwesende Ski-Ikone Kjetil André Aamodt sagt: «Ich hätte das nicht getan, wenn ich Schweizer Trainer wäre. Ich verstehe, dass er glücklich ist, aber sie haben bereits drei Olympiasiege errungen. Das war etwas Besonderes, aber es war wohl eine spontane Reaktion.» Der vierfache norwegische Olympiasieger glaubt, dass es Meynet nicht böse gemeint habe.
Schweizer Entschuldigung bei den Norwegern
Meynets Jubel hat auch Matteo Joris, dem Gruppencheftrainer der Schweizer Slalom-Asse, missfallen. «Ich habe mich deshalb bei den Norwegern entschuldigt», verrät Joris gegenüber Blick.
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