Schneefall und schlechte Sicht prägen den 1. Slalom-Lauf auf der Pista Stelvio. Damit am besten zurecht kommt Atle Lie McGrath: Der Norweger stellt gleich mit der Startnummer 1 eine Bestzeit auf, an der sich alle nachfolgenden Konkurrenten die Zähne ausbeissen – und dies deutlich: Loïc Meillard hat als erster Verfolger schon beinahe sechs Zehntelsekunden Rückstand, befindet sich zur Halbzeit aber mitten im Kampf um die Medaillen.
Nicht so die anderen Schweizer: Tanguy Nef, im Kombi-Slalom noch der Schnellste, liegt mit über zwei Sekunden Rückstand nur auf Rang 11. Aufgrund der schwierigen und unberechenbaren Bedingungen muss er seine Medaillenhoffnungen damit aber noch nicht begraben. Noch grösser ist die Hypothek von Daniel Yule und Mathias Iten.
Immerhin: Sie dürfen im zweiten Durchgang noch einmal ran – im Gegensatz zu zahlreichen Mitfavoriten, die früh ausscheiden. Darunter befinden sich auch der zweifache Slalom-Saisonsieger Paco Rassat und Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen.
Richardson Viano kann als richtiger Exot gelten. Der Haitianer trotzt dem starken Schneetreiben und kommt tatsächlich als 30. unten an. Sollte die Position Bestand haben, darf der 23-Jährige den Finaldurchgang eröffnen. Das wäre doch was!
Andrej Drukarov tut das ausgesprochen gut. Der Litauer zeigt den seit längerer Zeit besten Lauf, fährt mit gut sechs Sekunden Rückstand auf den 24. Platz.
Tomas Holscher aus Chile fährt auf Rang 27., also von den schwächeren Läufern schlagen sich einige doch recht gut und meistern diese nicht einfach Aufgabe auf der Pista Stelvio.
Danach gelingt Cormac Comerford eine Punktlandung auf den 30. Platz. Das ist nur bedingt ein Kunststück, denn der Ire ist damit aktuell Letzter und könnte das angesichts von fast zwölf Sekunden Rückstand noch eine Weile bleiben.
Nun gibt es für die Italiener etwas zu jubeln, denn Giovanni Ongaro ist gebürtiger Lombarde, wurde in Clusone geboren. Der 22-Jährige fährt für Italien und sortiert sich als 29. ein.
Soeben erreicht Matthieu Osch das Ziel, reisst jubeldn die Arme in die Höhe und freut sich, diesen Slalomdurchgang gemeistert zu haben - auch wenn der Luxemburger dabei acht Sekunden aufgebrummt bekommt.
Auf ganz ähnlichem Niveau ist Barnabás Szőllős unterwegs. Der für Israel startende Ungar reiht sich im Klassement als 26. ein.
Es gilt jeden im Ziel ankommenden Fahrer zu feiern. Das betrifft jetzt auch Marko Šljivić aus Bosnien-Herzegowina.
Soeben erreicht Jón Erik Sigurðsson das Ziel. Der Rückstand des Isländers bewegt sich bereits bei weit mehr als acht Sekunden. Im Moment ist das noch Platz 25 - mehr Sportler haben das Ziel nicht erreicht. Sigurðsson gibt im Ziel ein "Holy Shit" zum besten.
Nun geht es der zweite deutsche Fahrer an. Doch Fabian Gratz bekommt die Umstellung auf die engen Radien nicht hin, scheidet praktisch beim ersten Rhythmuswechsel aus.



