Die Medaillen
GOLD Loïc Meillard (SUI) 1.53,61
SILBER Fabio Gstrein (AUT) +0,35
BRONZE Henrik Kristoffersen (NOR) +1,13
Das Rennen
Für die Schweizer Ski-Männer gilt an diesen Olympischen Spielen: Fünf von fünf! In allen fünf Olympia-Rennen in Bormio fährt mindestens ein Schweizer in die Medaillenränge. Den Abschluss macht Loïc Meillard – und wie: Der 29-Jährige fährt im Slalom zu Gold. Es ist der erste Schweizer Olympiasieg in dieser Disziplin bei den Männern seit 1948 und erst der zweite überhaupt.
Dabei ist das Finale nichts für schwache Nerven: Meillard, als Halbzeit-Zweiter in die Entscheidung gestartet, liegt in seinem zweiten Lauf zwischenzeitlich hinter Fabio Gstrein zurück, dreht den Spiess im untersten Teil aber noch einmal um. Danach scheidet Atle Lie McGrath als Führender nach dem ersten Lauf aus – Meillards Gold-Coup steht fest. Es ist seine dritte Olympia-Medaille nach Silber in der Team-Kombination und Bronze im Riesenslalom. Hinter Meillard und Gstrein komplettiert Henrik Kristoffersen das Podest.
Nicht wirklich auf Touren kommen dagegen die anderen Schweizer: Tanguy Nef, im Kombi-Slalom vor einer Woche noch Laufschnellster, agiert im ersten Durchgang zu passiv und handelt sich so eine zu grosse Hypothek ein. Dennoch kommt er den Medaillenränge noch einmal nahe – am Ende fehlt auf Rang 6 eine knappe Sekunde auf das Podest. Matthias Iten (11.) und Daniel Yule (15.) sind im Kampf um die Medaillen schon zur Halbzeit chancenlos, können ihre Position mit ansprechenden zweiten Läufen aber immerhin noch etwas verbessern.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Loïc Meillard: «Schon die WM letztes Jahr, das sind Momente, die in Erinnerung bleiben. So zu gewinnen, mit Bestzeit im 2. Lauf, mit einem Lauf, in dem ich voll attackiert und alles probiert habe, ist einfach unglaublich. Es ist noch etwas anderes als die WM, es ist etwas, das nur alle vier Jahre passiert, und in einem Jahr alle drei Medaillenfarben zu holen, ist einfach unglaublich. Ich habe im 2. Lauf schon gemerkt, dass Fehler drin waren, aber ich habe wirklich alles probiert, gar nicht zurückgehalten. Darauf bin ich stolz. Der Druck, den ich mir selbst gemacht habe, war enorm und ich war auch müde vor dem zweiten Lauf und bin eigentlich froh, dass es jetzt fertig ist – aber einfach genial.»
Tanguy Nef: «Bei mir war es nach dem ersten Lauf zu spät. Ich bin enttäuscht darüber, aber ich gehe trotzdem mit einer Goldmedaille nach Hause und das ist schon riesig. Ich habe gewusst, es kann alles passieren auf dieser Strecke. Der Modus war ein bisschen falsch im ersten Lauf. Es sind kleine Sachen, dann war ich nicht mehr auf Podestkurs. Es ist so. Aber ich bin glücklich für Loïc und das ganze Team.»
Das gab zu reden
«In meinen Augen ist diese Slalom-Strecke nicht olympiawürdig», sagt Felix Neureuther, 2014 Sieger des bislang letzten Weltcup-Slaloms auf der Pista Stelvio, vor dem Rennen gegenüber Blick. Die Strecke sei zu wenig schwer für die Besten der Welt. Dennoch ist die Ausfallquote im 1. Lauf enorm hoch – von den 30 Top-Fahrer kommen nur 19 ins Ziel. Unter anderem müssen der zweifache Slalom-Saisonsieger Paco Rassat und Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen früh die Segel streichen. Dies dürfte allerdings eher mit den schwierigen äusseren Umständen (siehe «Die Bedingungen») als mit dem Kurs an sich zu tun haben.
Das gab zu reden II
Der beste griechische Skifahrer aller Zeiten tritt ab: AJ Ginnis, 2023 Vizeweltmeister im Slalom, bestreitet am Montag sein letztes Rennen, nachdem der 31-Jährige in den letzten Saisons mit gesundheilichen Problemen zu kämpfen hatte. Seinen letzten Auftritt nimmt er von Beginn weg locker und kurvt gemütlich (und mit einigen ausgelassenen Toren) ins Ziel.
Das gab zu reden III
Wie in olympischen Slalom-Rennen üblich, versuchen sich auch zahlreiche Ski-Exoten auf der Stelvio. Insgesamt 96 Fahrer aus 70 Nationen stehen am Start, wobei Khan Arif Mohd aus Indien als Letzer fast 26 Sekunden verliert. Allerdings: Das grosse Favoritensterben ermöglicht einigen Athleten aus kleineren Ski-Nationen den Sprung in die Top 30. So eröffnet der Isländer Jon Erik Sigurdsson trotz einem Rückstand von 8,37 Sekunden den zweiten Lauf – ein wohl unvergessliches Ergebnis für den 21-Jährigen, der normalerweise bei tieferklassigen FIS-Rennen unterwegs ist. Und der Haitianer Richardson Viano schafft es im 1. Lauf auf den 29. Rang.
Die Bedingungen
Dichter Schneefall und schlechte Sicht stellen die Athleten im Olympia-Slalom vor grosse Herausforderungen. Der viele Neuschnee macht die Strecke bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt mit der Zeit tendenziell langsamer. Eine tiefe Startnummer ist so sicher kein Nachteil, entsprechend setzen sich sich McGrath und Meillard mit den Startnummern 1 und 2 im ersten Lauf ab. Immerhin: Es schneit bei allen Fahrern, wodurch die Bedinungen diesbezüglich mehr oder weniger fair sind. Und: Vor dem 2. Lauf hört der Schneefall schliesslich auf, womit die äusseren Umstände in der Entscheidung deutlich besser sind – mit der Zeit drückt gar die Sonne durch.
So gehts weiter
Mit dem Slalom sind die Olympischen Spiele 2026 für die Alpin-Männer zu Ende gegangen. Das nächste Weltcuprennen in dieser Disziplin steht dann am 8. März im slowenischen Kranjska Gora auf dem Programm. Einen olympischen Medaillensatz im Ski alpin gibt es an den Spielen aber noch zu vergeben: Am Mittwoch geht der Slalom der Frauen über die Bühne (1. Lauf ab 10 Uhr).
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