Wer den Freestyle-Schneesport bisher etwas belächelt haben sollte: Der Moment ist spätestens jetzt gekommen, um damit aufzuhören. Denn der erneute Olympiasieg von Mathilde Gremaud im Slopestyle ist weit mehr als irgendeine Gratis-Medaille in einer vernachlässigbaren Randsportart.
Gremauds vierte Olympia-Medaille bedeutet eine Zäsur im Schweizer Wintersport. Mit der Freiburgerin steigt erstmals eine Frau in den Kreis der grössten Schweizer Wintersportlerinnen aller Zeiten auf, die nicht aus dem Ski alpin stammt.
Auf gleicher Stufe wie Schneider, Nadig, Figini, Gut-Behrami
Sie ist vierfache Olympia-Medaillengewinnerin, Weltmeisterin, Gesamtweltcup- und X-Games-Siegerin – der Name Gremaud gehört nun ganz selbstverständlich in die Reihe von legendären Namen wie Vreni Schneider, Marie-Therese Nadig, Michela Figini oder Lara Gut-Behrami.
Okay, natürlich bleibt Ski Freestyle eine Nische. Die Frage ist, wo. Denn genau genommen ist die Konkurrenz bei Gremaud und Co. deutlich globaler als im Ski Alpin, das ja eigentlich ausserhalb der Schweiz und Österreich kaum eine Nation als Kernsportart betreibt.
Im Freestyle ist die Weltspitze internationaler. Die Topstars kommen aus den USA, Kanada, Norwegen, aber eben auch aus Australien, Neuseeland, China und Japan.
Gremaud setzte sich einmal mehr gegen namhafte Konkurrenz aus vier Kontinenten durch. Und womöglich wiederholt sie es in Livigno am Montag im Big Air nochmals. Es winkt das fünfte Olympia-Podest mit erst 26 Jahren: Die Freiburgerin ist schon zu Aktivzeiten eine Schweizer Sport-Legende.
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