Auch Odermatt holt Medaille
Der dritte Streich! Von Allmen macht sich zum Gold-Giganten

Nach den Siegen in Abfahrt und Team-Kombi gewinnt Franjo von Allmen auch den Olympia-Super-G. Teamkollege Odermatt (r.) und der US-Amerikaner Cochran-Siegle komplettieren das Podest.
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Foto: Harald Steiner/GEPA/freshfocus
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Carlo SteinerRedaktor Sport

Die Medaillen

GOLD Franjo von Allmen (Sz) 1:25,32
SILBER Ryan Cochran-Siegle (USA) +0,13
BRONZE Marco Odermatt (Sz) +0,28

Das Rennen

Er tut es wieder! Franjo von Allmen fährt der Konkurrenz auch im Super-G davon und holt sich im dritten Olympia-Rennen die dritte Goldmedaille! Marco Odermatt wird neben seinem Teamkollegen auch vom US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle, der wie vor vier Jahren Silber gewinnt, geschlagen und holt Bronze. Bereits die Fahrt der Startnummer 1 Nils Allègre ist rückblickend richtig gut – in der Endabrechnung ist es der unglückliche vierte Rang. Weil Cochran-Siegle, der als Dritter startet, 18 Hundertstel schneller fährt, sitzt der Franzose aber nicht lange in der Leaderbox.

Hier fährt von Allmen zu historischem Olympia-Sieg
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Gold-Triple in Bormio:Hier fährt von Allmen zu historischem Olympia-Sieg

Als Siebter kommt Dominator von Allmen, der hauchdünn vor dem Amerikaner erneut zum Super-G-Sieg fährt. Im Weltcup gelang ihm das zuvor erst einmal. Odermatt, der zweifache Saisonsieger und Leader der Disziplinenwertung im Weltcup, wird seiner Favoritenrolle nur bedingt gerecht. 

Der grosse Geschlagene im Kreise der Favoriten ist der Italiener Dominik Paris. Der Südtiroler, der in Bormio schon elfmal aufs Podest gefahren ist, scheidet aus. Schon beim sechsten Tor fängt er einen Schlag ein und verliert den Aussenski. Er kann einen schweren Sturz zum Glück verhindern. Giovanni Franzoni, Silbermedaillengewinner in der Abfahrt, fährt die sechstschnellste Zeit. 

Die weiteren Schweizer

Als erster Schweizer startet Alexis Monney mit der Nummer 6. Er verliert kontinuierlich Zeit auf die zwischenzeitliche Bestzeit von Cochran-Siegle. Nach Platz fünf in der Abfahrt gibt es diesmal kein Diplom – Rang zehn ist es am Ende. Dasselbe gilt für Stefan Rogentin. Der Bündner, der in der bisherigen Saison im Super-G stets unter die ersten zehn gefahren ist und das auch heute tut, klassiert sich direkt vor Monney auf Platz neun. 

Die Stimmen (gegenüber SRF)

«Ich kann nicht viel mehr tun, als danke zu sagen», erwidert von Allmen die Gratulationen am Mikrofon. «Ich checke selber noch nicht ganz, was abgeht. Ich habe selber wirklich nicht gedacht, dass es reicht fürs Podest, als ich ins Ziel kam. Ich hatte das Glück auf meiner Seite mit der tiefen Startnummer, weil die Piste vielleicht etwas langsamer wurde. In der Kombi liefert Tanguy, wenn ich nicht 100 Prozent liefere. Es passt momentan einfach alles perfekt zusammen.»

«Bei Olympia muss man eine Medaille nehmen. Klar wollte ich Gold, aber Franjo ist einfach im Flow. Wenn man dann noch die ein, zwei kleinen Fehlerchen macht, reicht es nicht», meint Odermatt. «Wenn du mit Nummer zehn als Dritter ins Ziel kommst, rechnest du nicht mit einer Medaille. Ich dachte, es gibt wieder einen vierten oder fünften Rang», erklärt er seinen enttäuschten Blick nach der Zieleinfahrt. «Ich hatte unten auch beim sechsten Mal Runterfahren nicht die Geduld und die Coolness, um etwas mehr zu investieren. Bis dorthin wars eigentlich eine gute Fahrt. Dann bin ich ein, zwei Mal zu direkt und komme dadurch zu stark auf den Innenski.»

Cochran-Siegle: «Es ist schwer in Worte zu fassen. Ich verstehe jetzt, wie sehr ich in den letzten vier Jahren als Skifahrer gewachsen bin. Ich bin einfach dankbar, konnte ich rausgehen und so Skifahren.»

Rogentin: «Es war wie immer. Es fehlt etwas Kleines. Ich hoffe, es kommt noch in den letzten Rennen der Saison. Es ist ein Auf und Ab. Letztes Jahr ging es ring, dieses Jahr ist es etwas schwieriger. So ist es im Leben, es geht auf und ab.»

Monney: «Ich bin ein bisschen enttäuscht von mir. Ich bin überall ein bisschen zu nett und zu rund gefahren. Ich werde daraus lernen.»

Das gab zu reden

Franjo von Allmen, wer sonst!? Der Berner Oberländer holt im dritten Rennen seine dritte Goldmedaille bei den Spielen von Mailand und Cortina. Dreimal Gold an den gleichen Spielen? Das haben vor ihm erst zwei Männer (Sailer und Killy) und eine Frau (Kostelic) geschafft. Hinzukommt: Vor ihm gewann noch nie ein Schweizer Olympia-Gold im Super-G, der seit Calgary 1988 zum Programm gehört

Bereits an den Weltmeisterschaften in Saalbach vor einem Jahr holte der erst 24-Jährige zweimal Gold, bei Olympia setzt er nun neben dem Abfahrts- und Team-Kombi-Sieg noch den Super-G-Triumph oben drauf. Eine andere Farbe als Gold kennt von Allmen bei Grossanlässen scheinbar nicht. 

Die Bedingungen

Trotz einiger Wolken am Himmel scheint in Bormio die Sonne. Die Piste ist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in ausgezeichnetem Zustand. «Vielleicht hilft mir der Sonnenschein, weil die Piste so etwas langsamer wird», erklärt Sieger von Allmen, als von der zehnköpfigen Topgruppe alle im Ziel sind. Tatsächlich kommt den Top-Fahrern danach niemand mehr nahe. 

So gehts weiter

Am Donnerstag (11.30 Uhr) folgt der Super-G der Frauen. Bei den Männern sind die Speed-Rennen bei Olympia Geschichte. Am Samstag gehts im Riesenslalom (1. Lauf um 10 Uhr) mit den technischen Disziplinen weiter. Odermatt bietet sich dann die Chance, doch noch eine Goldmedaille mit nach Hause zu nehmen.

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