Acht Rennen, null Medaillen
Erlebt Shiffrin ihr nächstes Olympia-Debakel?

Was ist los mit Mikaela Shiffrin? Die Slalom-Dominatorin zeigte in Cortina ungewohnte Schwächen. Nach sieben Weltcup-Siegen diese Saison droht ihr ein Olympia-Déjà-vu. Mittwoch entscheidet sich alles.
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Es waren noch nicht die Olympischen Winterspiele von Mikaela Shiffrin. Die 30-jährige US-Frau holte in zwei Rennen keine Medaille.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mikaela Shiffrin bleibt ohne Medaille bei den letzten acht Olympia-Rennen
  • Im Slalom dominiert sie mit sieben Siegen aus acht Weltcuprennen
  • 2014 und 2018 holte sie Gold, hat jetzt 71 Weltcupsiege
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Mathias GermannReporter Sport

Sie ist die Beste der Welt. Vielleicht die Beste der Geschichte. Und doch fragen sich im italienischen Cortina viele: Was ist mit Mikaela Shiffrin (30, USA) los?

Nichts. Zumindest nichts Beunruhigendes. Das sagt sie. Das sagt ihr Team.

«Es war ein wunderbarer Skitag, mit sehr guten Bedingungen. Und Sonne. Einer jener Tage, die man geniessen kann», sagte sie am Sonntag nach Rang 11 im Riesenslalom. Shiffrin blieb fair, wie immer. Sie lobte die Gegnerinnen, suchte keine Ausreden. Es habe nicht viel gefehlt, das Rennen sei eng gewesen. 28 Hundertstel trennten sie vom Podest.

«Nein, es gibt kein Trauma»

Shiffrin holte 2014 Gold im Slalom, 2018 Gold im Riesenslalom. Dazu Kombi-Silber. Fakt ist aber auch: In ihren letzten acht olympischen Rennen ging sie leer aus. Sechs Nuller in Peking 2022, nun zwei weitere in Cortina. Ein Olympia-Trauma?

Christian Höflehner, Rennchef ihres Ausrüsters Atomic, winkt ab. «Nein, es gibt kein Trauma. Im Riesenslalom stand sie in dieser Saison nur einmal auf dem Podium.»

Er hat recht. Ein dritter Platz. Im Slalom dagegen dominiert Shiffrin: acht Weltcuprennen, sieben Siege, einmal Zweite. Sie ist die Fahrerin der Saison. Am Mittwoch gilt sie als Goldfavoritin.

Oder doch nicht?

Im Kombi-Slalom letzte Woche fuhr sie ohne sichtbaren Fehler nur die 15. Zeit. Sie verlor eine Sekunde auf Emma Aicher (22, D). Sogar Francesca Baruzzi Farriol (27) war schneller – die Argentinierin hat in ihrer Karriere einen einzigen Weltcuppunkt gewonnen.

Keine Olympiamedaille – es wäre verrückt

«Ich habe mich nicht richtig wohlgefühlt», sagte Shiffrin. Der Hang war flach und kurz. Camille Rast (26) nannte ihn «nicht olympiawürdig». Dazu kam der Kurs: sehr direkt gesetzt von den Österreichern. Shiffrin fand keinen Rhythmus.

Am Mittwoch droht ein Déjà-vu. Wieder steckt ein Österreicher zumindest den ersten Lauf: Klaus Mayrhofer, früher Trainer von Wendy Holdener (32). Setzt er erneut auf enge Tore und hohes Tempo? Oder wählt er grössere Abstände zwischen den Toren?

Shiffrin hofft auf Letzteres – so wie übrigens auch Rast. Sonst könnte die 71-fache Slalom-Weltcupsiegerin erneut leer ausgehen. Wie vor vier Jahren.

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