«Champion Olympique: Loïc Meillard!» Das klingt logisch, wie auch unfassbar. Die ganze Skiwelt weiss schon lange, dass Meillard bezüglich Skitechnik der beste ist. Aber irgendwie unfassbar, dass er nun in Bormio im entscheidenden Moment, beim Olympia-Slalom, auch der Schnellste und unbestritten der Beste war.
Ausgerechnet auf einer Piste, die überhaupt nicht auf ihn zugeschnitten war. Das bestätigte letzte Woche der «Testlauf», der Slalom der Team-Kombi. Über eine Sekunde Rückstand.
Loïc ging über die Bücher, analysierte und stellte sein eigenes Können in den Mittelpunkt. Fahr nicht gegen die anderen! Fahr für dich! So etwas können nur die Grössten und Besten, jene mit der grössten Wettkampfintelligenz.
Loïc Meillard definiert das vielzitierte «All in» neu
Wenn jemand wissen will, was das vielzitierte «All in» wirklich heisst und wie man es umsetzt, dann muss man sich die zwei Läufe von Meillard noch einmal in Ruhe anschauen.
Die perfekten Schwünge zu Beginn, um den Rhythmus zu finden. Eng an den Toren, aber zur Sicherheit immer mit einer Brise Distanz. Nie zu direkt, um im richtigen Moment loszulassen, ohne übermütig zu werden, und mit einem sauberen Schluss die Fahrten zu vergolden.
Das alles ohne einen Rutscher zuviel und ohne Zweifel für uns Zuschauer, dass etwas schief gehen könnte.
Dieses Männer-Team setzt neue Massstäbe
Mit dem ersten Schweizer Slalom-Olympiasieg seit 1948 setzt Meillard, zusammen mit Franjo von Allmen, auch der ganzen Schweizer Männer-Mannschaft eine verdiente Krone auf.
Seit der Ära Pirmin Zurbriggen – dem Besten in den 80er-Jahren – und mitten in der Ära Marco Odermatt, dem klar Besten heute, hat es olympisch gesehen nie ein erfolgreicheres Männer-Team gegeben als das aktuelle.
Vier von fünf möglichen Goldmedaillen im Ski alpin – das ist so etwas wie ein Weltrekord.
