Darum gehts
- Alena Marx (25) reinigte mit «Rheingeworfen» den Rhein in Basel
- Überraschende Funde: Schmuck, ein grosses Messer und viele Scherben
- Zwölf Freiwillige sammelten vier Stunden lang Abfall aus dem Fluss
Normalerweise kämpft Alena Marx (25) im Kajak-Cross um Weltcupsiege und Medaillen. Nun tauschte die Weltmeisterin und Olympiateilnehmerin ihr Kanu gegen Taucherbrille, Handschuhe und ein Netz ein: Gemeinsam mit dem Basler Verein Rheingeworfen beteiligte sich die Bernerin an einer Rheinreinigungsaktion und zeigte sich überrascht, was auf dem Gewässergrund alles zum Vorschein kam.
Der Bezug zum Wasser begleitet Marx schon ihr ganzes Leben. Aufgewachsen ist sie im Berner Altenbergquartier direkt an der Aare. Seit fünf Jahren lebt die Sportwissenschaftsstudentin mittlerweile in Basel. «Als Kanufahrerin bin ich ständig auf und im Wasser unterwegs. Da sieht man immer wieder Abfall oder sogar Velos im Fluss», sagt Marx im Interview mit Blick. Auf die Aktion aufmerksam geworden sei sie durch ein Medienprojekt. «Ich kannte den Verein vorher nicht, aber das Thema liegt mir am Herzen.»
Von Schmuck bis zu einem grossen Messer
Vier Stunden lang war Marx mit rund einem Dutzend weiteren Freiwilligen im Einsatz. Die Gruppe arbeitete sich flussabwärts vor, tauchte immer wieder ab und brachte den gesammelten Abfall ans Ufer zurück. Dabei machte die Kajakweltmeisterin einige überraschende Entdeckungen.
«Es war fast wie eine Schatzsuche», erzählt sie. Besonders in Erinnerung geblieben seien ihr zahlreiche Schmuckstücke wie Ohrringe und Ringe. Gleichzeitig habe sie aber auch schockierende Funde gemacht. «Wir haben ein relativ grosses Messer gefunden. Und erschreckend war vor allem, wie viele Scherben dort liegen, wo Menschen baden gehen.»
Verschmutzte Gewässer auch im Spitzensport ein Thema
Als Leistungssportlerin erlebt Marx die Folgen verschmutzter Gewässer auch international. Besonders Wettkämpfe in Prag seien ihr in Erinnerung geblieben. «Gerade am Anfang hatten wir dort oft Magen-Darm-Probleme.» Auf anderen Wettkampfstrecken treffe sie ebenfalls immer wieder auf Abfall im Wasser. Die Aktion in Basel habe sie deshalb zusätzlich sensibilisiert. «Ich würde sofort wieder mitmachen – auch mit Freunden. Man tut etwas Gutes und erlebt gleichzeitig etwas Besonderes.»
Für Marx geht es nun allerdings wieder zurück in den Spitzensportalltag: In wenigen Wochen beginnt für die Schweizerin mit der WM in den USA die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 – ihr grosses sportliches Ziel.