Das Spiel
Drittes Spiel, dritter Sieg! Die Nati gewinnt in Schweden dank einer reifen Leistung, einem Xhaka-Penalty – und einer Prise Glück – mit 2:0. Die WM-Quali könnte schon am Montag in Ljubljana gesichert werden.
Es ist von Anfang an Schwung im Spiel – mit der Nati in der klar aktivieren Rolle. Chancen gibts aber hüben wie drüben. In den ersten fünf Minuten taucht die Nati viermal vor dem Schweden-Tor auf, die Gastgeber können ihrerseits einen Akanji-Fehlpass nicht ausnutzen.
In der Folge nimmt die Kadenz der Torchancen zwar etwas ab, gute Möglichkeiten gibts aber dennoch: Wiederum Embolo und auf der anderen Seite Bergvall setzen ihre Kopfbälle knapp links daneben (13./15.).
Beinahe zwei Drittel Ballbesitz hat die Schweiz in der ersten Halbzeit. Die Nati bestimmt das Spielgeschehen. Und trotzdem wirds zweimal brandgefährlich: 140-Millionen-Mann Isak kommt aus rund fünf Metern zum Abschluss (26.). Mit viel Glück geht der Ball an den Pfosten. Und dann bringt Bergvall kurz vor der Pause das Kunststück fertig, die Kugel vor dem leeren Tor zu verstolpern. Als Schiri Taylor dann zur Halbzeit pfeift, hat die Schweiz – trotz starkem Auftritt – Glück, dass es noch 0:0 steht.
Auch nach dem Seitenwechsel hat das Team von Murat Yakin deutlich mehr Ballbesitz und die besseren Chancen. Vargas scheitert nach einer Rieder-Flanke aus nächster Nähe per Kopf und Nachschuss am schwedischen Schlussmann. Dann kommt der eingewechselte Sow, der den entscheidenden Penalty rausholt.
Kurz nach dem Führungstor könnte Embolo den Sack zumachen, er scheitert aber – einmal mehr per Kopf – an Verteidiger Gudmundsson, der eher zufällig mit dem Rücken abwehrt. Bis auf eine weitere Grosschance des unglücklichen Bergvall halten die Schweizer ihr Tor bis zum Schluss sauber.
Die Tore
65. Minute, Granit Xhaka, 0:1. Ndoye lanciert den frisch eingewechselten Sow über links. Der Zürcher wird an der Strafraumgrenze von Bernhardsson leicht in den Rücken gestossen und fällt. Der Penalty-Entscheid hält dem VAR-Check stand. Xhaka haut den Ball hoch in die Mitte.
90.+4 Minute, Johan Manzambi, 0:2. Freuler erobert mit Embolos Hilfe den Ball und passt zu Manzambi. Der Mann vom SC Freiburg zieht über rechts los und schiesst einfach mal aus spitzem Winkel. Die Kugel wird noch von Verteidiger Hien abgefälscht und springt unhaltbar für Johansson ins Netz.
Der Beste
Remo Freuler. Wahnsinn, was der Bologna-Mann im Mittelfeld wegräumt. Erobert sieben Bälle, verliert keinen einzigen Zweikampf und glänzt mit einer Passquote von 94 Prozent.
Der Schlechteste
Viktor Gyökeres ist in diesem Sommer für 65 Millionen Euro von Sporting Lissabon zu Arsenal gewechselt. Im Trikot der schwedischen Nationalmannschaft hat die Torkanone aber massive Ladehemmungen. Zeigt im Spiel gegen die Schweiz keinen Grund, wieso man zuvor Angst vor ihm hatte.
Das gab zu reden
Eigentlich ist die Gastfreundschaft etwas, dass die Schweden auszeichnet. Nicht so am Freitag in der Fankurve der Gastgeber. Während der Schweizer Hymne gibt es lautstarke Pfiffe. Alles andere als die feine Art.
Die Fans
50’151 Fans in der Strawberry Arena, rund 1800 davon aus der Schweiz. Die einheimischen Fans sorgen nicht nur für Pfiffe bei der Schweizer Hymne, sondern auch bei der Vorstellung des Trainers Jon Dahl Tomasson vor dem Spiel. Nach der Niederlage dürfte die Meinung über den Nationaltrainer alles andere als besser geworden sein.
Die Schiris
Was muss eigentlich passieren, damit Anthony Taylor eine Gelbe Karte verteilt? Motzen. Dafür kassiert Manuel Akanji Gelb. Aber sonst lässt der Engländer sehr viel durchgehen. Als Breel Embolo beispielsweise kurz nach der Pause vor dem schwedischen Strafraum gelegt wird, verzichtet der Engländer auf die längst überfällige Verwarnung.
So gehts weiter
Die Schweiz reist am frühen Samstagabend weiter in die slowenische Hauptstadt Ljubljana, wo am Montagabend (20.45 Uhr) das nächste Quali-Auswärtsspiel ansteht. Schweden spielt parallel in Göteborg gegen den Kosovo.
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