Darum gehts
- Norwegen feiert historischen Sieg gegen Brasilien bei der WM 2026
- Viking Row begeistert Fans weltweit, sogar im norwegischen Parlament
- Erfinder Ole Fröystad inspirierte sich an Rosenborg Trondheim vor zehn Jahren
Norwegen schwebt momentan auf Wolke sieben: Nach dem sensationellen Achtelfinal-Sieg gegen Rekordweltmeister Brasilien herrscht im Land absoluter Ausnahmezustand. Der Einzug in den Viertelfinal ist schon jetzt das beste Ergebnis der Skandinavier bei einer WM-Endrunde.
Doch nicht nur die Profis auf dem Rasen begeistern die Fussballwelt. Abseits des Platzes sorgen die norwegischen Fans für eines der absoluten Turnier-Highlights.
Die Rede ist natürlich vom «Viking Row» – dem Wikinger-Rudern, das in den letzten Wochen weltweit viral ging. Das Prinzip hinter dem Hype ist so simpel wie mitreissend: Die Fans setzen sich auf den Boden, als würden sie in einem Wikingerschiff sitzen. Nach zwei Trommelschlägen ziehen alle an einem imaginären Ruder und rufen laut «Ro» – was auf Norwegisch rudern bedeutet. Das Tempo steigert sich, bis die Menge wie wild rudert und schliesslich in kollektiven Jubel ausbricht.
Virales Phänomen ohne Grenzen
Während der Spiele dröhnt der Fangesang von den Rängen, und nach jedem Sieg stimmen die Norwegen-Stars rund um Erling Haaland (25) die Feier direkt mit der Fankurve an.
Der Hype kennt dabei längst keine Grenzen mehr und schwappt weit über die Stadiontore hinaus: In New York verwandelten Anhänger den weltberühmten Times Square in ein riesiges, imaginäres Wikingerschiff, und selbst im norwegischen Parlament wurde schon gerudert. Vor der Konkurrenz macht der Trend ebenfalls nicht halt – so kopierten auch die mexikanischen Nationalspieler die Choreografie. Sogar bis ins SRF-Studio hat es der «Viking Row» geschafft, als die anwesenden Fans in der Halbzeitpause des Sechzehntelfinals gegen die Elfenbeinküste im Einklang ruderten.
Der Mann, der die Wikinger weckte
Doch wie entstand diese Bewegung, die von dieser WM nicht mehr wegzudenken ist? Der Ursprung des Phänomens führt zu Ole Fröystad. Der Erfinder, der inzwischen den Spitznamen «Mr Row Row» trägt, folgte einem ganz bestimmten Antrieb. Gegenüber ABC Sport erklärte er seine Motivation: «Ich wollte etwas tun, um der Mannschaft auf dem Spielfeld zu helfen. Ich dachte, wir brauchen etwas Kulturelles, das zeigt, woher wir kommen. Etwas Wikingerhaftes, das pure Kraft ausstrahlt.»
Die zündende Idee dazu ist allerdings kein Zufallsprodukt, sondern reifte über Jahre. Wie Fröystad gegenüber der «Gazzetta dello Sport» und ABC Sport verriet, inspirierten ihn die Fans des norwegischen Spitzenklubs Rosenborg Trondheim. «Das war etwas, das ich vor etwa zehn Jahren gesehen habe», erinnert sich Fröystad.
Als er im letzten Jahr an neuen Fangesängen für die Nationalmannschaft tüftelte, kam ihm die Erinnerung an Rosenborg wieder in den Sinn: «Ich war fasziniert von der Wucht, mit der sie den ersten Teil ihres Namens – dieses kraftvolle ‹Ro› – herausschrien. Und plötzlich ging mir ein Licht auf: ‹Ro› bedeutet ja auch rudern. Genau das, was die Wikinger vor ihren Schlachten taten. Da dachte ich nur: Oh mein Gott, das ist der Fangesang!»
Vom Geistesblitz zur globalen Welle
Dann habe er die verschiedenen Elemente miteinander kombiniert, bis schliesslich das Konzept entstand, das jetzt vorliegt. Mit dieser Idee wandte er sich an die norwegische Fangruppe Oljeberget. Gemeinsam feilten sie an der perfekten Ausführung und bauten den markanten Trommelrhythmus ein.
Der Rest ist Fussballgeschichte. «Es hat ihnen gefallen, und sie haben es ins Stadion getragen», freut sich Fröystad. Nun lebt der Gesang auf der grössten aller Bühnen weiter – und treibt Norwegens Fussballmärchen Zeile für Zeile beziehungsweise Ruderschlag für Ruderschlag weiter voran.
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