Nach dem bitteren WM-Aus gegen Argentinien ziehen SFV-Präsident Peter Knäbel, Nati-Direktor Pierluigi Tami und Trainer Murat Yakin trotz der Enttäuschung eine positive Bilanz. «Wir sind traurig. Das darf man einen Tag nach dem Spiel auch sein. Aber wir sind vor allem auch stolz», sagt Knäbel. Das Turnierziel sei erreicht worden. Auch Tami betont: «Wir müssen stolz sein, wie uns unsere Mannschaft in so einem grossen Turnier repräsentiert hat.»
Yakin richtet den Blick bereits nach vorne. «Wir sind noch lange nicht am Ende», sagt der Nationaltrainer und verweist auf die gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. «Stand jetzt weiss ich von keinem Spieler, der aufhören möchte. Aber da werden sicher Gespräche in den nächsten Tagen stattfinden», ergänzt er. Gleichzeitig stellt er klar, dass seine Zukunft kein Thema sei: «Ich habe grosse Lust und Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Für mich gibt es null Gedanken daran, einen anderen Weg einzuschlagen.»
«Spielten gegen Schiri und VAR»
Deutlich wird Trainer Yakin zur Schiedsrichterleistung gegen Argentinien. Die Schweiz habe «nicht nur gegen ein grosses Argentinien und den Weltmeister gespielt, sondern auch gegen 70'000 argentinische Fans, den Schiedsrichter und den VAR». Für Unmut sorgt bei Yakin vor allem der Platzverweis gegen Breel Embolo: «Die Regel finde ich unnötig.» Knäbel fordert ebenfalls eine konsistente Regelauslegung, betont aber: «Wir wollen keine schlechten Verlierer sein.»
Als Highlight des Turniers nennen Knäbel und Yakin den Achtelfinal gegen Kolumbien mit dem gewonnenen Penaltyschiessen. Tami hebt vor allem die Entwicklung der Mannschaft hervor: «Ich habe das Turnier genossen. Wir haben ein reifes Nationalteam gesehen.»
Die PK im Ticker zum Nachlesen:
Tami: «Habe es genossen»
Pierluigi Tami: «Ich habe das Turnier genossen. Ich war überzeugt, dass wir dieses Resultat erreichen. Wir haben ein reifes Nationalteam gesehen.»
Peter Knäbel: «Wir sind traurig. Das darf man einen Tag nach dem Spiel auch sein. Aber wir sind vor allem auch stolz.»
Knäbel über Prämien
Peter Knäbel: «Alles, was wir gewinnen, werden wir reinvestieren. Uns bleiben ungefähr drei Millionen Prämie übrig. Es kommt darauf an, wie viele Steuern wir bezahlen müssen. Es ist vergleichbar mit dem Turnier in Katar, aber hier waren die Ausgaben deutlich höher.»
Yakin über seine Schauspiel-Video
«Nein, absolut nicht. Schauspielerei ist nichts für mich. Wir leben ja schliesslich auch ein Stück weit im Showbusiness. Da mache ich zur Auflockerung gerne mit. Manchmal fühle ich mich in der Mannschaft sogar ein bisschen wie James Bond.»
Highlight des Turniers
Peter Knäbels Highlight des Turniers: «Der Moment gegen Kolumbien. Elfmeterschiessen. Ich denke dieser Moment hat viel in den Köpfen verändert.»
Murat Yakin schliesst sich hier an, betont aber auch die Wichtigkeit der alltäglichen Arbeit des Staffs und der Spieler.
Für Pierluigi Tami ist die Bestätigung der Qualität der Mannschaft das Highlight der WM.
Aufgebot junger Spieler
«Wir haben die besten Spieler aufgeboten. Auch in den nächsten Kampagnen wollen wir ambitioniert sein. Gleichzeitig gibt uns, vor allem die Nations League, die Gelegenheit, jungen Spielern eine Chance zu geben.»
Yakin über seine Zukunft
«Ich hoffe nicht, dass ihr jetzt denkt, ich mache eine Karriere als Schauspieler», scherzt Murat Yakin in Anlehnung an das Video vor dem Argentinien-Spiel. «Ich bin nach wie vor sehr gerne Trainer und stolz, Schweizer Nati-Trainer zu sein. Ich habe grosse Lust und Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Für mich gibt es null Gedanken daran, einen anderen Weg einzuschlagen.»
Das hat Yakin den Spielern nach dem Spiel gesagt
Yakin: «Es braucht eine Weile, bis man das realisiert. Unmittelbar nach dem Spiel habe ich den Spielern gesagt, dass sie stolz auf ihre Leistung sein können.»
Yakin blickt in die Zukunft
Yakin: «Wir sind noch lange nicht am Ende. Wir haben eine gute Mischung an Spielern. Wir haben immer wieder junge Spieler integriert. Es wäre fatal wenn Spieler bei Null anfangen, wenn jemand aufhört. Stand jetzt weiss ich von keinem Spieler, der aufhören möchte. Aber da werden sicher Gespräche in den nächsten Tagen stattfinden.»
Konsistente Regelauslegung
Knäbel: «Die Regelauslegung sollte während des gesamten Turniers und auch innerhalb eines Spiels konsistent sein. Aber wir wollen keine schlechten Verlierer sein.»
Yakin: «Finde die Regel unnötig»
Yakin: «Für mich war die erste Gelbe Karte nicht notwendig. Er trifft den Gegner in keiner Weise. So theatralisch, wie dieser gefallen ist, da hätte auch der VAR einschreiten können. Das hat mit Fussballverstand überhaupt nichts zu tun. Die Regel finde ich unnötig. In einer Zone, die überhaupt keine Bedeutung gehabt hat für das Spiel ... da müssen sie schon noch einmal über die Bücher.»
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