Das Spiel
Für Österreich und Algerien geht es zum Abschluss der Gruppe J um alles. Eine Niederlage und man fliegt. Allerdings hätten sich beide Mannschaften auch mit einem Unentschieden in die nächste Runde retten können. Nach einem Nichtangriffspakt sieht es zu Beginn der Partie aber nicht aus. Es wird munter nach vorne gespielt. Nach rund einer halben Stunde ist es Stürmer und Altmeister Marko Arnautovic, der die Österreicher nach einem Konter in Führung schiesst.
Danach passiert aber das, was man im Vorfeld erahnen konnte. Das Team von Trainer Ralf Rangnick zieht sich zurück und überlässt Algerien das Spiel. Erst trifft Farès Chaïbi nur den Pfosten, ehe kurz vor dem Pausenpfiff Rafik Belghali für den algerischen Ausgleich sorgt.
Nach dem Pausentee nimmt Rangnick dann drei Wechsel vor. Offensivfussball kriegt man aber trotzdem lange nicht gezeigt. Es scheint, als hätten sich beide Teams bereits sehr früh auf das Unentschieden geeinigt. Bis es dann in der 55. Minute dann doch schnell geht. Marcel Sabitzer vollendet einen Konter mustergültig.
Das Gegentor ist wieder ein Wachmacher, da nun auch Algerien wieder gefordert ist. Und die Antwort der Wüstenfüchse lässt nicht lange auf sich warten. Dieses Mal geht es für Österreich zu schnell und Riyad Mahrez zimmert den Ball zum Ausgleich in die Maschen.
Nach der zweiten Trinkpause ist das Ziel der beiden Teams dann klar: Nur ja keinen Fehler machen, denn dieser würde das Aus bedeuten. Doch es passiert das Unmögliche: Nachdem mehrere Minuten nur ein Ballgeschiebe stattgefunden hat, trifft Mahrez erneut und sorgt so für die vermeintliche Vorentscheidung. Vermeintlich, weil jetzt Österreich alles nach vorne schmeisst und tatsächlich den erneuten Ausgleich erzielt. Chaos pur, das eigentlich schon ausgeschiedene Österreich schafft tatsächlich die erneut irre Wende und steht wie Algerien in der K.o.-Phase.
Die Tore
28. Minute, Marko Arnautovic, 0:1. Verteidiger David Alaba spielt einen perfekten Ball in den Lauf von Marko Arnautovic. Im Fallen zieht dieser ab und düpiert mit einer Doppelberührung den algerischen Goalie Oussama Benbot (siehe: Das gab zu reden II).
45. Minute, Rafik Belghali, 1:1. Was ein kurioses Tor: Philipp Mwene will einen weiten Ball ins Aus rollen lassen. Die Kugel prallt aber von der Eckfahne ab. Riyad Mahrez setzt nach und lanciert Rafik Belghali, der humorlos zum Ausgleich trifft.
55. Minute, Marcel Sabitzer, 1:2. Für einmal ist Algerien in der Defensive nicht sortiert. Konrad Laimer wird in die Tiefe geschickt. Der Bayern-Profi sieht in der Mitte, dass Marcel Sabitzer völlig alleine dasteht. Der nimmt das Geschenk dankend an.
60. Minute, Riyad Maherz, 2:2. Es ist fast eine Kopie des 1:2. Dieses Mal ist Österreich im Tiefschlaf. Mahrez schleicht sich im Rückraum von seinem Gegenspieler weg und schiebt ins leere Tor ein.
90.+3 Minute, Riyad Mahrez, 3:2. Algerien dreht die Partie tatsächlich. Ibrahim Maza schickt Mahrez mit einem perfekten Steilpass auf die rechte Seite. Der Routinier zieht alleine aufs Tor und versenkt den Ball mit dem rechten Fuss souverän im langen Eck.
90.+6 Minute, Sasa Kalajdzic, 3:3. Was für ein Schlussakkord! Österreich wirft in der Nachspielzeit nochmals alles nach vorne. Michael Gregoritsch verlängert eine hohe Hereingabe per Kopf in den Fünfmeterraum, wo der kurz zuvor eingewechselte Sasa Kalajdzic am höchsten steigt und den Ball wuchtig zum umjubelten Ausgleich einköpfelt.
Das gab zu reden
Die Ausgangslage vor dem Spiel ist schon kurios gewesen. Mit einem Remis, hätten sich beide Teams für die K.o.-Phase qualifiziert. Im Vorfeld wurde darüber spekuliert, ob es zur Neuauflage der «Schande von Gijon» kommt. Die Sorgen sind zumindest zu Beginn aber unbegründet. Zwar ist eine gute Portion Vorsicht mit im Spiel, eine Niederlage hätten sich aber beide Teams nicht leisten können.
Das gab zu reden II
Der Schweizer Ex-Nati-Trainer Vladimir Petkovic rasiert seinen Stammgoalie vor dem letzten Gruppenspiel. Luca Zidane, der Sohn von Frankreich-Legende Zinedine Zidane, gab in den ersten beiden Partien keine gute Figur ab. Petkovic macht kurzen Prozess und lässt im entscheidenden Spiel Ersatz-Torwart Oussama Benbot zwischen die Pfosten.
So gehts weiter
Dank des Punktgewinns der Algerier steht das Team von Vladimir Petkovic tatsächlich in der K.o.-Phase. Dort trifft der Ex-Nati-Trainer auf die Schweiz – es kommt also zum Wiedersehen. Auch Österreich ist eine Runde weiter und muss gegen Europameister Spanien ran. Bitter ist die ganze Geschichte für den Iran: Dieser muss die Koffer packen.






