Fifa-Experte Zuberbühler über die WM-Aufstockung
«Die Kritiker sind eines Besseren belehrt worden»

Die ersten 72 Spiele der grössten WM der Geschichte sind absolviert. Fifa-Experte Pascal Zuberbühler zieht eine erste Bilanz – und verrät erste spannende Zahlen.
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Pascal Zuberbühler ist seit 2017 für die Fifa im Einsatz.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Pascal Zuberbühler (55) analysiert als Fifa-Experte seine dritte WM
  • Kap Verde beeindruckt mit starker Verteidigung und gezielten Kontern
  • Nur 30 % der Abstösse durch Goalies, Fussparaden nehmen stark zu
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Lucas WerderReporter Fussball

Als Spieler hat Pascal Zuberbühler (55) zwar nur eine einzige WM miterleben dürfen, als Leiter der Technical Study Group der Fifa nimmt der Ex-Nati-Goalie in Nordamerika nun aber bereits an seinem dritten WM-Turnier teil. Nach Abschluss der Gruppenphase wird das Experten-Gremium am Montag in Miami seine ersten Erkenntnisse aus den ersten 72 Spielen präsentieren. Für Blick macht Zubi aber eine Ausnahme und verrät bereits einige Zahlen und Statistiken.

Er ist begeistert von der bisher grössten WM der Geschichte. «Es ist ein fantastisches Turnier. Und das sage ich nicht nur, weil ich ein Fifa-Shirt anhabe. Alle, die aufgrund der Aufstockung auf 48 Teams kritisch waren, sind eines Besseren belehrt worden. Wir haben gesehen, dass überall auf der Welt guter Fussball gespielt wird», so Zubis Fazit.

Zubi ist Fan von Kap Verde

Dass es im bisherigen Turnier immer wieder zu kleineren Überraschungen gekommen ist, macht er vor allem an einem Umstand fest: «Es gibt viele Teams, die unter anderem auch mit einem tiefen Block hervorragend verteidigen können.» Das zeigt sich auch daran, dass an dieser WM bislang vergleichsweise weniger Pässe innerhalb des gegnerischen Strafraums gespielt werden. Auch die Anzahl an Aktionen, in denen ein Goalie bei einem gegnerischen Pass im Sechzehner zu einem Eingriff gezwungen wird, hat abgenommen.

Bei Spielen wie dem 0:0 zwischen England und Ghana hat Zubi darum wenig Verständnis für die heftige Kritik am Offensivspiel der Three Lions. «Wir schätzen das anders ein. Für uns hat vor allem Ghana hervorragend verteidigt.» Eine der Mannschaften, die das Verteidigen in einem tiefen Block am besten beherrscht, ist Kap Verde. «Dahinter steckt ein klarer Plan. Sie sind sich ihrer Qualitäten bewusst», erklärt Zubi. Der WM-Debütant verbringt zwar über die Hälfte der Spielzeit verteidigend im eigenen Drittel – mehr als jedes andere Team. «Aber wenn sie den Ball erobern, wissen sie ganz genau, wie es nach vorne gehen soll. Die Qualifikation für die nächste Runde ist kein Zufall!»

Goalies machen immer weniger Abstösse

Eine extreme Entwicklung hat die Technical Study Group auch bei den Abstössen festgestellt. An der WM 2018 wurden noch fast 100 Prozent von Goalies ausgeführt. Im laufenden WM-Turnier sind es noch um die 30 Prozent. Beim Grossteil der Abstösse wird der Ball inzwischen durch einen Pass vom Verteidiger zum Goalie ins Spiel gebracht. «Von da wird das Spiel dann aufgebaut», so Zubi. Allerdings wird dabei nicht immer zwingend langsam von hinten raus kombiniert. Auch die Anzahl der langen Pässe von Goalies hat zugenommen.

In dieser Kategorie hat Zubi Kap Verdes Schlussmann Vozinha besonders überzeugt. «Bei ihm sieht man eine klare Strategie. Er weiss immer, was zu tun ist. Und seine Mitspieler wissen ganz genau, welche Laufwege sie machen müssen, wenn ihr Goalie den Ball am Fuss hat.»

Mehr Paraden mit dem Fuss

Eine weitere Tendenz, die der Ex-Keeper festgestellt hat: Die Anzahl der Fussparaden hat stark zugenommen. «In meiner Zeit bist du bei Flachschüssen aus kurzer Distanz – wir reden hier von circa acht Metern – noch mit den Händen nach unten gegangen», erzählt er. Heute würden die Goalies aufrechter stehen und daher komme es zu mehr Abwehraktionen mit dem Fuss.

Ebenfalls eine verhältnismässig neue Goalie-Erscheinung ist der sogenannte X- Block, bei dem sich der Torhüter im Sprung möglichst breitmacht. Der vielleicht berühmteste «X-Block» geht auf das Konto von Argentiniens Emiliano Martinez, als er die Albiceleste im WM-Final 2022 gegen Frankreichs Randal Kolo Muani mit einer überragenden Fussabwehr kurz vor Ende der Verlängerung ins Penaltyschiessen rettete.

Spätestens nach dem Endspiel der diesjährigen WM werden Zubi und die Technical Study Group der Fifa weitere spannende Erkenntnisse gewonnen haben. Bis dahin stehen aber bereits sämtliche Matchreports sowie einzelne Analysen auf dem Trainings-Centre-Portal der Fifa öffentlich zur Verfügung.

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
0:0
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
0:0
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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