England-Coach unter Druck
Streift Southgate sein Angsthasen-Image ab?

Nach seinem Fehlschuss im EM-Halbfinal 1996 stülpte sich Gareth Southgate (52) eine Mülltüte über den Kopf. Muss er sich nach der WM erneut verstecken?
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Gareth Southgate verschiesst im EM-Halbfinal 1996 gegen Deutschland den entscheidenen Elfmeter ...
Foto: keystone-sda.ch
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Stefan KreisReporter Fussball

Klar, es gibt sie, die englischen Top-Trainer. Der aktuelle Chelsea-Coach Graham Potter hat bei Brighton jahrelang gerissen. Eddie Howe macht bei Newcastle einen starken Job. Und doch stehen sie alle im Schatten der Guardiolas, der Klopps, der Contes und der Emerys dieser Welt. Grosse Trainer. Typen, die Titel gewonnen haben.

Die aktuellen englischen Coaches hingegen haben noch keine nennenswerte Trophäe im Schrank. Dasselbe gilt für den wichtigsten Trainer des Landes, Gareth Southgate. Als Middlesbrough-Coach holte er in über 150 Spielen mickrige 1,25 Zähler. Als Trainer der englischen U21 gewann er zwar praktisch jedes Spiel, einen Titel aber hat er nicht geholt. Und als Coach der «Three Lions» buchte er in bislang 76 Spielen zwar starke 2,08 Punkte. Sein Land aber hat er nicht erlöst. EM-Final gegen Italien. Wembley. Niederlage im Penaltyschiessen.

Damals wechselte Southgate mit Rashford und Sancho zwei Elfmeterschützen ein, die im Training am besten trafen. Während der EM aber nur eine Nebenrolle spielten. Und im entscheidenden Moment versagten. So wie Southgate selbst, als er EM-Halbfinal 1996 gegen Deutschland den entscheidenden Penalty verballert.

Southgate mit Verlierer-Image

Seither haftet dem Mann aus Watford ein Verlierer-Image an. Wochen nach seinem Fehlschuss wirbt er für eine Pizza-Kette, streift sich zum Jux eine Mülltüte über den Kopf. Weil die ganze Nation ihn für das Ausscheiden verantwortlich machte.

Auch als Trainer spürt er harten Gegenwind. Weil er eher auf Sicherheit als auf Risiko setzt. Gehts gut, spricht keiner über die Taktik. Gehts schief, wird von Angsthasenfusball gesprochen. So wie nach dem verlorenen EM-Final. Dort zog sich die Elf nach druckvollem Beginn und früher Führung zurück, verwaltete bloss, statt die offensiven Stärken der Mannschaft auszuspielen. Die Quittung kam in Form des Ausgleichs. Und der Niederlage in der Elfer-Lotterie.

Ein Jahr später ist der eine Fehlschütze (Sancho) erst gar nicht im Kader. Und der andere (Rashford) wird erneut bloss eine Nebenrolle spielen. Was viel über das Offensivpotenzial um Superstar Harry Kane, Raheem Sterling, Mason Mount, Phil Foden und Co. aussagt. Ob Southgate dieses ausschöpfen wird? Oder zieht er sich nach der WM erneut eine Tüte über den Kopf?

Erste Antworten gibts am Montag im Spiel gegen den Iran.


WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
6
13
15
2
Slowakei
Slowakei
6
-2
12
3
Nordirland
Nordirland
6
1
9
4
Luxemburg
Luxemburg
6
-12
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
6
12
14
2
Kosovo
Kosovo
6
1
11
3
Slowenien
Slowenien
6
-5
4
4
Schweden
Schweden
6
-8
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
6
6
13
2
Dänemark
Dänemark
6
9
11
3
Griechenland
Griechenland
6
-2
7
4
Belarus
Belarus
6
-13
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
6
12
16
2
Ukraine
Ukraine
6
-1
10
3
Island
Island
6
2
7
4
Aserbaidschan
Aserbaidschan
6
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
6
19
16
2
Türkei
Türkei
6
5
13
3
Georgien
Georgien
6
-8
3
4
Bulgarien
Bulgarien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
6
13
13
2
Irland
Irland
6
2
10
3
Ungarn
Ungarn
6
1
8
4
Armenien
Armenien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
8
23
20
2
Polen
Polen
8
7
17
3
Finnland
Finnland
8
-6
10
4
Malta
Malta
8
-15
5
5
Litauen
Litauen
8
-9
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
8
18
19
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
8
10
17
3
Rumänien
Rumänien
8
9
13
4
Zypern
Zypern
8
0
8
5
San Marino
San Marino
8
-37
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
8
32
24
2
Italien
Italien
8
9
18
3
Israel
Israel
8
-1
12
4
Estland
Estland
8
-13
4
5
Moldawien
Moldawien
8
-27
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
8
22
18
2
Wales
Wales
8
10
16
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
8
3
13
4
Kasachstan
Kasachstan
8
-4
8
5
Liechtenstein
Liechtenstein
8
-31
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
8
22
24
2
Albanien
Albanien
8
2
14
3
Serbien
Serbien
8
-1
13
4
Lettland
Lettland
8
-10
5
5
Andorra
Andorra
8
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kroatien
Kroatien
8
22
22
2
Tschechien
Tschechien
8
10
16
3
Färöer
Färöer
8
2
12
4
Montenegro
Montenegro
8
-9
9
5
Gibraltar
Gibraltar
8
-25
0
Qualifiziert
Playoffs
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