Eine Neuheit ist für die Katz
Welche WM-Regeln gut sind, was abgeschafft werden muss

An der WM 2026 hat die Fifa zahlreiche neue Regelungen eingeführt. Was bislang einwandfrei funktioniert. Und wo der Weltverband noch einmal über die Bücher muss.
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Darum gehts

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Lucas WerderReporter Fussball

5-Sekunden-Regel

Um dem Zeitspiel einen Riegel zu schieben, hat die Fifa mehrere neue Regeln eingeführt. Unter anderem haben die Spieler nur noch fünf Sekunden Zeit, um einen Einwurf auszuführen. Ansonsten darf das gegnerische Team einwerfen. Die gleiche Zeitbegrenzung gilt für das Ausführen von Abstössen. Im Spiel gegen Portugal liess sich Kongo-Goalie Lionel Mpasi-Nzau kurz vor Ende der ersten Halbzeit bei einem Abstoss so viel Zeit, dass die Portugiesen einen Eckball zugesprochen erhielten. Mit der Einführung der neuen Regel will die Fifa die Nettospielzeit, in der sich der Ball effektiv im Spiel befindet, auf mindestens 60 Prozent bringen. Erste Zahlen zeigen, dass dieses Unterfangen beim Grossteil der ersten WM-Spiele tatsächlich gelungen ist.

Blick-Urteil: Abwarten und weiter testen. 

1/10
Die Schiedsrichter müssen an der WM zahlreiche neue Regeln umsetzen.
Foto: keystone-sda.ch

Verbesserte Offside-Technologie

Auf diese WM hin hat die Fifa ein verbessertes System zur Offside-Erkennung eingeführt. Während zuvor nur der VAR Zugriff auf die halb automatisierte Linie hatte, erhält neu der Linienrichter ein Tonsignal, sobald ein Spieler mehr als zehn Zentimeter im Offside steht. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Spieler bei klaren Offside-Szenen verletzen, nur weil die Schiedsrichter das Spiel nicht unterbrechen. Das hat weniger Szenen zur Folge, in denen die Linienrichter erst mit deutlicher Verspätung die Fahne heben. Zudem müssen weniger Tore nachträglich wieder aberkannt werden. Aufgrund der hohen technologischen Anforderungen könnte diese Regel aber nur von den ganz grossen Ligen übernommen werden.

Blick-Fazit: Neue Regel macht Sinn. 

VAR-Update

Für die WM hat der VAR zusätzliche Kompetenzen erhalten. Neu darf er bei fälschlich gegebenen Gelb-Roten Karten eingreifen – aber nur bei der zweiten Verwarnung. Zudem hat das International Football Association Board (Ifab) entschieden, dass jeder Eckball in Echtzeit überprüft wird. Das funktioniert bislang einwandfrei, längere Wartezeiten vor dem Ausführen von Eckbällen sind ausgeblieben. Die Nati hat im Startspiel gegen Katar bereits Erfahrung mit den neuen VAR-Eingriffsmöglichkeiten gemacht, als den Schweizern aufgrund einer vorangegangenen Offside-Position zu Recht ein Eckball wieder abgesprochen wurde.

Blick-Fazit: Neue Regel macht Sinn. 

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Hydration Breaks

Auch wenn Fifa-Präsident Gianni Infantino die Einführung der dreiminütigen Trinkpause mit «Fairness» und «gleichen Bedingungen für alle Teams» begründet, bringen die Hydration Breaks vor allem eines mit sich: zusätzliche Werbemöglichkeiten für die übertragenen TV-Sender. Allerdings haben die Unterbrüche auch einen grossen Einfluss auf das Spiel. Die Pausen können den Spielfluss einer Mannschaft unterbrechen und bieten den Trainern die Möglichkeit, taktische Veränderungen vorzunehmen. Das hat die Nati auf zwei Arten erfahren: Als «Opfer», weil sich die Gegner nach der ersten Trinkpause jeweils besser auf die Schweizer einstellen konnten. Aber auch als Nutzniesser wie bei den Umstellungen nach Trinkpause zwei gegen Bosnien & Herzegowina. Völlig zu Recht sprechen Kritiker darum auch von einer neuen Aufteilung der Spielzeit in vier Viertel.

Blick-Fazit: Bitte wieder abschaffen! 

Hand-vor-Mund-Regel

Nach dem Rassismus-Skandal um Benfica-Profi Gianluca Prestianni haben die Regelhüter des Ifab im April beschlossen, dass das Bedecken des Munds mit der Hand oder dem Trikot zu einer Roten Karte führt – allerdings nur in konfrontativen Situationen. Als bislang einziger Spieler an dieser WM ist Paraguays Miguel Almiron im Spiel gegen die Türkei vom Platz geflogen. Ein generelles Verbot für das Bedecken des Mundes gibt es nicht. Ein lockeres Gespräch zwischen Englands Jude Bellingham und Ghanas Jordan Ayew blieb darum ohne Folgen für den Real-Star. Doch ab wann gilt eine Diskussion zwischen zwei Spielern als «konfrontative Situation»? Hier wird dem Schiedsrichter und VAR sehr viel Interpretationsspielraum zugemutet.

Blick-Fazit: Abwarten und weiter testen. 

Streichen von Gelben Karten

Seit 2006 hat die Fifa Gelbe Karten jeweils nach dem Viertelfinal gestrichen. Damit wollte der Weltverband verhindern, dass Spieler einen potenziellen Final aufgrund einer Gelbsperre verpassen können – so wie zum Beispiel Deutschlands Michael Ballack 2002. Aufgrund der Aufstockung von 32 auf 48 Teams und der Einführung der Sechzehntelfinals kommt es nun schon zum Abschluss der Gruppenphase zu einer ersten Streich-Runde. Ohne diese Massnahme hätten zwei Gelbe Karten innerhalb von sechs Spielen für eine Sperre ausgereicht.

Blick-Fazit: Neue Regel macht Sinn. 

Pause nach Behandlung

Wenn sich ein Spieler auf dem Platz vom medizinischen Staff behandeln lassen muss oder das Spiel aufgrund einer Verletzung unterbrochen wird, muss der betroffene Spieler vom Feld und eine Minute warten, bis er wieder eingreifen darf. Damit werden Schauspiel-Einlagen massiv eingedämmt. Damit gegnerische Teams aber nicht bewusst durch Fouls versuchen, eine Überzahlsituation zu provozieren, kommt die Regelung nicht bei Behandlungen nach Fouls zum Einsatz, die eine Karte nach sich gezogen haben. In diesem Fall darf der behandelte Spieler auf dem Platz bleiben. Auffällig ist bislang, dass sich Spieler nach Zusammenstössen mit dem Kopf seltener untersuchen lassen, um eine Unterzahl zu vermeiden. Das kann bei Gehirnerschütterungen gefährlich werden. Die Auswirkung auf die Spielergesundheit muss beobachtet werden.

Blick-Urteil: Abwarten und weiter testen. 

Zeitlimit für Auswechslung

Ein ausgewechselter Spieler muss innerhalb von zehn Sekunden vom Platz. Überschreitet er dieses Zeitlimit, muss der Einwechselspieler bis zum nächsten Unterbruch warten, bis er aufs Feld darf. Langsames vom Platz Spazieren, um Zeit herauszuholen, gehört damit der Vergangenheit an. Das haben die bisherigen WM-Spiele bewiesen.

Blick-Fazit: Neue Regel macht Sinn. 

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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