Begleitschutz für jeden und Augenkontakt
Das ist das Erfolgsrezept hinter den Schweizer Penaltys

Die Schweizer Penaltyschützen zeigten sich im Achtelfinal sehr selbstbewusst und treffsicher. Das hat einen Hintergrund, wie Manuel Akanji nach dem Spiel verrät. Nur Akanji selber habe es nicht geholfen – weshalb er den Rücktritt als Penaltyschütze gibt.
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Die Schweizer Penaltyschützen waren in der Nacht auf Mittwoch in Vancouver eiskalt.
Foto: TOTO MARTI

Es ist wieder ein K.-o.-Spiel, und wieder steht Manuel Akanji nach einem verschossenen Penalty vor den Journalisten. Im Gegensatz zum England-Viertelfinal an der EM vor zwei Jahren oder im EM-Viertelfinal gegen Spanien vor fünf Jahren aber mit einem breiten Grinsen. Eine starke Leistung, kein Gegentor kassiert und in den Viertelfinal eingezogen. Trotzdem sagt der Abwehrchef: «Mein Elfmeter war katastrophal, ich habe in der letzten Sekunde meine Entscheidung gewechselt.»

Er wollte zuerst nach links schiessen, doch der Goalie war schon in diese Richtung unterwegs. «Dann wollte ich in die Mitte schiessen, aber es hat nicht mehr funktioniert», erklärt Akanji. Der verschossene Penalty hat auch Konsequenzen, wie der 30-Jährige verrät. «Das war, glaube ich, mein letzter Elfmeter, ich habe Murat Yakin gesagt, dass ich den Vortritt anderen überlasse.»

Folettis Penalty-Workshop als Erfolgsgeheimnis

«Er hat uns allen gesagt, dass er nun definitiv nicht mehr schiessen wird», bestätigt der Nati-Coach zeitgleich an der Pressekonferenz. Ein Rezept des Erfolgs im Penaltyschiessen gegen Kolumbien sieht Yakin im Workshop, den sein Goalie- und Standard-Trainer Patrick Foletti vor der K.-o.-Phase in San Diego mit den Spielern gemacht hat. Ganz genau will der 51-Jährige den Inhalt des Workshops nicht verraten. Aber: «Wenn wir das nicht angesprochen hätten, wären wir jetzt nicht hier und wären nicht als Sieger vom Platz gegangen.»

Auffällig war beispielsweise, dass alle Schweizer Schützen jeweils bis zum Elfmeterpunkt von Mitspielern begleitet wurden. Nach dem Schuss wurde dieser jeweils wieder in Empfang genommen. Zudem wurde auf Augenkontakt zwischen den Spielern geachtet.

Akanji macht den Xhaka-Beschützer

«Beim Penaltyschiessen hat vieles mit dem Mentalen zu tun, die gegnerischen Fans haben einen Einfluss, du hast 120 Minuten in den Beinen, und die gegnerischen Spieler wollen dich beeinflussen», so Akanji. Zum Glück habe er beim ersten Penalty von Granit Xhaka den Nati-Captain begleitet. «Da kam schon der Erste und wollte ihn irritieren.» Die Videos von Foletti hätten der Mannschaft in der Vorbereitung sehr geholfen, sagt Akanji. «Ausser mir», sagt er und lacht.

Einer der sicheren Penaltyschützen, Cedric Itten, bestätigt den Eindruck, dass sich im Kreis vor dem Elfmeterschiessen alle Schützen klar und selbstbewusst gemeldet hätten. «Wir haben Dinge angeschaut, trainiert, und alle Jungs, die angetreten sind, waren überzeugt von sich», so Itten.

Vargas gibt zu: «Ich war natürlich nervös»

Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Rubén Vargas als fünfter Schütze. Schon vor dem Spiel gegen Kolumbien kündigte er in Vancouver an, dass er bereit sei, einen Penalty zu schiessen. Gesagt, getan. «Ich war natürlich nervös, es ist nochmals ein anderer Druck, wenn du weisst, dass dein Schuss das Spiel entscheiden kann», so Vargas. Er habe sich aber besser gefühlt als bei all seinen bisherigen Penaltys. Und holte sich auch noch göttlichen Beistand mit einem Gebet auf dem Platz vor dem Elfmeterschiessen. «Das hat mir Mut gegeben», verrät Vargas.

Ein Spieler, der vom Fehlschuss Akanjis derweil profitieren könnte, ist Remo Freuler. Der 34-Jährige wäre Schütze Nummer sechs gewesen. «Jetzt, wo Manu nicht mehr schiesst, bin ich wieder in den ersten fünf», sagt Freuler mit einem Schmunzeln. Bereits in der Nacht auf Sonntag könnte es wieder so weit sein.

«Habe im letzten Moment die Ecke gewechselt»
1:28
Akanji erklärt Fehlschuss:«Habe im letzten Moment die Ecke gewechselt»
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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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