Auf den Spuren des WM-Helden
Wo das Embolo-Märchen seinen Anfang nahm

Ausgerechnet Breel Embolo! Der gebürtige Kameruner schiesst die Schweiz zum WM-Auftaktsieg gegen sein Heimatland. Ein Besuch bei den zwei Basler Quartierklubs, wo Embolo seine ersten Schritte auf dem Weg zum Nati-Helden machte.
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Breel Embolo (rechts) als Junior beim FC Nordstern. Für den Basler Quartierklub schnürte er von 2006 bis 2008 die Fussballschuhe.
Foto: Zvg

Stadion Rankhof in Basel. Hier, einen Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt, beginnt im August 2006 das Embolo-Märchen. Doch wenn es nach dem damals neunjährigen Knirps geht, nicht im Fuss-, sondern im Basketball: Das Spiel auf die Körbe ist in den ersten Jahren nach dem Umzug von Kamerun in die Schweiz Embolos grosse Leidenschaft.

Es braucht die Überredungskünste eines Kumpels, damit Embolo im Training des FC Nordstern vorbeischaut. Und dort ab dem ersten Ballkontakt die Zuschauer zum Staunen bringt. Einer davon ist Helmut Hornung. Der Gang des 87-Jährigen ist mittlerweile leicht erschwert, die Erinnerungen an den kleinen Breel aber sind umso präsenter. Für das Treffen mit Blick hat er das Formular für Embolos ersten Spielerpass mitgebracht.

Beim Betrachten sieht man vor dem inneren Auge, wie der Bub unter «Unterschrift Junior» in Grossbuchstaben BREEL hinkritzelt, um danach sofort wieder aufs Spielfeld zu eilen. Hornung nickt: «Er wollte immer den Ball. Technisch, körperlich und mit seiner Schnelligkeit war er besser als alle. Aber er hatte Mühe, sich ins Team zu integrieren.»

Vom «Problem-Jungen» zum internationalen Star

Embolo ist am Basler Stadtrand in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Die Erzählungen über seine Eskapaden als Junior gehen weit. Bis dahin, dass er einmal die Hosen runtergezogen und seinen Allerwertesten präsentiert haben soll. «Was stimmt und was nicht, weiss ich nicht mehr genau», sagt Hornung, «aber sein Verhalten war ein Problem. Zwei Trainer wollten ihn rauswerfen. Ich war damals Juniorenobmann und sprach ein Machtwort: Solange ich bei Nordstern etwas zu sagen habe, bleibt der Junge hier! Seine Mutter versicherte mir, dass sich ihr Sohn bessern werde. So kam es dann auch.»

Neben Hornung sitzt Olivier Kapp, Präsident des Basler Quartierklubs, einst regelmässiger Gast in der Nationalliga A, heute in der 4. Liga daheim. Am Tag zuvor hat Kapp mit anderen Klubmitgliedern beim Mittagessen das erste WM-Spiel der Schweizer gegen Kamerun verfolgt. «Wir haben hier einen kleinen Breel-Fanklub. Alle trugen das Nati-Shirt mit seinem Namen.» Nach Embolos Siegtor sei der Jubel gross gewesen – und auch der Stolz. «Dass ein internationaler Star wie Breel mal hier gespielt hat, ist einfach toll.»

Im Rankhof hat Monaco-Profi Embolo schon länger nicht mehr vorbeigeschaut. Letztmals, so Hornung, im Herbst 2015: «Er hatte wenige Tage später mit dem FC Basel ein Spiel in Florenz. Breel fragte mich, ob ich ihm ein paar Tipps für die Zweikämpfe gegen die italienischen Verteidiger geben könne. Er ist einfach ein feiner Kerl.»

Bruderpflichten führten zu Verspätungen

Szenenwechsel. Am anderen Ende von Basel liegt das Stadion Schützenmatte, Heimat der Old Boys. Im Klubrestaurant sitzen drei Herren, auf dem TV-Bildschirm läuft die Zusammenfassung von Schweiz – Kamerun. «Wenn ich ihn so spielen sehe, habe ich ihn gerade wieder als Bub bei uns vor Augen», sagt Balz Heusler, langjähriger Präsident und heute Ehrenpräsident von OB. Auch André Moser und Gérard Huguenin, vor seinem Wechsel in die FCB-Juniorenabteilung von 2008 bis 2010 Embolos Trainer auf der Schützenmatte, erinnern sich gerne zurück. «Jemand von Nordstern meinte, sie hätten da einen. Super talentiert, aber er müsse noch für den Fussball sozialisiert werden.»

Ins Training kommen, die Ausrüstung dabei haben, Pünktlichkeit – das habe Embolo bei OB gelernt. Wobei: Das mit der Pünktlichkeit war schwierig. «Breel konnte nichts dafür», erklärt Moser, «er musste oft auf seine jüngeren Geschwister aufpassen, weil seine Mutter arbeitete. Die Mitspieler sagten aber sofort, dass Breel trotzdem im Match spielen solle. Oft hat er im Alleingang die Verteidiger ausgedribbelt, dann aber das Tor einem anderen gegönnt, statt selber eines zu schiessen.»

Von Millionentransfers profitiert auch Jugendklub

Das Lachen habe Embolo nur verloren, wenn er sich ungerecht behandelt fühlte – etwa, wenn der Schiri falsch pfiff. «Dann haderte er lange», erzählt Huguenin, der in Nati-Trainer Murat Yakin die ideale Bezugsperson für Embolo sieht. «Yakin lässt ihm Freiheiten, weil er die als Spieler selber auch brauchte.»

Die zwei Jahre bei OB sind nicht nur Prestige für den Klub, sondern zahlen sich auch finanziell aus. Bei seinen Millionentransfers zu Schalke, Gladbach und Monaco flossen Solidaritätsbeiträge im fünfstelligen Bereich auf die Schützenmatte. Geld, das auch der FC Nordstern gut hätte gebrauchen können – aber nicht erhielt, weil Embolo den Rankhof vor dem zwölften Geburtstag verliess. «Dafür», so Nordstern-Präsi Kapp, «sind wir von über 1000 Vereinen in der Schweiz derjenige, für den Breel zum ersten Mal seine Schuhe geschnürt hat. Und das ist sehr viel wert!»

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