Lichtsteiner über Zusammenarbeit mit FCB-Captain Shaqiri
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«Er ist fun­da­men­tal»:Lichtsteiner über Zusammenarbeit mit FCB-Captain Shaqiri

Trainer-Ikone Hitzfeld über den neuen Basel-Coach Lichtsteiner
«Alles für den Erfolg – das wird er auch von den Spielern fordern»

Zum Einstand beim FC Basel gibt es für Stephan Lichtsteiner eine prominente Wortmeldung. Trainer-Ikone Ottmar Hitzfeld wünscht seinem Ex-Spieler im Blick «einen guten Start» beim Titelhalter.
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Ottmar Hitzfeld und Stephan Lichtsteiner: 52 seiner 108 Länderspiele bestreitet er unter der Leitung des Star-Trainers.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Ottmar Hitzfeld lobt Stephan Lichtsteiner am Tag der Trainer-Vorstellung in Basel
  • Lichtsteiner bestritt unter Hitzfeld 52 von 108 Länderspielen
  • Hitzfeld erzielte 94 Tore in 128 Spielen für den FCB
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sven SchochReporter Sport

Er hat alles gewonnen und gilt in Deutschland als einer der besten Coaches der Geschichte: Ottmar Hitzfeld (77), mit Bayern München und Borussia Dortmund zweifacher Champions-League-Sieger und siebenfacher Meister. Sein Renommee ist einmalig, seine Spuren sind gigantisch. Hitzfeld hat an schwierigen Adressen goldene Epochen geprägt. Blick erreicht den früheren Schweizer Nationaltrainer am Tag der Präsentation von Stephan Lichtsteiner (42) in Basel: «Ich wünsche ihm einen guten Start, ein glückliches Händchen, einen kühlen Kopf und dass er die Erwartungen des Klubs und der Fans erfüllt.»

Wenn einer weiss, was der wichtigste Entscheidungsträger im sportlichen Bereich auszuhalten hat, dann Hitzfeld. Im Rahmen seiner gesamthaft siebenjährigen Erfolgsära beim FC Bayern erlebte er eine unvorstellbare Intensität und Anspruchshaltung – ein ständiger öffentlicher Diskurs der wortgewaltigen Schwergewichte Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge inklusive. Während einer Saison in München habe er mehr erlebt als andernorts in drei Jahren, pflegte der charismatische Meistermacher gelegentlich zu sagen. 

Lange Zusammenarbeit mit Lichtsteiner

Mit dem Mann, der ab sofort im grellsten Scheinwerferlicht der Schweizer Szene steht, hat Hitzfeld von 2008 bis zum dramatischen WM-Achtelfinal-Out gegen Argentinien im Sommer 2014 und seinem eigenen Rückzug aus der SFV-Auswahl eng zusammengearbeitet. Die Zuverlässigkeit, die Einstellung, die totale Fokussierung des früheren Juve-Verteidigers hat Hitzfeld sehr geschätzt: «Stephan Lichtsteiner war als Spieler ein Leistungsträger und Leader in der Mannschaft.» 

Lichtsteiner über Zusammenarbeit mit FCB-Captain Shaqiri
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«Er ist fun­da­men­tal»:Lichtsteiner über Zusammenarbeit mit FCB-Captain Shaqiri

Der 77-Jährige schwärmt vom Ehrgeiz des Innerschweizers, der unter ihm 52 seiner 108 Länderspiele bestritten hat. Schon während seiner Zeit als SFV-Selektionär ist ihm aufgefallen, wie sehr sich Lichtsteiner für taktische Finessen und Teamführung interessiert hat. In diesem Bereich dürfte der neue FCB-Verantwortliche viel vom einst überragenden Strategen Hitzfeld aufgesogen haben. Noch heute sind sich die Bundesliga-Experten einig: Kaum einer hat besser einschätzen können, mit welcher Leinenlänge die Superstars zu führen sind. 

Xhaka über Hitzfeld: «Ein Gentleman»

Die Art und Weise, die Aura, mit welcher Hitzfeld seine prominenten Ensembles gecoacht hat, imponiert den Branchenkollegen auch über ein Jahrzehnt nach seinem Rücktritt noch: «Er ist der Inbegriff für Souveränität. Er ist ein Monsieur, respektvoll mit allen», sagt YB- und Ex-Bundesliga-Trainer Gerardo Seoane vor genau zwölf Monaten zu Blick. Unmittelbar vor seinem Rekordspiel in der Nati tönt es bei Granit Xhaka ähnlich: «Er war ein Gentleman, zusammen mit Arsène Wenger vielleicht einer der grössten Coaches der Geschichte. Menschlich überzeugte mich Hitzfeld total. Wie er die Spieler mit Respekt behandelt hat, werde ich nicht vergessen. Er hat immer Wort gehalten. Von ihm kann ich ganz viel mitnehmen für die weitere Zukunft.» 

«Authentizität» war für Hitzfeld keine PR-Floskel, sondern eine ausnahmslos gelebte Eigenschaft. Bei Aarau, GC, Dortmund und München gleichermassen und später auch in der Nationalmannschaft. Lichtsteiner funktionierte auf dem Rasen ähnlich. Hitzfeld glaubt, dass Lichtsteiner seiner Linie auch als Profi-Coach beim Champion Basel kompromisslos treu bleiben wird: «Er hat alles für den Erfolg getan, und ich denke, dass er diese Ansprüche auch von jedem Spieler fordern wird.» 

Wie die Basler Fussball-Kultur funktioniert, weiss Hitzfeld aus eigener Erfahrung. Mit dem FCB verbindet der Lörracher wunderbare Erinnerungen: In den Siebzigerjahren gewann er das Meister-Double und schoss in 128 Partien 94 Tore; via Stuttgart, Lugano verlegte Hitzfeld seinen Wirkungskreis vorübergehend in die Innerschweiz und lancierte 1983 seine eigene Trainerkarriere beim SC Zug. 

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