Hätte Lugano schon früher einen Penalty kriegen müssen?
3:43
Lugano – FC Zürich 2:0:Hätte Lugano schon früher einen Penalty kriegen müssen?

Zu viele FCZ-Fans im Sektor – Lugano-Spiel stand vor Abbruch
«Am Schluss wird mein Arsch dafür gegrillt»

Das Spiel zwischen Lugano und Zürich vom Sonntagnachmittag stand aufgrund von Sicherheitsbedenken vor dem Abbruch. Lugano-Vizepräsident Martin Blaser bezieht Stellung.
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Zeitweise waren im Spiel gegen Lugano zu viele FCZ-Fans auf der Hauptribüne. Der Nebensektor war hingegen praktisch leer.
Foto: Marusca Rezzonico/freshfocus
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Pascal RuckstuhlSport-Desk-Reporter

Sportlich wird das Spiel zwischen dem FC Lugano und dem FC Zürich (2:0) den Fussball-Fans nicht lange in Erinnerung bleiben. Von beiden Mannschaften war es eine maue Leistung mit dem besseren Ende für die Tessiner. Vielmehr zu reden gibt eine Aktion, die sich den Anwesenden im Cornaredo in der Pause bemerkbar macht.

Für die provisorische Südtribüne in Lugano, die einen Haupt- (1'171 Plätze) und einen Gästesektor (fast 800 Plätze) umfasst, gibt es eine klare Regelung, die festhält, wie viele Menschen sich maximal darin aufhalten dürfen. Die rund 1450 FCZ-Fans überfüllen den Hauptsektor, praktisch keiner ist zu Beginn im Gästesektor. Das führt dazu, dass dieser massiv überlastet ist und einzustürzen droht. Was keiner mitbekommt: Das Spiel steht deshalb in der ersten Hälfte kurz vor dem Abbruch!

«Müssen schauen, was da falsch gelaufen ist»

Lugano-VR-Vizepräsident und CEO Martin Blaser: «Trotz Absprachen im Vorfeld unter den beiden Klubs wurde die Maximalzahl im Hauptsektor überschritten. Ich will niemand anklagen oder sagen, die Sicherheit wurde überrumpelt. Aber man muss sachlich eruieren, was da falsch gelaufen ist.»

Hat der FCZ zu viele Tickets rausgegeben, haben die Fans gedrängelt oder die Tessiner Sicherheitskräfte versagt? Blaser: «Das müssen die operativ Verantwortlichen der beiden Vereine jetzt sachlich klären.»

FCZ bietet Hilfe für Aufarbeitung

Der FC Zürich reagiert am Montag auf die Vorfälle im Cornaredo und lässt auf Anfrage verlauten, dass man sich für die Aufarbeitung des Vorfalls einsetzt. «Der FC Zürich hat dem FC Lugano eine detaillierte Aufarbeitung in Bezug auf mögliche Fehler bei der Abwicklung der Einlassphase sowie Spieltagorganisation in den kommenden Wochen angeboten. Dem FC Zürich ist es an dieser Stelle ein Anliegen festzuhalten, dass die hohe Anzahl an Auswärtsfans, welche unseren Verein quer durch die ganze Schweiz begleiten, unbestrittenermassen herausfordernd ist. Von vielen anderen Clubs erhält der FC Zürich jedoch positive Feedbacks in Bezug auf Abwicklung und Dialogbereitschaft vor Ort. Weshalb dies beim gestrigen Spiel in Lugano nicht gelungen ist, gilt es ebenfalls abzuklären.»

Der FC Zürich reagiert am Montag auf die Vorfälle im Cornaredo und lässt auf Anfrage verlauten, dass man sich für die Aufarbeitung des Vorfalls einsetzt. «Der FC Zürich hat dem FC Lugano eine detaillierte Aufarbeitung in Bezug auf mögliche Fehler bei der Abwicklung der Einlassphase sowie Spieltagorganisation in den kommenden Wochen angeboten. Dem FC Zürich ist es an dieser Stelle ein Anliegen festzuhalten, dass die hohe Anzahl an Auswärtsfans, welche unseren Verein quer durch die ganze Schweiz begleiten, unbestrittenermassen herausfordernd ist. Von vielen anderen Clubs erhält der FC Zürich jedoch positive Feedbacks in Bezug auf Abwicklung und Dialogbereitschaft vor Ort. Weshalb dies beim gestrigen Spiel in Lugano nicht gelungen ist, gilt es ebenfalls abzuklären.»

Die Spieler kriegen von dieser Aktion nichts mit, spielen die erste Hälfte (1:0) zu Ende und gehen nach dem Pfiff von Schiedsrichter Wolfensberger in die Kabine. Der Erste, der scheinbar für den Anpfiff der zweiten Hälfte zurückkehrt, ist FCZ-Goalie Yannick Brecher. Doch es zeigt sich schnell: Brecher kehrt nicht für den Anpfiff auf den Rasen zurück. Der Goalie bewegt sich in Richtung FCZ-Fans und hält diese an, sich vom Haupt- in Richtung Nebensektor zu begeben. Es dauert einige Minuten, bis sie Folge leisten und das Spiel wieder aufgenommen werden kann.

Blaser: «Am Schluss wird mein Arsch gegrillt»

Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn die Tribüne aufgrund der Überlastung eingekracht wäre. Blaser gegenüber Blue: «Wenn diese Tribüne einkracht, gibt es Menschen, die sich verletzen, vielleicht querschnittgelähmt sind. Am Schluss wird mein Arsch dafür gegrillt. Das kann ich so unter keinen Umständen akzeptieren. Ich werde mich für eine schonungslose Aufklärung der Sache einsetzen.»

Weil es nicht der erste Vorfall in diese Richtung ist, will Blaser die Problematik am Mittwoch an der CSSL-Klubkonferenz ansprechen. «Wir müssen unbedingt darüber sprechen, das kann nicht so weitergehen. Das hat nichts mit dem FCZ zu tun, es könnte auch Yverdon Sport sein, das mit 3000 Fans kommt. Der Gastklub muss respektieren, dass in Lugano bis im Sommer 2026 nur 700 Plätze für Gästefans zur Verfügung stehen.»

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FC St. Gallen
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FC Lugano
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17
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23
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5
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