Darum gehts
- Edimilson Fernandes (30) verursacht mit Rotfoul beim 2:2 gegen Lausanne Diskussionen
- Trainer Seoane verteidigt Fernandes, nennt Foul eine dynamikbedingte Befreiungsaktion
- Der YB-Coach lobt Schiedsrichter Kanagasingam für dessen schnelle Entscheidung
Zerknirscht und gesenkten Hauptes: So geht Edimilson Fernandes (30) nach dem 2:2 in Lausanne durch den kleinen Irrgarten in den Katakomben des Stade de la Tuilière Richtung Teamcar. Eben hat er mit seinem Rotfoul seinem Team einen Bärendienst erwiesen. Erst schätzt er die Flugbahn des Balls völlig falsch ein. Dann geht er mit gestrecktem Bein zu diesem hin, den sich in den Weg stellenden Karim Sow missachtend. So endet Edis gestrecktes Bein mit offener Sohle auf dem Oberschenkel des Lausanner Abwehrchefs. «Fernandes kann sich über die Rote Karte nicht beklagen», wird Sow nach dem Spiel sagen, die Schrammen auf seinem blutenden Oberschenkel zeigend. Und, nein, Fernandes habe sich nicht bei ihm entschuldigt, sagt der Mann aus Payerne. «Aber ich habe auch nichts erwartet von ihm.»
Für Keller und Zesiger ist der Fall klar
Bei seinem Team wird das Fernandes bestimmt gemacht haben. Denn der Platzverweis war wohl hart, aber ohne jeden Zweifel vertretbar. Auch Goalie Marvin Keller und Captain Cédric Zesiger sagen unisono: Das war ein richtiger Entscheid. Schon vor einem Jahr und zwei Tagen hatte sich Fernandes entschuldigen müssen. Weil er in Basel die Nerven nach den Provokationen von Dominik Schmid verloren und den Basler geohrfeigt hatte. Nein, das zweite Augustwochenende ist nicht dasjenige des YB-Metronoms.
Seoane: «Entstand über die Dynamik des Spiels»
Während er vor einem Jahr von Trainer Giorgio Contini – und nicht nur von diesem – einen Einlauf sowie eine saftige Geldbusse gekriegt hat, liegt der Fall 2026 für Gerardo Seoane anders. Der YB-Coach übt jedenfalls Nachsicht mit dem Sittener. «Da war keinerlei Absicht dabei, ein Foul zu begehen. Das war eine reine Befreiungsaktion mit einem eher erhöhten Trefferpunkt.» Er wolle Edimilson aber keinen Vorwurf machen. «Wir haben es zur Genüge gesehen, in der Liga und an der WM: Es gibt Kontakte, die über die Dynamik des Spiels entstehen. Nach den Regeln sind sie mit Rot zu ahnden. Aber nochmals: Da war keine Absicht dahinter. Und ich kann ja meinem Spieler nicht die Vorgabe mitgeben, nicht zu versuchen, den Ball zu befreien. So ist diese Rote Karte nicht extrem negativ zu bewerten.» Worüber man aber diskutieren könne, so Seoane, sei der technische Fehler zuvor.
Toller Job von «Sheriff» Anojen Kanagasingam
Und dann lobt Seoane «Sheriff» Anojen Kanagasingam. Der die Rote Karte so schnell zog wie seinerzeit John Wayne in Hollywood seinen Colt. In Sekundenschnelle. «Das ist etwas, das ich mir von den Schiedsrichtern wünsche. Dass sie zack, bumm eine Entscheidung treffen aufgrund dessen, was sie sehen. Sie pfeifen das Spiel.» Auch wenn es natürlich schade gewesen sei, dass sein Team dadurch dezimiert wurde und sich die Statik des Spiels verändert habe.
Es ist eine Vorgabe an die Schweizer Refs. Und bisher machen sie das in dieser Saison grösstenteils exzellent.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
2 | FC Lugano | 2 | 4 | 6 | |
3 | FC St. Gallen | 2 | 2 | 6 | |
4 | FC Lausanne-Sport | 3 | 1 | 5 | |
5 | FC Sion | 2 | 1 | 3 | |
6 | FC Zürich | 2 | 0 | 3 | |
7 | FC Basel | 2 | 0 | 3 | |
8 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
9 | FC Thun | 2 | -4 | 3 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
11 | FC Vaduz | 2 | -2 | 0 | |
12 | FC Luzern | 2 | -5 | 0 |

