Vaduz wieder nicht belohnt
YB schiesst sich mit Traumtoren an die Tabellenspitze

YB schlägt Vaduz im Wankdorf 4:2. Aufsteiger Vaduz kann zweimal die Berner Führung ausgleichen, YB hat aber am Ende die bessere individuelle Klasse.
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YB gewinnt gegen Vaduz zu Hause 4:2.
Foto: Claudio De Capitani/freshfocus

Die Schlüsselszene

Wie bitter ist das für den FC Vaduz? Da kombiniert sich die Elf von Marc Schneider fast eine Stunde lang mutig hinten raus, wird am Ende aber für den spielerischen Ansatz bestraft. Weil sich Malik Sawadogo einen Fehlpass leistet und am Ursprung des dritten Gegentreffers steht. Zweimal kommen die Ländle-Kicker zuvor nach einem Rückstand zurück, das 2:3 aber zieht der Schneider-Elf den Stecker.

Das Spiel

Lugano, St. Gallen, Sion und nun YB. Das Startprogramm für Vaduz in der Super League hat es in sich. Dennoch versteckt sich der Aufsteiger wie in den Partien zuvor auch gegen die Berner keineswegs.

YB startet besser ins Spiel, geht dank Monteiro früh in Führung und hat wenig später das 2:0 auf dem Fuss. Sène lässt die Topchance aber liegen. Dies lässt die Tür für die Gäste offen. Vaduz wird nach und nach mutiger und kommt tatsächlich zum Ausgleich.

Diesen erzielt im munteren Hin und Her Cocic. Der Deutsche ist aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Sorgic erstmals in die Startelf gerückt und überzeugt. Die erneute sehenswerte Führung von YB gleicht Cocic wieder aus. Das Startelf-Debüt krönt er dank gütiger Mithilfe der schlafenden YB-Abwehr so mit einem Doppelpack.

Am Ende wird die gute Leistung der Liechtensteiner wieder nicht belohnt. Auf die dritte Berner Führung können die Vaduzer nicht mehr reagieren. Stattdessen macht Gigovic in der Schlussphase den Deckel drauf. So klebt Vaduz weiterhin punktlos am Tabellenende. YB grüsst derweil dank der Lugano-Spielverschiebung von der Spitze.

Die Tore

4. Minute, Joël Monteiro, 1:0. Die Vaduzer lassen YB viel zu viel Platz. So kann Sène ungestört von der Strafraumgrenze in die Mitte auf Monteiro auflegen. Monteiro zieht eiskalt ab und erwischt Vaduz-Goalie Schaffran in der linken unteren Ecke.

25. Minute, Milos Cocic, 1:1. Cocic zieht aus rund 20 Metern freistehend ab. Der wuchtige Abschluss schlägt hinter dem zu spät reagierenden Keller in der rechten Ecke ein.

37. Minute, Kaly Sène, 2:1. YB geht wieder in Führung – und wie! Blum spielt den Ball von der rechten Strafraumseite ins Zentrum. Dort steht Sène goldrichtig und trifft mit einem sehenswerten Fallrückzieher zum 2:1.

43. Minute, Milos Cocic, 2:2. Cabrera lässt zuerst Blum ins Leere laufen, spielt danach Wüthrich und die YB-Abwehr aus. Schliesslich zieht er in den Strafraum und legt einen Querpass auf Cocic. Gigovic kommt gegen den Vaduz-Stürmer zu spät. Dieser muss nur noch den Fuss hinhalten und einschieben.

57. Minute, Alvyn Sanches, 3:2. Sawadogo unterläuft ein zu kurzer Pass im Spielaufbau. Pech nutzt diesen Fehler aus und lanciert Sanches, der sich durch die Vaduzer Defensive durchsetzt und den Ball unter die Latte ins Tor hämmert.

87. Minute, Armin Gigovic, 4:2. YB wieder mit einem Traumtor! Die Vaduzer lassen den Bernern wieder zu viel Platz. Gigovic kann aus rund 25 Metern einfach abziehen. Sein Distanzschuss landet unhaltbar für Schaffran im Netz.

Die Stimmen

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«Geht noch besser»:YB-Spieler nach Eroberung der Tabellenführung

Vaduz-Mittelfeldspieler Lutfi Dalipi (gegenüber Blue): «YB war heute sehr gut. Wir hätten aber einen Punkt oder gar drei Punkte verdient gehabt. Wir haben gut gespielt und unseren Plan umgesetzt. Unsere erste Halbzeit war sehr gut. In der zweiten fehlt das Tor und die Aggressivität in den beiden Boxen. Daher haben wir das Spiel verloren. Für mich ist jeder Gegner gleich. Wir müssen mit den gleichen Ambitionen und dem gleichen Fokus gegen jeden antreten.»

Vaduz-Trainer Marc Schneider (gegenüber Blue): «Es fuchst uns natürlich. Wir sind überzeugt, dass wir guten Fussball zeigen und in all den Spielen mindestens einen Punkt mitnehmen sollten. Etwas fehlt uns in dieser Liga noch, um wirklich zu punkten. Diese Sachen nehmen wir mit. Natürlich scheisst es jeden an. Das soll aber so sein, sonst wären wir am falschen Ort.»

YB-Captain Loris Benito (gegenüber Blue): «Es war ein schwieriger Match. Wir hatten eigentlich genügend Bilder, wo man sieht, wie flexibel positioniert Vaduz spielt. Aber auf den Videos ist es anders, als man es dann erlebt. In den ersten zehn Minuten haben wir uns gut gefühlt. Wir könnten das Spiel etwas ruhiger gestalten mit einem zweiten oder dritten Tor. Aber Vaduz hat es heute sehr gut gemacht mit dem Ball und uns in Schwierigkeiten gebracht.»

YB-Goalie Marvin Keller (gegenüber Blue): «Wir haben mit einem schwierigen Match gerechnet. Wir haben die ersten drei Spiele von Vaduz gesehen, die jeweils sehr knapp waren. Sie haben gute Leistungen gezeigt und auch uns vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer gemacht. Es war ein hart erkämpfter Sieg für uns, der sicher guttut hier zu Hause. Wir haben offensiv sehr viel Qualität, müssen uns aber auch auf die Defensive konzentrieren. Defensiv war in der ersten Hälfte nicht alles gut. Dort müssen wir Fortschritte machen. Es ist aber ein Plausch, unseren Offensivspielern zuzuschauen.»

Vaduz-Doppeltorschütze Milos Cocic (gegenüber Blue): «Ich hätte es mir nicht besser ausmalen können. Mich freut es natürlich, dass ich zwei Tore machen konnte. Aber ehrlich gesagt, hätte ich lieber gewonnen und kein Tor gemacht. Es schmerzt sehr, wieder ohne Punkte dazustehen. Umso bitterer noch, weil wir zweimal einen Rückstand aufholen konnten. Sehr ärgerlich. So ein Tor per Seitfallzieher sieht man aber auch nicht alle Tage und wenn, dann auf höchster Bühne.»

Der Beste

Armin Gigovic. Reisst im Zentrum Kilometer um Kilometer ab und krönt seine gute Leistung mit einem herrlichen Weitschuss-Strahl zum 4:2.

Der Schlechteste

Schwierig, beim FC Vaduz einen Spieler rauszupicken. Weil die Ländle-Kicker einen insgesamt beherzten und attraktiven Auftritt zeigen. Weils einen treffen muss, wirds Malik Sawadogo. Weil er vor dem entscheidenden 2:3 den Fehlpass spielt.

Die Fans

Für einen kurzen Moment gehört die Bühne dem Vaduzer Anhang: «Alles ausser Vaduz ist scheisse», brüllen die drei Dutzend Liechtensteiner, die den Weg nach Bern auf sich genommen haben, in der ersten Halbzeit. Nur Sekunden später aber werden die Rufe von der YB-Kurve übertönt. Insgesamt sind an diesem herrlichen Sonntagnachmittag über 25’000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion.

Die Schiris

Désirée Blanco hat die Partie komplett im Griff. Und wenn dann doch mal einer motzt, wie Vaduz-Trainer Marc Schneider kurz nach der Pause, dann greift der vierte Offizielle Urs Schnyder ein und sorgt für Ruhe unterm Stadiondach. Knifflige Entscheidungen gibts kaum, VAR Sven Wolfensberger kann 90 Minuten lang die Füsse hochlagern.

Das gab zu reden

Krösus gegen Bettler. David gegen Goliath. Die teuerste Mannschaft der Liga gegen die günstigste. YB überweist knapp 3,5 Millionen Franken nach Augsburg, um Samuel Essende zu verpflichten. Der FC Vaduz holt Milos Cocic für ein Butterbrot vom FV Illertissen. Auf dem Platz aber ist der Unterschied nicht ganz so gross, wie in der Bilanz. Die Ländle-Kicker halten gegen die übermächtig scheinenden Berner sehr gut mit.

So gehts weiter

Für YB steht am Samstag sogleich das nächste Heimspiel an. Die Berner empfangen um 20.30 Uhr den FC Basel im Wankdorf. Vaduz bestreitet einen Tag später (16.30 Uhr) zu Hause die Partie gegen GC.

VIP-Tickets für das Spiel zwischen Young Boys und FC Luzern gewinnen
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Claudio De Capitani/freshfocus

Am 5. September ist der FC Luzern zu Gast im Wankdorf. Bei uns kannst du zwei VIP-Tickets für ausgezeichnete Sitzplätze und kostenlose Verpflegung in der Valiant Lounge gewinnen.

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Claudio De Capitani/freshfocus

Am 5. September ist der FC Luzern zu Gast im Wankdorf. Bei uns kannst du zwei VIP-Tickets für ausgezeichnete Sitzplätze und kostenlose Verpflegung in der Valiant Lounge gewinnen.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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