Darum gehts
- Essende schafft den Hattrick – ein Tor wird zudem aberkannt
- Damit endet eine lange Torflaute für den Millionentransfer
- Essende gut, alles gut bei YB?
Wie wendet man am besten die Bezeichnung als Transferflop ab? Mit einem Hattrick. YB-Stürmer Samuel Essende (28) kommt beim 8:3-Kantersieg bei Meister Thun fast nicht mehr aus dem Jubeln heraus. Einmal streckt er die Arme weit auseinander. Einmal bekreuzigt er sich. Einmal ballt er bloss die Faust. Fast kommt noch ein viertes Tor dazu, doch Essendes vermeintliches 3:2 in der 34. Minute nach einem Sololauf wird aberkannt – davor hat er mit dem Ball Thun-Goalie Steffen ausgetanzt.
Der 1,93-Meter-Bulle vereint Wucht, Tempo und Kaltschnäuzigkeit. Thun-Captain Bürki übersprintet er in der ersten Minute nach einem harten Körpereinsatz einfach. Die beiden Penaltys versenkt er in einer Seelenruhe. Es macht den Anschein, als würde sich der Kongolese auf dem Platz pudelwohl fühlen. Oder er will es einfach allen zeigen.
Denn ja, es handelt sich um genau jenen Stürmer, der im Februar für viel Geld von Bundesligist Augsburg zu YB gestossen ist. Von 3,5 Millionen Franken ist die Rede. Elf Spiele lang kriegte der Millionentransfer von Coach Gerardo Seoane immer und immer wieder das Vertrauen – doch Essende blieb auf null Toren sitzen. Immer mehr Augenbrauen wurden hochgezogen. Im zwölften Spiel brechen die Dämme.
Das kuriose Rennen um die Torjägerkrone
Einmal mehr ist die Aufstellung von Trainer Gerardo Seoane (47) speziell. Christian Fassnacht (32) und Chris Bedia (30) führen das Torjägerrennen der Liga an, sitzen aber beide nur auf der Bank. Zumindest an diesem Nachmittag zeigt Essende, warum er den Vorzug vor Sturmkonkurrent Bedia erhalten hat.
Ab der 76. Minute stehen dann alle drei zusammen auf dem Platz. Und siehe da: Fassnacht trifft in diesem Spiel doppelt – und Bedia darf anstelle von Essende den dritten YB-Penalty schiessen. Auch Bedia bleibt eiskalt.
Fassnacht steht nun bei 18 Toren, Bedia bei 17. «Das Schöne ist, dass wir uns hervorragend verstehen. Wenn es einer von uns beiden wird, dann gönnen wir uns das. Da ist es auch überhaupt kein Problem, dass Chris den Penalty genommen hat. Wir haben eine Freundschaft, die über den Fussball hinausgeht. Wichtig ist einfach, dass es am Ende einer von uns beiden wird», sagt Fassnacht danach bei SRF. Nächste Verfolger sind Thuns Rastoder und St. Gallens Vogt mit je 15 Treffern – bei einem verbleibenden Spiel.
Friede, Freude, Eierkuchen bei YB? Trotz 8:3 läuft für den ehemaligen Serienmeister in Thun längst nicht alles rund. Vor allem in der ersten Halbzeit stehen die Berner defensiv mehrmals im Schilf. Der Unterschied wird erst ersichtlich, als Thun ab Halbzeit in Unterzahl und ab der 76. Minute in doppelter Unterzahl spielt. Doch an diesem Tag lösen sich im Sturm bei YB kurz vor Ende einer verkorksten Saison ohne Europa-Qualifikation so einige Fragezeichen in Luft auf. Essende gut, alles gut?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 37 | 7 | 50 | |
2 | Servette FC | 37 | 6 | 50 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 37 | -12 | 42 | |
4 | FC Zürich | 37 | -21 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 37 | -28 | 30 | |
6 | FC Winterthur | 37 | -53 | 23 |
