Sein Stammplatz ist weg
YB-Wüthrich ist aus Albtraum erwacht – und jetzt nicht mehr gesetzt

Gregory Wüthrich wurde letzte Saison als neuer Abwehrchef und Leader zurückgeholt. Doch es lief bei YB ziemlich alles schief. Jetzt ist Cédric Zesiger da – und alles läuft rund. Was auch Wüthrich freut, obwohl der seine Einsätze nun teilen muss.
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Alain KunzReporter Fussball

Im ersten Spiel gegen Sion spielt Sandro Lauper neben dem gesetzten Abwehrchef Cédric Zesiger. YB gewinnt 4:2. Defensiv ist das noch ein bisschen wacklig. Gregory Wüthrich schaut sich das Ganze von draussen 90 Minuten lang an. In Thun dann darf er neben Zesiger starten. Und YB liefert ab. Von A bis Z. 6:0! So spielt ein Meisterkandidat! Oder?

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Gregory Wüthrich (l.) und Sandro Lauper teilen sich den Job als rechter Innenverteidiger ab sofort, so scheint es.
Foto: Claudio De Capitani/freshfocus

Wüthrich antwortet sehr defensiv. «Der Start hat gezeigt, dass wir aus der letzten Saison viel gelernt haben. Speziell aus den Dingen, die wir nicht gut gemacht haben.» Und die waren letzte Saison bekanntlich in der Überzahl. «Wir zeigen jedenfalls unseren Fans, dass wir uns sehr viel vorgenommen haben.»

Eine Rückkehr, die zum Albtraum wurde

Das hatten sich die Berner auch letzte Saison gedacht, als sie Wüthrich von Sturm Graz als Hoffnungsträger für eine schon in der Saison davor morsche Abwehr und als Leader zurückholten. Besser wurde aber nichts. Im Gegenteil. Wüthrichs Rückkehr wurde zum Albtraum. Da half ein fast dreimonatiger Verletzungsausfall in der Vorrunde auch kein bisschen.

Am Ende standen unfassbare 69 Gegentore. Nur die drei Zürcher Klubs (die auch die drei letzten Plätze belegten) waren da schlechter. Wüthrich, der eloquente Stadtberner, der das KV gemacht hat, musste ganz viele Niederlagen erklären. Und tat das in seiner besonnenen, durchaus diplomatischen Art.

Wer ausser YB kann den Titel holen?

Schon nach der Rückkehr aus den Ferien, so meldet Wüthrich auf dem YB-Kanal, habe er gespürt, dass eine andere Energie herrsche, dass die Köpfe befreiter seien. «Das hat man auf und neben dem Platz gemerkt.» Dieses Gefühl scheint nicht getrogen zu haben, wie die beiden ersten Spiele zeigen. Der Erfolg ist jedenfalls zurück.

Und die Berner Fans stellen sich bereits jetzt die Frage: Wer ausser YB kann den Titel heuer holen? Wenn dieses schon letzte Saison beeindruckende Kader nun auch richtig performt. Nur ist Wüthrich jetzt nicht mehr der Hoffnungsträger in diesem Verbund, sondern einfach einer von vier Innenverteidigern, der nicht alle Spiele machen wird und auf dem auch kein hoher Druck mehr lastet.

Wie sieht er seinen gewissermassen neuen Job? «Man sieht, dass wir vier Innenverteidiger eine gute Moral haben, füreinander da sind und uns gegenseitig pushen. Das ist das Wichtigste. Ob jetzt Sandro (Lauper, d. Red.) spielt oder ich.» Da ist er wieder: Wüthrich, der Diplomat.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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