Das Entsetzen über einen verschossenen Penalty ist im St. Jakob-Park schon grösser gewesen. Als Xherdan Shaqiri (34) beim 1:1 gegen Lugano innerhalb einer Minute zum zweiten Mal einen Penalty verschiesst, können sich auf der Joggeli-Tribüne sogar die Eltern des FCB-Captains – so wie er selbst – ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Elfmal ist Shaqiri in dieser Saison vom Punkt angelaufen, fünf Mal ist er gescheitert. Nimmt man seinen ersten vergebenen Versuch, den Schiedsrichter San korrekterweise wiederholen lässt, auch noch in die Rechnung, sind es sogar sechs. Von seinen Teamkollegen macht dem Basler Pechvogel aber niemand einen Vorwurf. «Bei dem, was Shaq schon alles für uns getan hat, können wir ihm diese Penaltys vergeben», sagt Marvin Akahomen (18).
Und auch von Trainer Stephan Lichtsteiner (42) gibts Rückendeckung: «Shaq ist ein sehr guter Elfmeterschütze.» Doch warum ist Shaqiri überhaupt zum Penalty angelaufen, nachdem Bénie Traoré (23) in der ersten Halbzeit bereits einen souverän verwandelt hatte? «Der Gefoulte schiesst in der Regel nicht selber», klärt Lichtsteiner auf. Dass Traoré den ersten Penalty geschossen habe, hätten die Spieler unter sich ausgemacht. «Sie machen die Hierarchie, da muss der Trainer nicht alles vorgeben. Ich vertraue jedem einzelnen Spieler.»
Gegentor ärgert Lichtsteiner mehr als Penalty
Obwohl seine Mannschaft in dieser Saison nun sechs von 14 Penaltys vergeben hat, sieht er keinen Bedarf für ein zusätzliches Training. «Verschossene Penaltys gehören dazu», so Lichtsteiner. Für Lugano-Goalie Amir Saipi (25) ist es bereits das zweite Mal in dieser Saison, dass er im Joggeli einen Shaqiri-Penalty hält. Auch wenn seine Parade aufgrund des wiederholten Versuchs dieses Mal keinen Eingang in die offizielle Statistik finden wird. «Das war einfach Intuition. Das letzte Mal hat er auf die andere Seite geschossen. Darum habe ich mich dieses Mal für diese Seite entschieden», erklärt Saipi.
Bei seinem zweiten Versuch rutscht Shaqiri dann unglücklich mit dem Standbein weg und setzt den Ball mehrere Meter übers Tor. Bis dahin steuert der FCB in einer ereignisarmen Partie auf einen Heimsieg zu, ohne selbst wirklich zu überzeugen. Doch nur zwei Minuten nach Shaqiris doppeltem Penalty-Bock trifft Koutsias nach einem schnellen Gegenstoss zum Tessiner Ausgleich. Ein Tor, das Lichtsteiner deutlich mehr ärgert als der vergebene Penalty. «Die ganze Aktion ist unnötig», so der FCB-Trainer. «Wir haben zu viele Ballverluste, weil wir zu ungeduldig sind. An solchen Details müssen wir arbeiten und reifer werden. Das ist aber noch ein weiter Weg.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 25 | 11 | 43 | |
4 | FC Basel | 25 | 7 | 40 | |
5 | FC Sion | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 25 | -2 | 30 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 25 | -7 | 27 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |

