Darum gehts
- YB strebt nach einer Siegesserie, doch Rückschläge erschweren die Saison
- Christian Fassnacht erzielt sein 101. und 102. Tor für YB, wird in der Kurve gefeiert
- Am Sonntag spielt YB beim formstarken Sion, eine schwierige Aufgabe
In letzter Zeit – sprich: in diesem Jahr – konnte YB noch nicht oft Fragen zu einer Siegesserie beantworten. Nach dem 1:1 bei GC vor gut einer Woche hatte Darian Males frustriert gesagt: «Wir wollten nach dem 3:0-Sieg gegen den FC Zürich unbedingt so weitermachen und eine Serie starten. Jetzt fängt es wieder von vorn an. Nun gehen wir nach St. Gallen und wollen unbedingt gewinnen und starten die Serie halt dann.»
Wie die Geschichte zeigt, wurde nichts daraus. YB verlor in St. Gallen, und das mit der Serie musste wieder mal verschoben werden.
Und nun? Matchwinner Christian Fassnacht (32) sagt nach dem klaren Berner Sieg über Winterthur: «Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass wir es können. Aber ich stehe da nicht hin und sage: Es funktioniert jedes Mal so. Auch wenn ich weiss, dass das möglich wäre. Denn die Vergangenheit zeigt etwas anderes.» Dafür sei er demütig und bodenständig genug. «Da braucht es mehr als einen Match, um sagen zu können, YB sei wieder spielerisch dort, wo es sein möchte. Aber es ist ein Anfang. Wir werden viel davon mitnehmen können.»
«Das gibt Mumm nach den letzten Resultaten»
Vorsicht spielt da mit, und das ist verständlich. Bei Trainer Gerardo Seoane (47) erwartet man ohnehin nichts anderes als noch mehr Zurückhaltung. Wars ein Befreiungsschlag? «Das kann man noch nicht sagen. Jedenfalls ist es ein Sieg, der allen guttut nach den letzten beiden Resultaten. Es gibt sicher Mumm und Energie. Aber wir sind uns bewusst, dass in den letzten Wochen und Monaten Rückschläge folgten, die wir nicht erwartet haben. Ich würde da jetzt noch keine Rakete in die Luft schiessen.»
Und doch: Man hat nun jenes YB gesehen, das in diesem Kader steckt und das alle längst erwartet haben. Seoane: «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass wir sowohl an der Spitze der Mannschaft wie auch in der Breite gute Qualität haben. Was auch darauf hindeutet, dass die bisherige Saison enttäuschend ist.»
Fassnacht blickt auf seine Tränen zurück ...
Zurück zu Fassnacht. Der schoss seine Tore Nummer 101 und 102 für die Berner und konnte sich tränenfrei darüber freuen; anders noch in St. Gallen, wo er nach seinem Jubiläumstor im Interview zu weinen begann. «Das war ein schwieriger Moment. Ich hatte mir das anders erträumt. Irgendwie das hundertste Tor mit Positivität verbinden. Dann kommt es derart spät – es war ein totes Tor. Es waren noch 30 Sekunden auf der Uhr. Da ging nicht mal mehr ein Ruck durch die Mannschaft. Das war der schlechtest-mögliche Zeitpunkt. Dann brachen die Emotionen halt durch.»
... und freut sich über die Party im Heiligtum der Ultras
Anders in Bern. Das 1:0 war der Dosenöffner. Das 3:0 die Entscheidung. Und so skandieren die Fans Fassnachts Namen nach dem Spiel und versehen ihn mit einem Schal. «Am Mittwoch war nicht so der Moment, um das zu würdigen. Nun haben sie mich in die Kurve geholt, was ein extrem schönes Zeichen ist, das mich enorm berührt hat. Dass ich mich in ihrem Heiligtum befinden und diesen Moment mit ihnen geniessen durfte, war ein absolutes Highlight.»
Für YB geht es tricky weiter. Am Sonntag muss Gelbschwarz zum formstarken Sion. Oder gewinnt YB dort, legt los mit der Serie und überholt die Walliser? Lieber keine Prognose wagen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun 1:0 | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 24 | 11 | 42 | |
4 | FC Basel | 24 | 7 | 39 | |
5 | FC Sion 0:1 | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 24 | -2 | 29 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 24 | -7 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |
