Das Spiel
YB tankt beim Duell mit dem Schlusslicht Selbstvertrauen. Die Gäste erweisen sich allerdings auch als Aufbaugegner. Was Winterthur im Wankdorf aufführt, ist nicht Super-League-würdig.
Ohne übermässigen eigenen Aufwand können die Berner zuerst auf 3:0 stellen. Die leise Winterthurer Hoffnung nach Buess' Anschlusstor in der 59. Minute hält nur sechs Minuten. Dann gehts für YB im gleichen Stil weiter. Bedia, Males und Sanches können sich vor dem Winti-Tor ohne viel Gegenwehr ausleben.
Der Kantersieg wird YB guttun. Denn Trainer Gerardo Seoane ist mitten in der Suche eines Grundgerüsts, auf dem nachhaltig etwas aufgebaut werden kann. So, wie es auch seine Bosse postulieren. Es ist so etwas wie ein «Best of» seines Riesenkaders, das er aufs Feld schickt. Also mit den Tenören Fassnacht, Sanches und Bedia. Hinten mit den beiden neuen Aussenverteidigern Valery und Bukinac, was auch nicht einer gewissen Logik entbehrt, da Janko ab und an eine Pause braucht. In der Mitte mit Wüthrich und Benito. Zumindest was die Stabilität anbelangt, zahlt sich das aus. Doch der offensive Kreativwahnsinn ist es vorerst nicht, was diese grossen Namen auf den Plastik zaubern. Dieser wird ansatzweise ersichtlich, als der Sieg bereits in die Wege geleitet ist.
Zu Beginn des Spiels ist YB vorwiegend bemüht – nicht mehr. Die Ballstafetten sind teils ganz hübsch anzusehen. Doch was ergibt sich daraus Konkretes? Nichts! Winterthur hat ohne Aufwand durch Hunziker die beste Chance, die Wüthrich mit einer Monstergrätsche zunichte macht. Und die einzige klare Berner Chance hat Bedia nach einem fürchterlichen Maksutaj-Fehlpass.
Und doch geht Gelbschwarz in Führung. Ein symptomatischeres 1:0 dafür hätte auch nicht fallen können. Gigovics Schuss missglückt total – und der Ball landet bei Bedia. Bedias Schuss missglückt total – und der Ball landet bei Fassnacht, der wischt dann die Kugel zu seinem 101. YB-Tor ins Netz ... Später folgt sein 102., schon nach einem viel souveränerem YB-Angriff und platzierten Kopfball. Fassnacht ist einer unter fünf verschiedenen YB-Torschützen.
Die Tore
39. Minute, Christian Fassnacht, 1:0. Zweimal misslingt einem YB-Spieler (Armin Gigovic und Chris Bedia) der Abschluss und zweimal landet der Ball daraufhin bei einem Berner (Bedia und Christian Fassnacht). Für Fassnacht, der aus fünf Metern einschiebt, ist es der 101. Treffer im gelbschwarzen Dress.
53. Minute, Alan Virginius, 2:0. Alan Virginius zieht von rechts aussen entlang der Strafraumgrenze in die Mitte. Seinem Abschluss verpasst Winti-Captain Remo Arnold mit dem Fuss eine entscheidende Richtungsänderung, sodass sein Goalie Stefanos Kapino in die falsche Ecke hechtet.
55. Minute, Christian Fassnacht, 3:0. Christian Fassnacht legt rüber zu Yan Valery und begibt sich in den Strafraum der Gäste. Es folgt eine butterweiche Valery-Flanke und ein platzierter Fassnacht-Kopfball. Der YB-Doppelschlag ist perfekt.
59. Minute, Roman Buess, 3:1. Roman Buess fällt nach einem Corner von Théo Golliard der Ball etwas glücklich einschussbereit vor die Füsse. Aus kurzer Distanz lässt sich der Winti-Stürmer da nicht zweimal bitten.
65. Minute, Chris Bedia, 4:1. Nachdem Winterthurs Sambou Camara YB den Ball direkt wieder herschenkt, flankt wenig später Alan Virginius hinter die Abwehr der Gäste. Chris Bedia ist seinem Bewacher Remo Arnold davongeschlichen und vollendet im Fallen.
82. Minute, Darian Males, 5:1. Sambou Camara lässt Darian Males gewähren. Dieser packt einen herrlichen Schlenzer aus. Dem bemitleidenswerten Stefanos Kapino bleibt nur das tatenlose Nachsehen.
85. Minute, Alvyn Sanches, 6:1. Winterthur hat sich längst aufgegeben. Nach Darian Males zaubert nun auch Alvyn Sanches. Sein Distanzschuss schlägt links oben ein. Ein Traumtor.
Der Beste
Trotz Sanches' Traumtor, Valerys zwei Assists, Virginius' aktivem Ofensivauftritt – keiner hat die Krone mehr verdient als Christian Fassnacht für seine YB-Tore Nummer 101 und 102. Das 1:0 war die so wichtige Führung. Das 3:0 die Entscheidung. Die Tränen von St. Gallen dürften getrocknet sein.
Der Schlechteste
Sechs Gegentore – da steht der Abwehrchef in der Hauptverantwortung, und die Winti-Bilanz von Mirlind Kryeziu ist ganz bitter: Sieben Gegentore in zwei Spielen.
Das gab zu reden
Fun Fact: Gibt es bei YB eine Vorschrift, dass Aussenverteidiger aus dem Maghreb dieselben komischen Dreiviertel-Unterziehhosen anhaben müssen? Jedenfalls hat der Tunesier Valery – der zwei Assists zum 6:1 beiträgt – auch derartige Kleidung an wie der verletzte Algerier Jaouen Hadjam …
Die Fans
23'160 Fans trotzen einem Hudelwetter in Höchstform. Regen, Wind, dann Schnee, wieder Regen, logischerweise Kälte. Die Winti-Fans tragen das Ihrige zu einem launigen Abend bei (der er für sie natürlich nicht ist …).
Die Schiris
Keine grösseren Probleme für Ref Johannes von Mandach. Vielleicht war eine der Gelben – jene gegen Gigovic – unnötig, ist aber Mäkeln auf höchstem Niveau. VAR Sandro Schörer braucht nie aktiv eingreifen.
So gehts weiter
Während YB erst in acht Tagen (am 22. Februar) auswärts gegen Sion im Tourbillon das nächste Mal im Einsatz steht, bestreitet Winterthur kommende Woche zwei Heimspiele. Zunächst wird am Mittwoch die Partie gegen St. Gallen nachgeholt (19 Uhr), bevor dann am Samstag Spitzenreiter Thun auf der Schützenwiese gastiert (18 Uhr).
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 24 | 28 | 55 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 24 | 11 | 42 | |
4 | FC Basel | 24 | 7 | 39 | |
5 | FC Sion | 24 | 8 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 24 | -2 | 29 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 24 | -7 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |






