Das Spiel
Es sind verrückte Szenen, die sich nach einer Stunde im Joggeli abspielen. Zunächst gibt es Penalty für Basel, nachdem Lugano-Neuverpflichtung Carbone Traoré an der Strafraumgrenze leicht berührt und von den Beinen holt. Nachdem er den ersten Penalty nach einer halben Stunde noch Traoré überlassen hatte, der für die Basler Führung sorgte, tritt nun Shaqiri selbst an. Und der FCB-Captain sieht seinen Schuss von Saipi pariert.
Lugano jubelt, Basel ist konsterniert. Aber: Schiri San lässt den Penalty wiederholen, da Kelvin aufseiten der Tessiner zu früh in den Strafraum gelaufen war und den Ball im Anschluss klärt. Die Elfmeter-Wiederholung bringt Croci-Torti zum Kochen, der sich lautstark beschwert. Shaqiri hat aber also nochmals die Chance, die Führung auszubauen. Und vergibt noch einmal. Weil er wegrutscht, setzt er den Ball meterweit über das Tor. Unglaublich! In dieser Saison hat Shaqiri damit bereits fünf Elfmeter nicht verwandelt.
Und es kommt knüppeldick für den FCB. Denn der Treffer fällt dann rund zwei Minuten später doch noch – aber tatsächlich auf der Gegenseite. Koutsias verbucht den Ausgleich zum 1:1. Der Grieche wurde von Croci-Torti nach einer Viertelstunde eingewechselt, weil Behrens mit Adduktorenproblemen vom Platz musste. Ohne den Topskorer tat sich Lugano lange schwer, sich gefährliche Chancen herauszuarbeiten. Nun trifft der Joker und rettet den Tessinern einen Punkt. Für Lugano ist es bereits das vierte Unentschieden in Folge.
Die Tore
30. Minute, Bénie Traoré, 1:0. Zanotti rempelt nach einer Shaqiri-Ecke Leroy im Strafraum um. Nach VAR-Konsultation zeigt Schiri San auf den Punkt. Traoré übernimmt die Verantwortung und verwandelt in der linken unteren Ecke.
64. Minute, Georgios Koutsias, 1:1. Dos Santos geht bei der Basler Verteidigung vergessen und läuft alleine in den Strafraum. Von der Mitte legt er leicht nach rechts rüber, wo Koutsias angerauscht kommt. Der FCB lässt dem Griechen viel zu viel Platz. Koutsias kann so ungestört abschliessen und trifft an Hitz vorbei in die rechte Ecke.
Die Stimmen
FCB-Coach Stephan Lichtsteiner (mit angeschlagener Stimme gegenüber Blue):«Wir haben einen guten Match gemacht, wir haben viel kreiert. Wir hatten Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Das 2:0 hätten wir machen müssen, das wäre nachher eine Chance auf den Sieg. Wir kommen mit All-in-Aktionen, die auf diesem Niveau einfach nicht gehen. Wir hatten das bereits angesprochen, weil wir im Sion-Spiel die gleichen Probleme hatten. Damit habe ich Mühe. Wir haben heute einen Punkt gemacht, hätten aber drei machen müssen. Das nervt.»
Lugano-Trainer Mattia Croci-Torti (gegenüber Blue): Ich bin mit dem Unentschieden zufrieden. Wir haben bis zur letzten Sekunde versucht, den Match in Basel zu gewinnen. Es ist schade, weil wir ihnen in der ersten Halbzeit mit diesem Penalty ein grosses Geschenk machen. Ohne den Penalty hätten wir das Spiel unter Kontrolle gehabt. In der ersten Hälfte waren wir zu langsam. In der zweiten sah ich ein gutes Lugano. Wir haben in einem schwierigen Spiel noch einen Punkt geholt, das war auch eine Reaktion meiner Mannschaft.»
Nach Servette-Coach Jocelyn Gourvennec gratuliert auch Croci-Torti Thun: «Wir haben nun seit elf Spielen nicht verloren. Aber das Problem ist, dass eine Mannschaft in diesem Jahr immer gewinnt. Wir gratulieren Thun dazu, was sie in diesem Jahr machen. Lugano kämpft zwar, zeigt Charakter und will immer gewinnen, es fehlt aber noch etwas. Wir sind zu wenig dominant und zu wenig gefährlich vor dem Tor. Das können wir nicht verstecken und müssen wir verbessern.»
FCB-Stürmer Albian Ajeti (gegenüber Blue): «Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Wir konnten den Sack nicht zumachen. Am Ende stehen wir nur mit einem Punkt da. Aber wir können nicht viel machen, ausser weiterzumachen. Es war kein einfaches Spiel. Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Aber wir sind der FC Basel und kommen da wieder raus. Es war der Entscheid des Trainers, mich nicht nach Sion mitzunehmen. Das muss ich akzeptieren. Ich habe probiert, in der Woche alles zu geben. Mehr oder weniger gibt es nicht zu sagen. Was wir in der Kabine besprochen haben, bleibt in der Kabine.»
Der Beste
Léo Leroy. Liefert in einer defensiveren Rolle als üblich einen richtig starken Auftritt ab. Holt einen Penalty heraus.
Der Schlechteste
Xherdan Shaqiri. Wer zwei Penaltys verschiesst, kommt trotz einer ansonsten soliden Partie nicht um diesen Titel herum.
Das gab zu reden
Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Flavius Daniliuc und Finn van Breemen sowie den Abgängen von Jonas Adjetey und Adrian Barisic stehen Stephan Lichtsteiner nur noch zwei Innenverteidiger zur Verfügung. So kommt neben Nicolas Vouilloz der 18-jährige Marvin Akahomen zu seinem sechsten Super-League-Einsatz und meistert diese Aufgabe erstaunlich abgeklärt und verhindert in der Nachspielzeit den Tessiner Siegtreffer.
Die Schiris
Nach einer halben Stunde kann sich Schiedsrichter San auf VAR Dudic verlassen, als sich dieser nach einem Zanotti-Rempler gegen Leroy im Tessiner Strafraum zu Wort meldet. San entscheidet sich nach Überprüfung der Bilder korrekterweise auf Penalty. Den zweiten Strafstoss sieht er selbst, nach erneutem VAR-Eingriff lässt er diesen wiederholen. Auch dieser Entscheid ist richtig.
Die Fans
22’715 Fans verfolgen im Joggeli einen über weite Strecken eher müden Kick.
So gehts weiter
Für Basel steht am nächsten Sonntag die Partie in Luzern an (16.30 Uhr). Lugano bestreitet gleichzeitig das Heimspiel gegen Lausanne.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






