«Wäre kontraproduktiv»
Der FC Luzern wirbt gegen Fangewalt-Initiative

Der FC Luzern spricht sich gegen die kantonale Initiative «Gegen Fangewalt» aus, unterstützt aber den Gegenvorschlag. Die geforderten Massnahmen seien nicht zielführend findet der FCL– wie auch die Kantonsregierung.
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Der FC Luzern ist gegen die Initiative «Gegen Fangewalt».
Foto: Martin Meienberger/freshfocus
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Carlo SteinerRedaktor Sport

Der FC Luzern gibt eine Abstimmungsempfehlung heraus. Am Sonntag, 27. September 2026, stimmt die Luzerner Bevölkerung über die Initiative «Gegen Fangewalt» und den entsprechenden Gegenvorschlag ab. Der FCL spricht sich gegen die Initiative, dafür aber für den Gegenvorschlag der Kantonsregierung aus. 

Die Mitte-Partei lancierte die Initiative im Jahr 2023 als Reaktion auf vermehrte Ausschreitungen rund um die Spiele des FC Luzern. Zu den Forderungen der Initiative gehören unter anderem eine ID-Pflicht für den Stadionbesuch sowie ein verbindliches An- und Rückreisekonzept. Zudem sollen die Behörden die Vorschriften für die Durchführung von Spielen stufenweise verschärfen können, falls es zu Ausschreitungen kommt.

Die Regierung lehnt die Initiative, wie auch der FCL, ab. Die Massnahmen seien nicht geeignet, um die Situation zu verbessern. «Die Initiative der Mitte ist wirkungslos», sagte die Luzerner Sicherheitsdirektorin Ylfete Fanaj (SP) unlängst gegenüber SRF. Es handle sich um eine «Insellösung», die nicht auf nationale Massnahmen abgestimmt sei.

Im Gegenvorschlag will die Regierung den «bewährten Luzerner Weg» weiterentwickeln. Bedeutet: Die Bewilligungspflicht im Gesetz soll präzisiert werden, sodass Risikospiele künftig eine Einzelbewilligung brauchen – mit klaren Auflagen für den Veranstalter bezüglich Dialog, Prävention und An- und Rückreise der Gästefans. Ebenfalls soll eine gesetzliche Grundlage zur Videoüberwachung durch die Polizei bei Fanmärschen und beim Einlass ins Stadion geschaffen werden, um Einzeltäter besser identifizieren zu können. 

Der FC Luzern schliesst sich der Regierung an

«Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass Luzern bei der Sicherheit rund um Fussballspiele auf einem sehr guten Weg ist. Die Zahl der als «rot» eingestuften Spiele mit FCL-Beteiligung sei innerhalb von fünf Saisons kontinuierlich von acht in der Saison 2021/22 auf null in der Saison 2025/26 gesunken», erklärt der FCL in einer Mitteilung. Der Verein teile die Einschätzung der Regierung.

Die ID-Kontrollen «wären mit massiven Kosten und grossem organisatorischem Aufwand verbunden und könnten zu langen Warteschlangen vor den Stadien führen und sie erschweren die unkomplizierte Weitergabe von Tickets», argumentiert der FCL weiter. «Gleichzeitig wären die erhobenen Daten im Nachgang nicht auswertbar, da diese aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht gespeichert werden dürfen. Weiter zeigt ein Blick auf die Vergangenheit, dass sich schwere Vorfälle im Zusammenhang mit Fussballspielen überwiegend ausserhalb der Stadien ereignet haben. Ein kantonaler Alleingang ist zudem kontraproduktiv und bringt neue Risiken mit sich.»

Wegen der positiven Entwicklung sieht der Klub gesetzliche Verschärfungen nicht zwingend nötig. «Sollte sich die Luzerner Stimmbevölkerung dennoch für eine Anpassung der heutigen Regelung aussprechen, ist der Gegenvorschlag aus Sicht des FCL die zielführendere Lösung», so der FCL. 

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