Viel hat nicht gefehlt und Stephan Lichtsteiner (42) wäre in seinem sechsten Spiel als FCB-Trainer zum fünften Mal als Verlierer vom Platz gegangen. Doch Marvin Akahomen (18) ist in der Nachspielzeit mit seinem Klärungsversuch zur Stelle und rettet dem FCB gegen Lugano einen Punkt. «Ich bin froh, habe ich wieder mal eine Chance bekommen. Ich denke, ich habe meine Sache ordentlich gemacht», sagt der junge Verteidiger danach.
Trotz der akuten Basler Abwehrprobleme hat Akahomen lange darauf warten müssen. Seit er im April 2023 mit 15 Jahren in der Super League debütiert hat, ist das Abwehrjuwel in der Liga nur noch vier Mal zum Einsatz gekommen – zuletzt vor fast einem Jahr.
Als sich unter der Woche beim Gastspiel bei Sion (0:2) Flavius Daniliuc früh verletzt, schickt Lichtsteiner lieber den erfahreneren Dominik Schmid aufs Feld. Akahomen sitzt 90 Minuten auf der Bank, obwohl er neben Nicolas Vouilloz der einzige gesunde Innenverteidiger im Kader ist. «Der Trainer hat das mit mir besprochen, es ist abgehakt», sagt Akahomen, nachdem er gegen Lugano endlich seine Startelf-Chance bekommen hat.
Akahomen zeigt sich selbstkritisch
Der U19-Nationalspieler zeigt auch abgesehen von seiner Rettungstat einen erstaunlich abgeklärten Auftritt. Was Akahomen dabei sicherlich entgegenkommt, ist, dass der fast doppelt so alte und gefühlt doppelt so schwere Lugano-Stürmer Kevin Behrens schon in der Startphase verletzt vom Feld muss. Dessen Ersatz Georgios Koutsias (22) hat der FCB-Verteidiger deutlich besser im Griff – mit einer einzigen Ausnahme.
Beim Tessiner Ausgleich erwischt Koutsias mit seinem satten Abschluss Akahomen zwischen den Beinen. «Den Konter können wir besser verteidigen. Ich hätte meine Beine besser zumachen können», zeigt sich der Zürcher selbstkritisch. Von Stephan Lichtsteiner gibt es trotzdem «ein grosses Kompliment» an Akahomen. «Das kommt für mich aber auch überhaupt nicht überraschend. Ich kenne Marvin seit einigen Jahren, er ist ein grosses Verteidigertalent», so der FCB-Trainer.
Lichtsteiner spricht schon über Omeragic
Gleichzeitig gesteht Lichtsteiner aber auch ein, dass der Umgang mit Akahomen in der Vergangenheit nicht immer optimal gewesen sei und dieser in der U21 zu mehr Spielzeit hätte kommen müssen. «Aber ich bin mir sicher, dass er uns in Zukunft noch viel Freude machen wird», sagt Lichtsteiner.
Das dürfte aber nur bedingt auf die kommenden Wochen zutreffen. Der FCB gibt am Montagabend den Zugang von Becir Omeragic (24) offiziell bekannt. Schon nach dem Lugano-Spiel sagte Lichtsteiner: «Er ist ein Spieler mit viel Erfahrung, der in dieser Saison in einer guten Liga schon viele Spiele gemacht hat. Er wird uns defensiv, aber auch im Spielaufbau viel geben», so das Urteil des Basler Trainers. Schon am Sonntag in Luzern dürfte Omeragic zu seinem FCB-Debüt kommen – und Eigengewächs Akahomen vorerst wieder auf der Bank Platz nehmen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 25 | 11 | 43 | |
4 | FC Basel | 25 | 7 | 40 | |
5 | FC Sion | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 25 | -2 | 30 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 25 | -7 | 27 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |

