Darum gehts
- Ausfall von Genis Montolio hat extrem bittere Note
- So ist der Abend für den Spanier noch verlaufen
- Die Thuner Geste: Alle wählten in Pause anderen Weg
Ab diesem Moment weiss man, was es in Thun geschlagen hat. Abwehr-Terrier Genis Montolio (29) krümmt sich am Boden, hält sich mit einer Hand das Knie, mit der anderen verdeckt er seine grosse Enttäuschung im Gesicht. Bei der ersten Abwehraktion hat er sich in einem Zweikampf ohne grosse Fremdeinwirkung verletzt. Beim Aufstehen kann der Spanier das Knie nicht mehr richtig belasten, beim Verlassen des Feldes muntern ihn sogar die Gegner auf. Diagnose? Ungewiss.
«Es ist extrem bitter, es hat nicht gut ausgesehen», sagt Captain Marco Bürki (32) nach dem Spiel zu Blick. Montolio ist ein Vorzeigekämpfer und dafür bekannt, die gegnerischen Stürmer intensiv zu bearbeiten – immer am Limit. Schon nach der 2. Minute muss Thun auf dieses Element verzichten. Entsprechend ist nach der ungeplanten Auswechslung auf dem Platz sichtbar, dass sich die Berner Oberländer an diesem grossen Abend mit dem Titel vor Augen zuerst sammeln müssen.
Wie sehr das Schicksal von Montolio die Mitspieler berührt hat, zeigt eine Episode, die Bürki erzählt. «Es war nicht nur für ihn bitter, sondern für alle. In der Halbzeitpause sind erst einmal alle in die Physio gelaufen, anstatt in die Kabine gesessen. Da haben wir mit Genis gesprochen, alle haben ihm eine Umarmung gegeben.»
System von Lustrinelli stark herausgefordert
Der Ausfall hat nicht nur psychologische Auswirkungen, sondern auch taktische. Um den für den Meistertitel nötigen Sieg gegen Lugano einzufahren, hatte Mauro Lustrinelli eine Dreierkette aufgestellt. Gegen die anderen Gegner der Liga spielt er jeweils in seinem bewährten 4-2-2-2-System.
Schon beim 0:1 Anfang April in Lugano hatte der Thuner Erfolgstrainer eine Dreierkette gewählt, damals mit Mittelfeldspieler Mattias Käit darin. Um die Tessiner nach zwei Niederlagen endlich wieder zu knacken (schon im November gab es ein 0:1), wollte es Lustrinelli diesmal mit drei Innenverteidigern probieren. Seine Pläne wurden schon kurz nach Anpfiff stark herausgefordert.
Der eingewechselte Lucien Dähler übernahm zwar die Position von Montolio und machte seine Sache solid. Doch der Freiburger spielt ansonsten immer als Rechtsverteidiger. Man konnte beobachten, wie seine Mitspieler ihm während des Spiels für die ungewohnte Position Anweisungen gaben. So sagt auch Lustrinelli, ohne darauf angesprochen worden zu sein: «Die Verletzung von Genis am Anfang hat uns nicht geholfen. Wir hatten das Spiel mit ihm vorbereitet.»
So unklar der Schweregrad der Verletzung des Spaniers noch ist, so klar ist eine andere Sache: dass der «Krieger» der Thuner, wie er im Team genannt wird, bei der Mannschaft bleiben wollte. Mit einer Schiene am Bein und Krücken ist Montolio nach Spielschluss und dem vertagten Meistertitel humpelnd auf dem Feld zu sehen. Ein sofortiger Gang ins Spital bei dieser elektrisierenden Affiche im Berner Oberland? Kein Thema.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 34 | 37 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 34 | 13 | 60 | |
4 | FC Basel 0:0 | 34 | 6 | 54 | |
5 | FC Sion 0:0 | 34 | 16 | 53 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 34 | 4 | 43 | |
2 | FC Lausanne-Sport | 34 | -7 | 42 | |
3 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
4 | FC Zürich | 34 | -21 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 34 | -26 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |

