Darum gehts
- Kevin Behrens nennt seine homophobe Aussage dumm
- 2025 wechselte er zu Lugano: 21 Tore in 48 Spielen
- Im Januar kams im Trainigslager zum «Missgeburt»-Eklat
«Bei vielen Vereinen war die Tür für mich zu. Man wollte sich kein Problem dazu holen», erklärt Luganos Kevin Behrens (35) im Interview gegenüber Blue. Rückblende: Nach einer homophoben Aussage wurde der ehemalige deutsche Nationalspieler in Deutschland für viele zur Persona non grata.
Der Deutsche blickt zurück auf seinen Fall vom «bodenständigen Nationalspieler, der nach einem Bundesliga-Hattrick mit dem Velo nach Hause fährt», zum «Skandalstürmer». «So eine schwule Scheisse unterschreibe ich nicht», soll er bei einer Autogrammstunde im September 2024 gesagt haben, als sich ein Fan seines damaligen Klubs Wolfsburg ein Trikot mit einer regenbogenfarbigen Rückennummer unterschreiben lassen wollte. In der Folge wurde Behrens Woche für Woche von eigenen und gegnerischen Fans ausgepfiffen. 16 Kurzeinsätze später endete seine Zeit in der Bundesliga – auch mangels Angeboten, wie er nun zugibt. Seither stürmt Behrens für Lugano, für das er in bisher 48 Spielen 21 Tore erzielt hat.
Dem gebürtigen Bremer ist klar, dass ihm das schlechte Image noch lange anhaften wird: «Dass ich das ein Stück weit nicht mehr loswerde, damit muss ich leben.» Es seien viele Beleidigungen in seine Richtung gekommen, er habe aber gelernt, irgendwie damit umzugehen. «Eine dumme Aussage in einem internen Bereich, wo man – nicht nur ich, sondern auch andere – des Öfteren mal was sagt, das für die Öffentlichkeit nicht ganz so schön ist. Ich habe mich entschuldigt und wurde dafür gebüsst», erklärt er.
«Missgeburt»-Vorfall im Trainingslager
Dass es im Wintertrainingslager im Januar zum nächsten Eklat kam, hilft selbstredend nicht, aus der Rüpel-Ecke rauszukommen. In einem Testspiel ging Behrens wie wild auf seinen damaligen Teamkollegen Georgios Koutsias (22) los und schubste ihn zu Boden. «Du kleine Missgeburt, sei leise», seine nicht ganz so netten Worte an den Griechen.
«Das zieht sich leider ein bisschen durch mein Leben. Auch das darf mir natürlich unter keinen Umständen passieren. Da kamen gewisse Emotionen hoch und ich hatte mich nicht unter Kontrolle. Was soll ich jetzt noch dazu sagen? Eine Scheiss-Situation wars, für mich und den Verein.»
Sportlich gesehen soll es bald wieder aufwärtsgehen. Nach einer rund sechswöchigen Verletzungspause will er nach der Länderspielpause wieder angreifen. Seinem Team, das ungeschlagen an der Tabellenspitze liegt, läuft es in der bisherigen Saison ohnehin wie am Schnürchen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 9 | 20 | 25 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 9 | 0 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 9 | -3 | 13 | |
6 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
7 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
8 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
9 | FC Thun | 9 | -8 | 10 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
11 | FC Vaduz | 9 | -3 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 9 | -8 | 6 |