Die Schlüsselszene
Es kann nur die 96. Minute sein. Doron Lichtenstein kann sich gegen Samuel Krasniqi nur mit einem Foul am eigenen Strafraum wehren. Es gibt den Freistoss, den Krasniqi so an den entfernten Pfosten tritt, dass dort Bujar Pllana tatsächlich noch zum 2:2 einköpfen kann.
Das Spiel
Die GC-Spieler werden sich höchstwahrscheinlich fragen: Wie haben wir dieses 295. Zürcher Derby nicht gewinnen können?
Besonders in der ersten Halbzeit sündigt die Zeidler-Equipe reihenweise. Nach den Topmöglichkeiten von Muci und Samuel Krasniqi hätten die Hoppers bereits in der Startphase eigentlich mit 2:0 führen müssen.
Was den Rekordmeister aber besonders schmerzen wird: Der eingewechselte Morandi schiesst in der 65. Minute einen Foulpenalty (Trikotzupfer von Spadanuda an Guibelalde) an den Querbalken – es ist die grosse Chance, die Partie nach dem Ausgleich von Samuel Krasniqi innerhalb von sieben Minuten zu drehen.
Der FCZ hat seine beste Phase direkt nach der Pause. Der Lohn hierfür ist die 1:0-Führung durch Spadanuda, die allerdings nicht lange Bestand hat. Emmanuel lässt das Koller-Team in der Schlussphase dann doch wieder vom schmeichelhaften Derbysieg träumen – bis GC-Pllana mit der allerletzten Aktion des Spiels in der 96. Minute zum 2:2 ausgleicht.
Die Tore
54. Minute, Kevin Spadanuda, 0:1. Bledian Krasniqis hoher Pass hinter die GC-Abwehr verwertet Spadanuda mit dem dritten Kontakt. Sein Abschluss passt genau zwischen Hübels Oberschenkel und dem Pfosten hindurch.
58. Minute, Samuel Krasniqi, 1:1. Da sich Lichtenstein im Eins-gegen-Eins von Samuel Krasniqi abkochen lässt und es verpasst, zu klären, taucht der GC-Stürmer alleine vor Huber auf und gleicht aus.
80. Minute, Umeh Emmanuel, 1:2. Aus einem Lichtenstein-Einwurf entsteht das zweite FCZ-Tor. Reverson legt vor dem Strafraum für Emmanuel ab, der Hübel mit einem Direktabschluss bezwingt.
96. Minute, Bujar Pllana, 2:2. Die letzte Aktion des Spiels – und keiner vom FCZ fühlt sich am zweiten Pfosten für Pllana zuständig. Dieser nickt eine Freistossflanke von Samuel Krasniqi aus kürzester Distanz ungehindert ein.
Die Stimmen
Der Beste
Samuel Krasniqi ist an praktisch allen Chancen der Grasshoppers beteiligt. Früh legt er Nikolas Muci das scheinbar sichere 1:0 hin, aber sein Sturmpartner vergibt. Danach scheitert Krasniqi mehrfach mit eigenen Abschlüssen, bis er in der 58. doch noch trifft. Danach holt er den Freistoss heraus, den er selber so tritt, dass Bujar Pllana in der 96. Minute noch das 2:2 erzielen kann.
Der Schlechteste
Alexander Hack bleibt zur Pause draussen. Es muss für den 32-Jährigen wie eine Erlösung kommen. So viele Fehler hat er vor dem Seitenwechsel begangen, dass es nur etwas Positives festzuhalten gibt: In seiner Zeit auf dem Feld schiesst GC trotz all seiner Fehlpässe und Stellungsfehler kein Tor.
Die Fans
17’142 sind fürs Derby in den Letzigrund gekommen. Am Anfang brennt die Südkurve vermutlich all das ab, was sie am 1. August wegen des Feuerwerkverbots nicht losgeworden ist. Nach der Pause ziehen die GC-Fans nach, die daran erinnern, dass ihr Verein der ältere der beiden ist und dazu zwei dieser extrem unnötigen Superböller ablassen. Irgendwann haben dann beide so viel Rauch abgelassen, dass das Spiel unterbrochen werden muss.
Die Schiris
Johannes von Mandach hat ein hektisches Spiel im Griff und findet die richtige Mischung. Viel lässt er laufen, gibt aber Gelb, wenn es nötig ist. Ein kleinlicherer Schiedsrichter hätte das Tor von Samuel Krasniqi vielleicht wegen des Zupfers an Doron Lichtenstein aberkannt. Dass er es nicht abpfeift, passt aber zu von Mandachs Linie.
Das gab zu reden I
Juan José Perea wird nie mehr das Trikot des FC Zürich tragen. Nach dem 3:2-Sieg in Lausanne legte sich der Stürmer mit Trainer Marcel Koller an. Nun steht die Konsequenz fest: Der Kolumbianer und der FCZ haben den Vertrag vorzeitig aufgelöst. Heisst: Perea hat die Chance, als vertragsloser Spieler noch einen neuen Klub zu finden. Und die Zürcher haben einen Unruheherd weniger im Kader.
Das gab zu reden II
Zum 140. Geburtstag haben die Grasshoppers ihren einstigen Wunderstürmer Richard Nuñez nach Zürich eingeladen. Beim 2:0 gegen St. Gallen unter der Woche brachte er seinem alten Verein Glück. Im Derby ist er ein zweites Mal als Glücksbringer da. Seine Magie reicht immerhin zu einem 2:2 in der 96. Minute. Vielleicht sollten ihn die Grasshoppers häufiger nach Zürich einladen?
So gehts weiter
Bei GC steht am kommenden Samstag auswärts das Kräftemessen mit Schweizer Meister Thun auf dem Programm (18 Uhr). Am Tag danach muss auch der FCZ wieder ran – zu Hause wartet Aufsteiger Vaduz (14 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 9 | 20 | 25 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 9 | 0 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 9 | -3 | 13 | |
6 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
7 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
8 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
9 | FC Thun | 9 | -8 | 10 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
11 | FC Vaduz | 9 | -3 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 9 | -8 | 6 |