Das Spiel
Es ist ein Spitzen- (für St. Gallen) respektive Strichkampf (für den FCZ), der von ungeheurer Intensität geprägt ist. Beidseits. Auf Zürcher Seite ist es Lindrit Kamberi, der eine wunderbare Grätsche bejubelt wie ein Tor. Bei Grünweiss tut dies Lukas Görtler.
Zu Beginn: Der FCZ ist besser. Auch ohne die nach den Techtelmechteln im Nachgang des letzten Derbys gesperrten Gómez, Comenencia und Markelo. Für sie spielen Sauter, Junior League und Phaëton oder Reverson, je nach Sichtweise. Da spürt man keinen Leistungsabfall. Und schon nach sechs Minuten klingelts. Einen Einwurf von Kamberi verlängert Stanic unfreiwillig, Neziri rutscht aus und verletzt sich leicht. So hat Emmanuel freie Bahn, um auf Phaëton aufzulegen.
Doch Santa Gallo rappelt sich auf. Und vielleicht zeigt auch die gfürchige Samichlaus-Choreo der Espen mit böse dreinschauenden schwarzweissen Kläusen ihre Wirkung. Witzig zirkelt den Ball zuerst an die Latte. Doch in der 33. Minute erwischt er FCZ-Goalie Brecher, der bei diesem Schlenzer in die weite Ecke nicht gut aussieht. Wirklich? Gaal lenkt ab und macht das Ding ziemlich scharf. Und das mutet wie ein schlechter Witz an: Es ist Christian Witzigs erstes Ligator in dieser Saison! Im 13. Anlauf.
Kein Witz ist hingegen, dass der Goleador des FCZ weiter skort. Steven Zuber findet Philippe Kény, der zum sechsten Mal einnetzt. Die Zürcher sind wieder vorne. Stark! Und bleiben es bis zum Schluss. In einer deutlich weniger animierten zweiten Halbzeit. Der grösste Aufreger: Dass Schiri Sven Wolfensberger bei einem vermeintlichen Handspiel von Vujevic von VAR Sandro Schärer nicht an den Schirm gebeten wird. Es schien jedenfalls gute Argumente für eine anderweitige Entscheidung zu haben als weiterspielen zu lassen.
Stark übrigens auch der Umstand, dass die Viererkette des Stadtklubs ausschliesslich aus Eigengewächsen gebildet wird: Kamberi, Vujevic, Sauter und Junior League. Und die zerreissen sich für ihre Farben. Vorbildlich!
Die Stimmen
FCSG-Captain Lukas Görtler gegenüber Blue: «Ich habe die Szene gerade gesehen. Es ist unglaublich: Wir haben den VAR. Am Montag – täglich grüsst das Murmeltier – lese ich im Tagblatt oder im Blick wieder von Wermelinger (SFV-Schiedsrichterchef, d. Red.): ‹Entschuldigung, wir haben es nicht gesehen.› Am Ende der Saison haben wir dann wieder 99 Prozent gerechtere Entscheide gefällt. Wie sie auf diese Statistik kommen, weiss ich nicht. Wir haben den Videoschiri, wie kann man das nicht sehen? Dann machen wir es besser ohne.»
FCZ-Coach Dennis Hediger gegenüber Blue: «Die Mannschaft wirft alles rein. Es wurde viel darüber geredet, dass wir keine Einheit seien, dass wir Söldner seien. Jetzt haben wir wieder das Gegenteil bewiesen. Emmanuel Umeh zum Beispiel hat 45 Minuten geackert vor seiner Auswechslung. In der Pause haben alle applaudiert für Umeh und Tsawa, die zur Pause raus sind.»
Die Tore
6. Minute, Matthias Phaëton, 0:1. Stanic unterschätzt einen Einwurf und leitet ungewollt weiter zu Emmanuel. Dieser schüttelt Neziri ab und legt von rechts in den Fünf-Meter-Raum, wo Phaëton ins leere Tor einschiebt.
33. Minute, Christian Witzig, 1:1. Witzig nimmt in der Nähe des rechten Strafraumecks Mass. Sein Schlenzer mit links wird von Gaal noch leicht abgefälscht und schlägt in der linken Torecke ein. Das Tor wird noch auf Offside und Handspiel überprüft. Weil Witzig der Ball aber unabsichtlich an den Arm springt, zählt der Treffer.
42. Minute, Philippe Kény, 1:2. Zubers Flanke von links findet am weiten Pfosten Kény, der im Rücken von Okoroji mit dem Innenrist eiskalt verwertet.
Der Beste
Philippe Kény. Gehört vom Potenzial her zu den vielversprechendsten Super-League-Stürmern und zeigt gegen den FCSG, warum. Kann den Ball gut behaupten, erzielt den Gamewinner. Stark.
Der Schlechteste
Lukas Daschner. Spielt auf ungewohnter Position als zweite Sturmspitze, bringt dort aber kein Bein vors andere. Knüpft nahtlos an die schwache Leistung im Cup gegen Rapperswil an.
Das gab zu reden
Die drei gesperrten Spieler beim FC Zürich. Comenencia, Gómez und Markelo fehlen, weil sie sich nach dem Zürcher Derby Rote Karten eingefangen haben, auf dem Platz wird das Trio aber nicht gross vermisst.
Die Schiris
Sowohl Schiri Wolfensberger als auch der VAR übersehen ein klares Handspiel von FCZ-Verteidiger Vujevic im Strafraum. Hätte der FCSG einen Penalty bekommen, das Spiel wäre noch einmal richtig heiss geworden. So aber ists und bleibts eine furchtbare zweite Halbzeit.
Die Fans
Der Espenblock packt eine beeindruckende Samichlaus-Choreo aus. Und er weist darauf hin, dass am 20. Dezember das Adventssingen im Kybunpark stattfinden wird. Unter dem Motto «zämestoh» werden Spenden für einen guten Zweck gesammelt. Insgesamt sind 18'854 Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort.
So gehts weiter
Der FCZ empfängt am nächsten Samstag den FC Winterthur zum Kantonsderby (18 Uhr). Die Espen spielen später am Abend auswärts bei Leader Thun (20.30 Uhr).
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 20 | 8 | 36 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 20 | 3 | 27 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 20 | -11 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |





