Die Schlüsselszene
Was um Himmels Willen ist bloss in Basels Mitelfeldspieler Metinho gefahren? Statt den Ball Richtung Stadiondach zu spedieren (oder zumindest aus der Gefahrenzone), legt er den Ball direkt in die Füsse von Lausannes Florent Mollet. Der sagt merci und trifft mit links von der Strafraumgrenze traumhaft in den Giebel. Ein Kracher am 1. August! Und der einzige Torschuss der Lausanner.
Das Spiel
Das Spiel startet enorm langsam. Bis auf einen gefährlichen Freistoss von Stürmer Zan Celar und ein waghalsiges Dribbling von Rückkehrer Jonas Omlin im Tor tun sich beide Teams schwer. Basel übernimmt zwar immer mehr die Spielkontrolle, doch gefährlich für das Tor der Lausanner wird es quasi nie. Zu viele Fehlpässe und die fehlende Durchschlagskraft sind der Grund dafür. Die Waadtländer lauern, schaffen es aber ebenfalls nicht, einen Konter sauber zu Ende spielen. Ein xG-Wert von 0,29 zu 0,08 zur Halbzeit spricht Bände.
Nach dem Pausentee wechselt FCB-Coach Stephan Lichtsteiner doppelt. Und tatsächlich wird das Gezeigte zwischenzeitlich etwas besser. Es ist aber nur ein Strohfeuer, denn Lausanne kann sich schnell wieder sortieren und verteidigt leidenschaftlich. Erst in der Nachspielzeit wagen sie sich nach vorne und gehen tatsächlich aus dem Nichts mit 1:0 in Führung und schnappen sich so die drei Punkte.
Die Tore
91. Minute, Florent Mollet, 0:1. Nach einem Einwurf kommt Florent Mollet an den Ball. Seine Rakete zischt unhaltbar für FCB-Goalie Jonas Omlin in den Winkel. Gelb gibts nachher aber noch für den Torschützen, weil er sein Leibchen auszieht.
Die Stimmen (gegenüber blue)
Flavius Daniliuc: «Es fühlt sich genau so an. Es ist der erste Schuss aufs Tor. Wir machen aber Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen. Man hat das Gefühl, dass sie für dieses tiefe Spiel und das Lauern auf Konter hergekommen sind. Ich habe aber das Gefühl, wir stehen defensiv eigentlich gut. Am Ende war es einfach zu wenig.»
Jonas Omlin: «Als Verlierer vom Platz zu gehen, ist immer frustrierend. Lausanne hatte heute eine halbe Chance. Wir haben uns zu wenige Chancen rausgespielt. Das müssen wir besser machen. Ich hatte heute nicht so viel zu tun, es wird aber auch andere Spiele geben. Als FC Basel haben wir immer viel Ballbesitz. In erster Linie fühle ich mich sehr gut, ich bin froh, dass ich wieder zurück bin. Wir wollen hier etwas kreieren, das ist aber noch nicht gelungen.»
Der Beste
Florent Mollet. Ein Sonntagsschuss am Samstag bringt Lausanne den Sieg. Zwar kriegt Mollet zuvor wie seine Kollegen nicht viel auf die Reihe, sein Traumtreffer aber macht ihn zum entscheidenden Mann.
Der Schlechteste
Metinho. Was für ein Pechvogel. Verletzt sich erst heftig an der Hand, legt Lausanne dann in der Nachspielzeit mit einem verunglückten Befreiungsschlag den Siegtreffer auf. Was für ein Geschenk!
Das gab zu reden
Die Matchuhr im Joggeli. Die muss ab dieser Saison in der Nachspielzeit weiterlaufen, die Verantwortlichen stoppen aber, wie in all den Jahren zuvor, bei exakt 45:00. Ein Fehler, der im ersten Heimspiel noch zu verzeihen ist. Am Ende der Partie läuft sie weiter.
Die Fans
Der Schlusspfiff gleicht für die 24’145 zahlenden Zuschauerinnen und Zuschauer einer Erlösung. Weil man den Rest des Sommerabends am Rhein verbringen kann. Oder in der Badi nebenan, dort findet ein Techno-Festival statt. Rund 10’000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Und so manch ein Match-Besucher wäre im nachhinein wohl lieber gleich dort hingegangen, statt sich den Gähn-Kick anzutun. Zwar notieren die Statistiker 12 Abschlüsse der Basler, wirklich gefährlich aber wirds selten. Und dann schenken die Bebbi dem Gegner auch noch den Sieg.
Die Schiris
Schiri Sven Wolfensberger und seine Assistenten Marco Zürcher und Guillaume Maire liegen zwar das eine oder andere Mal mit ihren Pfiffen daneben, entscheidenden Einfluss aufs Spiel aber haben sie nicht. Auch, weil es praktisch keine nennenswerten Offensivkationen gibt. Auch VAR Michèle Schmölzer erlebt einen ruhigen Abend.
So gehts weiter
Beide Teams stehen unter der Woche nicht im Einsatz. Für Lausanne geht es am Samstag gegen YB (18 Uhr) weiter. Das Spiel des FCB gegen Meister Thun ist wegen der Europa-League-Quali der Berner Oberländer auf Sonntag (16.30 Uhr) verschoben worden.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 8 | 16 | 22 | |
2 | FC Sion | 8 | 9 | 18 | |
3 | BSC Young Boys | 8 | 12 | 16 | |
4 | FC Basel | 8 | 2 | 13 | |
5 | Servette FC | 8 | -1 | 10 | |
6 | FC St. Gallen | 8 | -5 | 10 | |
7 | FC Zürich | 8 | -6 | 10 | |
8 | FC Luzern | 8 | -5 | 9 | |
9 | Grasshopper Club Zürich | 8 | -7 | 8 | |
10 | FC Thun | 8 | -9 | 7 | |
11 | FC Vaduz | 8 | -2 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 8 | -4 | 6 |






