Darum gehts
- Lugano-Coach lobt St. Gallen überschwänglich trotz 1:1 am Dienstagabend
- Trainer kritisiert eigene Mannschaft für schwache erste Halbzeit und Fehler
- Nur fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei für Lugano in der Tabelle
Es ist eine Lobeshymne, die der Lugano-Coach Mattia Croci-Torti nach dem späten 1:1 gegen St. Gallen am Dienstagabend an der Pressekonferenz hält. Allerdings ist diese nicht an seine eigene Mannschaft gerichtet – sondern an den Gegner.
«Ich glaube, der Match heute war wirklich klar. In der ersten Halbzeit war St. Gallen mit dem intensiven Spiel, der Lust und der Atmosphäre sicher besser als wir», so der Trainer.
Damit aber noch nicht genug. «Die erste Halbzeit beginnt und du willst dein Spiel machen, doch das lassen sie schon gar nicht zu. Sie sind aggressiv, stark in Duellen, sehr intensiv, erobern die Bälle, sind gut in der Transition mit solch einer Schnelligkeit. Wir haben dieses Jahr drei Tore gegen St. Gallen auf die gleiche Art erhalten, weil sie auf den letzten 60 Metern einfach mehr präsent sind als andere. Ich komme nicht einfach so an die Pressekonferenz, um anderen zu gratulieren. Aber St. Gallen ist einfach so gut», kommt Croci-Torti gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.
Verwirrter Stürmer
Immerhin gibt es am Schluss auch ein paar versöhnliche Worte an seine eigene Mannschaft. «Meine Mannschaft hat Charakter und es ist ein gutes Signal für die Zukunft.»
Trotzdem lassen die Aussagen aufhorchen, denn es ist auch ein Fingerzeig an seine eigene Mannschaft. Mit der ersten Halbzeit ist der Trainer nämlich so gar nicht einverstanden. Bereits während des Spiels schrie er immer wieder auf den Platz, forderte seine Spieler zum Pressing auf.
Diese setzten es aber nur bedingt um – auch ein Grund, warum die St. Galler eine solch dominante Startphase hatten. Sinnbildlich dafür eine Szene aus der ersten Halbzeit: Croci-Torti gibt Stürmer Georgios Koutsias diverse Anweisungen, bis dieser nur fragend die Hände hebt. Als der Ball wenig später zu ihm kommt, verliert er diesen direkt wieder. Nicht einmal schiesst der Stürmer in diesem Spiel.
Auch Steffen unzufrieden
Auch Captain Renato Steffen ist mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden: «Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen, dass wir erst mit zehn Mann anfangen zu spielen.» Es sei schwierig, wenn man vor dem Spiel etwas bespreche und man dann in die Räume laufe, die Bälle aber nicht kommen, versucht der Torschütze zum Ausgleich den schwachen Auftritt zu erklären.
Den zweiten Platz will Steffen aber nicht abschreiben: «Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit, wird es schwierig, viele Punkte zu holen. Aber das muss uns einen Schub geben und der Ansporn sein, uns nicht auszuruhen auf dem, was wir geleistet haben.» Immerhin: Dank des Unentschiedens sind es immer noch nur fünf Punkte, die die Bianconeri aufholen müssen – und eine Direktbegegnung wird es sicher noch geben.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 30 | 38 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 30 | 23 | 55 | |
3 | FC Lugano | 30 | 10 | 50 | |
4 | FC Basel | 30 | 6 | 49 | |
5 | FC Sion | 30 | 9 | 45 | |
6 | BSC Young Boys | 30 | 5 | 45 | |
7 | FC Luzern | 30 | 2 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 30 | -4 | 36 | |
9 | Servette FC | 30 | -8 | 33 | |
10 | FC Zürich | 30 | -17 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -18 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -46 | 19 |

