Darum gehts
- Lugano gewinnt gegen Winterthur, doch ein Konflikt überschattet den Sieg
- Behrens verweigert Koutsias demonstrativ den Handschlag bei Auswechslung
- Trainer Croci-Torti will Konflikt durch Zeit heilen
Lugano feiert gegen Winterthur den fünften Sieg in Folge – doch der eingefahrene Dreier ist am Samstagabend noch vor Abpfiff zur Nebensache geworden. Der Grund: Kevin Behrens (34) verweigert bei seiner Auswechslung Georgios Koutsias (21), den er in einem Testspiel geschubst und beleidigt hatte, demonstrativ den Handschlag und ignoriert ihn komplett. Unsportlicher geht es kaum.
Nach dem Spiel gibt Behrens keine Erklärung ab. Auch über sein Tor und seinen Assist möchte er nicht sprechen, er verschwindet schnell in der Garderobe. Koutsias hält sich ebenfalls bedeckt, wirkt auf dem Weg in die Kabine jedoch nachdenklich – ganz anders als Behrens.
«Es braucht Zeit»
Wenn die Spieler selbst nicht reden, müssen es immerhin die Vorgesetzten tun. Bei Lugano übernimmt das Trainer Mattia Croci-Torti (43). Den verweigerten Handschlag von Behrens spielt er herunter: «Es braucht Zeit. Vielleicht werden sie wieder Freunde, vielleicht nicht – ehrlich gesagt, ist mir das egal. Wichtig ist, dass sie auf dem Platz alles geben und für dieses Trikot Blut schwitzen.»
Entscheidend sei, wie sich die Spieler gegenüber der Mannschaft verhalten, ergänzt Croci-Torti: «Wenn sie auf dem Platz stehen, sollen sie jedes Mal mit 2000 Prozent Einsatz spielen – für die Mitspieler, für die Fans, für unser gemeinsames Ziel.» Behrens und Koutsias hätten das am Samstagabend und in den letzten zwei Wochen gezeigt, deshalb sei er zufrieden.
Das bestätigt auch Amir Saipi (25): «Ich bin froh, dass uns diese Sache nicht aus der Bahn geworfen hat. Solche Konflikte können schnell negative Stimmung in die Mannschaft bringen. Jetzt müssen sie das untereinander klären – sie sind alt genug, um das selbst zu regeln», sagt der Goalie zu Blick.
Offen bleibt die Frage, ob Behrens und Koutsias, die auf derselben Position spielen und damit direkte Konkurrenten sind, nach dem Vorfall im Testspiel langfristig harmonieren können. Croci-Torti dazu: «Da ich keinen Master in Psychologie habe, lasse ich es die Zeit regeln. Manchmal könnte ich die Dinge falsch ansprechen und damit bewirken, dass die Situation nicht so verläuft, wie wir es wollen.»
Verlässt Koutsias Lugano?
Nicht zuletzt wegen dieser Aussage wäre es kaum überraschend, wenn einer der beiden – Behrens oder Koutsias – noch in dieser Transferperiode den Klub verlassen würde. Dabei gilt Koutsias derzeit als der wahrscheinlichere Kandidat für einen Abgang.
Zuletzt kursierten Gerüchte aus Österreich. Laut Blick-Informationen ist Rapid Wien stark am Griechen interessiert. Ob tatsächlich etwas daraus wird, bleibt abzuwarten – das letzte Wort in der komplizierten Beziehung zwischen Behrens und Koutsias ist jedenfalls noch längst nicht gesprochen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 21 | 11 | 39 | |
3 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 21 | 6 | 32 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur | 20 | -32 | 10 |

