Sion will in Russland kicken
Eine ziemlich billige Aktion, Herr Constantin

Nach Fabio Celestini legt mit Christian Constantin eine zweite Schweizer Fussballpersönlichkeit die Scheu im Umgang mit den kriegsführenden Russen ab. Und hilft damit nur dem Putin-Regime, schreibt Blick-Sportchef Emanuel Gisi.
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Zenit St. Petersburg rührt schon heftig die Werbetrommel für das Spiel gegen Sion und Nationalspieler Anton Mirantschuk.
Foto: Zenit
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Emanuel GisiSportchef

Er will es also wirklich tun. Christian Constantin und sein FC Sion spielen am 9. Juli in St. Petersburg ein Freundschaftsspiel im Land des Kriegstreibers Wladimir Putin. Gegen Zenit St. Petersburg, den Klub, der dem staatlichen Energiekonzern Gazprom gehört und der gleichzeitig der Lieblingsklub des russischen Präsidenten ist.

Nach dem Wechsel von Trainer Fabio Celestini nach Moskau also die nächste Schweizer Fussball-Persönlichkeit, die in diesen Tagen Deals mit den Russen abschliesst.

Meint Constantin das wirklich ernst?

Man dürfe Sport und Politik nicht vermischen, erklärt Constantin. Wir schlucken leer. Meint er das ernst? Mal unabhängig davon, dass der Sion-Patron mit Kanton und Stadt selbstverständlich regelmässig zusammenarbeitet und sich von der öffentlichen Hand unterstützen lässt.

Dass die Russen den Sport für politische Zwecke instrumentalisieren, dürfte man mittlerweile auch im Wallis mitbekommen haben. Spätestens die Gazprom-Verbindung macht offensichtlich, wie eng bei Zenit die Politik mit dem Sport verbunden ist. 

Constantin erreicht mit der Sion-Reise nur eins: Er hilft den Russen bei ihrer Märchenerzählung, sie seien ein ganz normales Mitglied der Weltgemeinschaft, das durch eine unglückliche Verkettung von Umständen in einen Konflikt mit der Ukraine geschlittert ist. Und nicht der Aggressor in einem Angriffskrieg. Ach ja, und er verdient 300’000 Franken damit. Ziemlich billig.

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